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NBA

Die hässliche Fratze der Mavs

Von Philipp Dornhegge
Dirk Nowitzki wurde von den Jazz-Big-Men (im Bild: Carlos Boozer) permanent unter Druck gesetzt
© Getty

Einen Tag nach dem packenden Sieg in San Antonio sind die Dallas Mavericks hart gelandet. Beim 93:111 gegen die Utah Jazz war der Gastgeber von Anfang an chancenlos.

Beim letzten Aufeinandertreffen mit den Utah Jazz (20-17) erzielte Dirk Nowitzki 29 Punkte im letzten Viertel und zeigte eine der spektakulärsten Einzelleistungen der Saison.

Bei der Neuauflage hätten die Dallas Mavericks (25-12) eine Wiederholung dieses Auftritts gebraucht, und wahrscheinlich hätten sie trotzdem keine Chance gehabt.

Zu saft- und kraftlos war die Performance des Teams gegen eine Truppe, die mit einer Auswärtsbilanz von 6-11 vor der Partie nun wahrlich nicht zu den gefürchtetsten der Liga gehört.

In des Gegners Halle spielt Utah einfach nicht mit der gleichen Intensität und vor allem nicht mit dem Tempo, das Jerry Sloans Mannen sonst in der Energy Solutions Arena auszeichnet.

Howard und Gooden schauen zu

Und dennoch fand Dallas zu keinem Zeitpunkt der Partie die Mittel, um die Jazz vor ernsthafte Probleme zu stellen. Dabei spielten sicher auch die Ausfälle von Josh Howard und Drew Gooden eine Rolle: Der Swingman fiel mit einer Hüftprellung aus, der Big Man hatte sich den rechten Ringfinger verrenkt.

"Das schmerzt natürlich, aber wir müssen auch mit den Spielern, die wir zur Verfügung haben, in der Lage sein zu gewinnen", ließ Coach Rick Carlisle aber keine Ausreden zu.

Einen kleinen Grund zur Freude gab es auch, denn Dallas begrüßte einen verlorenen Sohn: Deron Williams, der in Dallas zur High School ging, war zu Gast und stand nach zwei verpassten Spielen mit einer Handgelenksverletzung erstmals wieder im Team der Jazz.

Der Point Guard sollte dem Team aus dem Mormonenstaat wieder mehr Stabilität verleihen, und genau das tat er auch: Mit 20 Punkten und 9 Assists feierte er ein mehr als gelungenes Comeback und war der erfolgreichste von sechs Spielern, die zweistellig punkteten.

Zone sorgt für kurzzeitige Entlastung

Die Jazz standen zu Beginn defensiv sehr gut, offensiv kamen sie mit ihren Cuts in die Zone immer wieder zu leichten Punkten. Dabei half natürlich auch, dass Mavs-Center Erick Dampier mit zwei frühen Fouls auf die Bank musste und der Bereich unter dem Korb oftmals völlig verwaist war.

Insgesamt wurde eins deutlich: War das Derby am Vortag gegen die San Antonio Spurs noch ein echtes Spitzenspiel, standen die Mavs in dieser Partie völlig neben sich.

Die Quoten waren schlecht, es wurden zu viele Fouls begangen, dafür zu wenig gezogen, und speziell von der dezimierten Bank kam absolut gar nichts. Erst als Carlisle auf eine Zonenverteidigung umstellte, stand Dallas defensiv besser und kam dadurch auch immer wieder zu Fastbreak-Chancen.

Mavericks - Jazz: Die Highlights im Video bei ESPN

Terry komplett enttäuschend

An der Tatsache, dass außer Dirk Nowitzki, Shawn Marion und Jason Kidd die komplette Truppe enttäuschte, änderte das aber nichts. Insbesondere für Jason Terry wollte kaum einmal ein Wurf fallen (2 von 9 in Hälfte eins). Dass es zur Pause nur 40:50 stand, war eigentlich noch die beste Nachricht nach einer miesen Vorstellung.

Die zweite Hälfte begann wie die erste: mit zwei Fouls von Dampier. Der Center musste schon wieder raus. Sekunden später holte sich Nowitzki sein drittes ab.

Als dann Williams seinen zweiten Dreier für Utah hintereinander einnetzte, war klar: Es lief wirklich alles gegen die Mavericks. Selbst Carlisle wusste so langsam nicht mehr weiter. Die Einwechslung von Matt Carroll war wohl mehr Ausdruck der Verzweiflung als genialer Schachzug.

Mit einem satten 62:83-Rückstand ging Dallas in den Schlussabschnitt. Zu Beginn des vierten Viertels startete Dallas einen letzten Angriff und kam über Nowitzki und Terry noch mal zu einem Lauf, doch auch den erstickte der eingewechselte Kyle Korver (12) mit fünf schnellen Punkten praktisch im Keim.

Nächster Gegner: Lakers

"Gleich nach dem dritten Viertel haben wir uns gegenseitig daran erinnert, was im letzten Spiel passiert ist", erklärte Williams nach dem Spiel. "Diesmal haben wir unsere Führung konzentriert nach Hause gebracht."

"Ich glaube, dass wir Dirk ganz gut im Griff hatten", stimmte Carlos Boozer (15) zu. Nowitzki kam diesmal nur auf zehn Punkte im letzten Spielabschnitt. Neun Minuten vor Schluss war auch dem Letzten klar, dass für die Mavs an diesem Abend nichts zu holen war.

Der Rest war ein einziges Schaulaufen, bei dem die Jazz einen Gang zurückschalteten, die Mavs aber trotzdem nicht mehr entscheidend ins Spiel kommen ließen. Neben Williams hinterließen die Rollenspieler Andrei Kirilenko und Ronnie Brewer einen guten Eindruck.

Für die Mavs geht es erst am Mittwochabend weiter. Dann kommen die Lakers ins American Airlines Center. Und jeder Fan wird sich mit Schrecken an das letzte Duell mit dem Champion erinnern. Vor sechs Tagen kam Dallas in L.A. 96:131 fürchterlich unter die Räder.

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