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NBA

Nächster Meilenstein für Dirk

Von Philipp Jakob
Dirk Nowitzki (l.) führte die Dallas Mavericks mit 21 Punkten zum Sieg
© getty

Beim relativ deutlichen 95:83-Sieg (BOXSCORE) der Dallas Mavericks (48-31) gegen die Utah Jazz (24-54) erreicht Dirk Nowitzki den nächsten Meilenstein seiner außergewöhnlichen Karriere. Dank seiner 21 Punkte steht der Würzburger nun auf dem zehnten Platz der All-Time-Scoring-Liste der NBA.

Kurz nach Beginn des dritten Viertels war es soweit: Dirk Nowitzki verwandelte einen Jumper für die Zähler 17 und 18 in der Partie. Damit schob er sich an Oscar Robertson vorbei, der bisher mit 26.710 Punkten auf dem besagten zehnten Platz verweilte. Der Deutsche kam nach einer starken Partie insgesamt auf 21 Punkte und steht damit bei 26.714 Karriere-Punkten.

Damit verhalf Nowitzki seinem Team zum sechsten Auswärtssieg in Folge und Dallas machte den nächsten, wichtigen Schritt in Richtung Playoffs. Dabei überzeugte vor allem die beeindruckende Offensive, die bereits nach den ersten 12 Minuten 39 Punkte erzielt hatte und damit den Grundstein für den Erfolg über die Jazz legte.

Neben Nowitzki waren es Vince Carter mit 13 Punkten von der Bank und Monta Ellis mit 16 Punkten, die besonders überzeugen konnten, doch eigentlich enttäuschte offensiv keiner der Akteure aus Dallas (alle Starter punkteten zweistellig) - wie gesagt, offensiv.

Am anderen Ende des Courts war die Leistung der Mavs dagegen ein wenig ernüchternd, vor allem die Arbeit am Brett. Utah dominierte in Sachen Rebounding und die Jazz holten sich, angeführt von einem starken Enes Kanter (15 Punkte und 19 Rebounds), insgesamt 23 Offensiv-Rebounds (!).

Auch Derrick Favors wütete unter den Brettern und kam letztlich auf 19 Punkte (8/13 FG) und 7 Rebounds. Glück für Dallas, dass sich Utah unglaublich kalt von Downtown präsentierte (4/24 3FG, 16,7 Prozent), ansonsten hätte die Partie noch viel enger werden können.

Die Reaktionen:

Dirk Nowitzki (Mavericks): "Es fühlt sich irgendwie surreal an. Ich habe die ganze Nacht versucht, nicht daran zu denken. Ich habe versucht, mich auf den nächsten Wurf zu konzentrieren. Ich wusste, wie viele Punkte ich benötigte, aber ich habe versucht, nicht daran zu denken."

Rick Carlisle (Mavs-Coach) über Nowitzki: "Er ist ein Original. Er hat eine ganze Generation beeinflusst. Heutzutage spielen viele Teams mit einem Stretch Four. Er hat das Spiel sehr stark beeinflusst."

Tyrone Corbin (Jazz-Coach): "Es schien so, als ob sie im ersten Viertel nicht einen ihrer Würfe daneben setzen würden. Danach haben wir einen besser Job gemacht, näher an ihnen dran zu bleiben."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Für Utah starten Trey Burke, Gordon Hayward, Richard Jefferson, Marvin Williams und Favors. Bei den Mavs stehen die wohlbekannten Akteure auf dem Parkett: Jose Calderon, Ellis, Shawn Marion, Nowitzki und Samuel Dalembert.

4.: Frühe Auszeit von Rick Carlisle, der mit dem Start seiner Mavs überhaupt nicht zufrieden ist. Schon 3 Turnover stehen auf dem Konto von Dallas und auf der anderen Seite kann Derrick Favors fast machen, was er will - 13:6 Utah.

10.: Dallas hat nun in der Defense ein wenig zugelegt und lässt nicht mehr allzu viel zu. Offensiv läuft es weiterhin wie geschmiert, auch mit einem anfangs extrem starken Nowitzki auf der Bank. Die Mavs haben bisher 14 ihrer 15 Feldwürfe verwandelt (93,3 Prozent) - 32:23 Dallas.

18.: Carlisle ist schon wieder etwas stinkig und nimmt die nächste Auszeit. Die Mavs wurden in den letzten Minuten an beiden Enden des Courts ein wenig nachlässig, führen aber immer noch mit 12 Punkten - 48:36 Dallas.

24.: In der Offense dominieren die Mavericks weiterhin nach Belieben. Utah findet einfach keine Mittel, um Nowitzki (13 Punkte), Vince Carter oder Devin Harris (beide 10) effektiv zu stören - 61:46 Mavericks.

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29.: Trotz der starken Offensiv-Leistung der Mavericks können sie sich nicht so richtig absetzen. Zwar ist Dallas immer mit 12 bis 15 Punkten vorne, aber man könnte eigentlich eine noch deutlichere Führung erwarten - 70:55 Mavs.

37.: Da ist es geschafft: Dirk Nowitzki erzielt seinen 26.711. Punkt in der NBA, zieht damit an Oscar Robertson in der All-Time-Scoring-Liste vorbei und steht nun auf Platz 10. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle - 83:65 Dallas.

43.: Ein 13:4-Lauf der Jazz bringt Utah wieder in Schlagdistanz. Dallas hat nun seit knapp dreieinhalb Minuten keinen Punkt mehr erzielt. Muss man sich etwa Sorgen machen? Nein, sagt Shawn Marion. The Matrix trifft von Downtown und stellt den wohlbekannten Abstand wieder her - 88:74 Mavs.

46.: Dallas hat schon so viele Führungen in dieser Saison leichtfertig verspielt und auch gegen Utah machen sie es gegen Ende noch einmal unnötig spannend. Die Jazz kämpfen sich bis auf 9 Punkte heran. Die Offense der Mavs schwächelt - 92:83 Dallas.

48.: Es passiert doch nichts mehr. Die Jazz setzen ihre letzten 3 Würfe an den Ring. Dallas bringt das Spiel letztlich nach Hause und holt damit den nächsten wichtigen Sieg im Kampf um die Playoffs - 95:83 Mavericks.

Utah Jazz vs. Dallas Mavericks: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Dirk Nowitzki. Allein schon die Tatsache, dass er die Partie auf dem zehnten Platz der All-Time-Scoring-Liste beendet hat, macht ihn eigentlich zum Star des Spiels. Wenn man sich dann auch noch seine beeindruckende Leistung auf dem Parkett anschaut, sollte sich jeder Zweifel verabschieden.

Mit seinen 21 Punkten führte der Deutsche die starke Offensive der Mavericks an und überzeugte besonders mit seiner Effektivität (9/11 FG, 2/3 3FG). Vor allem aus dem Pick & Pop heraus war der 35-Jährige fast nicht zu stoppen und wurde von seinen Kollegen oft gut freigespielt. Außerdem holte Nowitzki 6 Rebounds und verteilte 3 Assists.

Der Flop des Spiels: Gordon Hayward. Hayward gilt eigentlich als einer der wenigen Lichtblicke im Team der Jazz. Allerdings spielt der 24-Jährige eine eher enttäuschende Saison und auch die Leistung an diesem Abend dürfte keine Begeisterungsstürme auslösen. Besonders seine 5 Fehlwürfe von Downtown (1/6 3FG) werfen kein allzu gutes Licht auf Hayward. Am Ende kam er auf 11 Punkte, 4 Rebounds und 5 Assists.

Das fiel auf:

  • Da in dieser Partie eine der besten Offensiven der NBA auf eine der schlechtesten Defensiven der gesamten Liga traf, konnte man durchaus mit vielen Punkten rechnen. Das Dallas dann aber gleich mal mit 39 im ersten Viertel startete, kam schon etwas überraschend. Besonders die Tatsache, dass die Mavs dabei 16 ihrer 17 Wurfversuche aus dem Feld versenkten (Frachise-Rekord mit 94,1 Prozent), ist extrem beeindruckend.
  • Was auf der einen Seite beeindruckend ist, ist auf der anderen fast schon beängstigend. Schlechteste Defense der NBA hin oder her, aber wie sich die Jazz in der eigenen Spielhälfte teilweise anstellten war grausam. Oftmals reichte den Mavs ein einfaches Pick & Roll, um die komplette gegnerische Verteidigung auszuschalten. Entweder konnte der Ballführer ohne große Gegenwehr zum Korb ziehen oder der Blocksteller (meist Nowitzki) wurde vollkommen allein gelassen.
  • Die Dreierlinie wurde auch nicht wirklich besser verteidigt, zugegebenermaßen hilft es aber auch nicht besonders, wenn der Gegner so unglaublich heiß läuft wie die Mavs. Insgesamt trafen Nowitzki und Co. 9 ihrer 23 Versuche von Downtown (39,1 Prozent). Das ist allerdings deutlich schlechter als ihr Saisondurchschnitt gegen die Jazz. In den drei Spielen zuvor nahmen die Mavericks insgesamt 56 Dreier - und trafen starke 30 davon (53,6 Prozent).
  • Bekanntermaßen ist aber nicht alles Gold, was glänzt. Trotz des relativ deutlichen Sieges muss sich Dallas einige Kritik, was die eigene Verteidigung betrifft, gefallen lassen. Ziemlich oft wurden die Defensiv-Rotationen vernachlässigt oder schlicht und einfach verpatzt, sodass ein Jazz-Schütze nicht gerade selten vollkommen frei an der Dreierlinie stand. Glück für die Mavericks, dass Utah das nicht wirklich ausnutzen konnte (4/24 3FG).
  • Ein paar der liegengelassenen Punkte holten sich die Jazz aber immerhin durch ihr starkes Rebounding am offensiven Brett wieder zurück. Insgesamt 23 Offensiv-Rebounds und die dadurch resultierenden Second-Chance-Points verhinderten einen totalen Blowout der Mavericks.
  • Nach 36 Minuten war es soweit: Dirk Nowitzki erreichte den nächsten Meilenstein in seiner außergewöhnlichen Karriere. Mit 21 Punkten gegen die Jazz zog der Würzburger an Oscar Robertson vorbei und steht nun in der All-Time-Scoring-Liste mit insgesamt 26.714 Punkten auf dem zehnten Platz. Der nächste, der um seine Platzierung fürchten muss, ist übrigens Hakeem Olajuwon mit 26.946 Punkten - also nur 232 vor dem Deutschen.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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