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NBA

Verlieren verboten!

Von Marc-Oliver Robbers
Dirk Nowitzki (l.) erzielt in dieser Saison im Schnitt 15,4 Punkte für die Dallas Mavericks
© getty

Bank: Vince Carter, Elton Brand, Mike James vs. Antawn Jamison, Jodie Meeks, Steve Blake

Mavericks: Vince Carter beweist aktuell, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Carter hat sich als Mann für die Crunch Time etabliert und die Rolle von Jason Terry übernommen. Vinsanity trifft momentan fast alles von Downtown (58,1 Prozent im Februar) und befindet sich im dritten Frühling. Das sieht bei Elton Brand ganz anders aus. Eigentlich war ihm die Rolle von Carter zugedacht, aber der Power Forward kommt mit seiner Bankrolle gar nicht zurecht. Brand ist bislang noch nicht die angedachte Verstärkung.

Auch der Rest ist eher unbeständig. Egal ob Brandan Wright, Rodrique Beaubois, Mike James oder Jae Crowder. Carlisle rotiert gerne munter durch. Eigentlich kann sich keiner sicher sein, dass er überhaupt zum Einsatz kommt. An anderen Tagen sind aber auch mal 25 Minuten drin. Das fördert nicht gerade das Selbstbewusstsein. Neuzugang Anthony Morrow könnte gegen die Lakers sein Debüt geben.

Lakers: Angst und Schrecken verbreitet die Bank der Lakers nicht. Ohne den verletzten Gasol vertraut D'Antoni im Grunde einer 8er-Rotation. Antawn Jamison kommt auf den großen Positionen ins Spiel und im Backcourt erhalten Jodie Meeks und Steve Blake die restlichen Minuten. Das führt zwangsläufig zu einer kleinen Aufstellung und dem vom Trainer so geliebten schnellen Spiel.

Die Lakers sind darauf angewiesen, dass mindestens einer der drei Bankspieler anständig punktet. Jamison machte dies zuletzt ganz ordentlich. Dabei spielte der 36-Jährige anfangs gar keine Rolle in der Rotation. Ähnlich wie bei Clark wurde D'Antoni aber gezwungen, auf den Veteranen zu setzen. Da ist der Backcourt schon eher die Achillesferse. Blake und Meeks treffen nicht gerade konstant von außen und sorgen kaum für Entlastung. Das bedeutet oftmals kaum Verschnaufpausen für Bryant und Nash. Im Endspurt der Saison könnte sich das rächen.

Fazit: Auch wenn die Mavs-Bank nicht gerade für Beständigkeit steht, ist sie doch um einiges tiefer als die Lakers-Bank. Carter kann an einem guten Tag immer noch den Unterschied machen. Zudem bieten sich Carlisle einfach mehr Optionen. Vorteil Dallas.

Head Coach: Rick Carlisle vs. Mike D'Antoni

Carlisle: Der Mavs-Trainer ist bei den Spielern äußerst beliebt und gehört spätestens seit dem Titelgewinn zur Trainer-Elite der NBA. Doch Carlisle hat in dieser Saison auch damit zu kämpfen, dass Dallas sich weiter im Umbruch befindet.

Der Coach hat lange an seiner Rotation herumgewerkelt, oft die Starting Five geändert und die Bankspieler rotieren immer noch wild. Auch die Spielzüge in der Crunch Time gelingen längst nicht mehr so, wie man es von den Mavs gewohnt war.

D'Antoni: Kaum ein Trainer sah sich in dieser Saison größerer Kritik ausgesetzt. D'Antoni wollte sein "Seven-Seconds-or-less-System" 1-zu-1 auch bei den Lakers aufziehen, musste aber schnell einsehen, dass er überhaupt nicht das Spielermaterial dazu hat. Mittlerweile spielen die Lakers um einiges langsamer und prompt läuft es besser. Isolation Plays für Kobe sind jetzt nicht unbedingt die Krönung der Trainerlehre, aber durchaus effektiv.

D'Antoni musste lernen, dass in Los Angeles ein anderer Wind weht. Meistens kommt er von vorne und die Lernphase ist noch längst nicht abgeschlossen, aber der Coach zeigt sich zumindest, anders als zu Anfang, lernwillig.

Fazit: Die Sturheit hat D'Antoni viele Sympathien gekostet. Auch wenn es in letzter Zeit ruhiger geworden ist, ist der Coach längst nicht unumstritten. Mit dem Kader muss er einfach die Playoffs erreichen. Die Mavs befinden sich dagegen im Umbruch. Daher verzeiht man Carlisle seine Experimente. Zudem hat er bereits einen Championship-Ring am Finger. Vorteil Mavs.

Prognose

Bei allen Verletzungssorgen, die beide Teams in dieser Saison hatten, ein Verpassen der Playoffs wäre für beide Teams eine herbe Enttäuschung und doch wird es am Ende mindestens eine Franchise erwischen. Realistischer ist wohl, dass es beide erwischt.

Im Grunde beginnen die Playoffs also ab sofort. Ausrutscher haben sich beide mehr als genug erlaubt, weitere dürfen nicht mehr folgen. Dementsprechend intensiv dürfte es zur Sache gehen.

Beide haben die Zeichen der Zeit erkannt. Dallas gewann immerhin 6 der letzten 10 Partien, die Lakers holten 7 Siege. Die Auswärtsbilanz von L.A. in dieser Saison ist allerdings gruselig. Nur ein Drittel der Partien konnte gewonnen werden.

Bei aller zu erwartender Intensität, eine Defensivschlacht wird es wohl eher nicht geben. Über 100 Punkte fangen sich beide Teams im Schnitt. Daher wird die individuelle Klasse den Unterschied ausmachen. Fällt der Wurf von Nowitzki? Wird Howard erfolgreich ins Spiel eingebunden? Gibt es den Shooting-Kobe oder den Playmaker-Kobe?

Die Partie dürfte eng werden, am Ende könnten die Mavericks leicht vorne liegen, auch weil die Lakers außerhalb vom Staples Center oft ein ganz anderes Gesicht zeigen und das ist nicht playoff-würdig.

Teil I: Die Guard-Positionen

Teil II: Die Forward-Positionen und die Center

Teil III: Die Bank, die Coaches und die Prognose

Der NBA-Spielplan im Überblick

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