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NBA

NBA Playoffs - Erkenntnisse zum Mavs-Sieg in Spiel 3 gegen die Suns: Brunsons Aggressivität und eine neue Kleber-Facette

Von Robert Arndt
Jalen Brunson erzielte in Spiel 3 gegen Phoenix 28 Punkte.

Die Dallas Mavericks haben den ersten Sieg in der Playoff-Serie gegen die Phoenix Suns errungen (103:94) und auf 1-2 verkürzt. Das gelang, weil Jalen Brunson explodierte und Coach Jason Kidd einen alten Kniff gegen Chris Paul anwandte. Außerdem: Maxi Kleber zeigt eine neue Seite seines Spiels.

1. Jalen Brunson findet für Dallas die Lücken

Jalen Brunson war in den ersten beiden Spielen nicht der Jalen Brunson aus der Serie gegen die Utah Jazz. Der 25-Jährige hatte in Phoenix nur acht seiner 22 Würfe aus dem Feld (32 Prozent) für insgesamt 22 Zähler getroffen. Auf heimischem Parkett legte der Guard nun 28 Punkte auf und lieferte diesmal die Hilfe für Luka Doncic, die dieser so dringend benötigte.

"Furchtbar, ich war einfach nur schrecklich", so lautete Brunsons Bewertung seiner ersten beiden Spiele. Der 25-Jährige hatte Probleme, gegen die bessere Defense der Suns (Devin Booker!) zu scoren, in Spiel 3 fand er selbst Lösungen und wurde gleichzeitig von Coach Jason Kidd in bessere Positionen gebracht.

So schön es auch ist, dass Luka Doncic früh seinen Rhythmus findet, so essentiell ist dies auch für Brunson. Dieser hatte gerade im ersten Viertel den Ball häufiger in der Hand und konnte so früher in der Shot Clock operieren. Mit 10 Punkten in den ersten zwölf Minuten setzte Brunson ein kleines Statement, endlich konnte er Booker auch im Eins-gegen-Eins schlagen und auch seine Floater verwandeln, die zuvor noch das Ziel verfehlt hatten.

"Das war das erste Mal in dieser Serie, dass er aggressiv aufgetreten ist und nicht nur zugeschaut hat", freute sich auch Kidd, der nach den ersten beiden Spielen seinen Guard sogar öffentlich kritisiert hatte. Brunson zeigte eine starke Reaktion und erspielte sich Selbstvertrauen. Das brauchte er auch, schließlich lag im dritten Viertel plötzlich wieder die Last auf seinen Schultern.

Dallas führte Mitte des Abschnitts mit 16 Zählern, als Doncic sein viertes Foul kassierte und Phoenix wieder etwas Morgenluft witterte. Brunson erstickte dies mit 8 Zählern in drei Minuten aber im Keim und erzielte auch im Schlussabschnitt vier Zähler durch Drives, als die Suns vier Minuten vor dem Ende wieder auf -9 verkürzt hatten.

Laut Second Spectrum zog Brunson im Spiel 26-mal zum Korb, in den ersten beiden Spielen waren es zusammengerechnet nur 23 solcher Aktionen. Die Mavs scoren 1,3 Punkte pro Possession aus solchen Situationen, das ist ein elitärer Wert. Gleichzeitig reagierten die Suns auch nicht angemessen. Coach Monty Williams beorderte zu spät Mikal Bridges zurück zu Brunson, zeitweise durften sich zuvor Cam Payne und Landry Shamet gegen den Mavs-Guard versuchen. Nicht optimal.

2. Doncics Bully Ball gegen die Phoenix Suns

Aus Suns-Sicht ist Bridges gegen Brunson wahrscheinlich ohnehin die beste Option, da Doncic so oder so auf seine Zahlen kommt. Der Slowene verpasste mit 26 Zählern, 13 Rebounds und 9 Assists haarscharf ein Triple-Double und agierte diesmal vermehrt aus dem Post, wo er nicht zu stoppen war.

Ob Bridges, Booker oder Jae Crowder, es spielte im zweiten Viertel keine Rolle, welcher Verteidiger gegen den Star der Mavs gestellt wurde. Die Kombination aus Physis, Fußarbeit, Abschlussstärke und Spielintelligenz ist ein riesiges Plus für Doncic in diesen Situationen, auch weil Phoenix keine Hilfe schicken konnte oder wollte. Das Post Play kam immer dann zur Geltung, wenn Dallas mit Maxi Kleber oder Dorian Finney-Smith auf der Fünf spielte und damit die Suns-Center aus der Zone lockte.

Mehrfach narrte Doncic seine Gegenspieler mit einem Arsenal von Moves, auch wenn einige Suns-Spieler mehrfach Offensiv-Fouls in den Aktionen des Guards sahen. Die Referees ließen in diesen Fällen das Spiel aber meist laufen, was vermutlich die richtige Entscheidung war. Einzig Chris Paul zog einmal das Offensiv-Foul, der kleine Spielmacher machte als Post-Verteidiger sogar noch den besten Eindruck gegen Doncic.

Die Arbeit im Post kostet gleichzeitig auch Kraft und ist so über ein ganzes Spiel nicht umsetzbar. Aber es ist dennoch deutlich effizienter als so manche Dribbel-Orgie. Bei aller offensiver Brillanz neigt Doncic trotzdem weiter dazu, gute Würfe zu verweigern - meist in der Hoffnung auf einen besseren Wurf. Auch in diesem Spiel blieb irgendwann nur noch der verteidigte Stepback-Dreier mit herunterlaufender Uhr.

Das ist nicht ideal, aber einer von wenigen Mängeln im Offensivspiel des Slowenen. Müdigkeit spielte diesmal keine Rolle, auch weil Kidd ob der Fouls gezwungen war, Doncic mehr Pausen als sonst zu geben. Da Dallas in diesen Phasen mit Ausnahme des vierten Viertels einigermaßen mithalten konnte, ist es eine Überlegung wert, dies auch in den kommenden Spielen zu praktizieren, vor allem wenn Phoenix Spieler wie Payne und/oder Shamet auf dem Court hat.

3. Doncic in der Defense verbessert - für drei Viertel

Zu erwähnen ist aber auch, dass Doncics Defense im vierten Viertel überaus problematisch war. Natürlich hatte der All-Star zu dieser Zeit fünf Fouls auf dem Konto und jeder in der Halle wusste das auch, dennoch hilft es auch dem Team nicht, wenn der 23-Jährige dann komplette Alibi-Defense spielt.

Es gibt zahlreiche Beispiele in den letzten Minuten dafür, schließlich attackierten die Suns den Mavs-Star fast exklusiv. Es ist einerseits lobenswert, dass Dallas keine einfachen Switches hergeben wollte, aber auch kontraproduktiv, wenn dann Sachen wie diese dabei herauskommen. Phoenix' Stärke ist es, den besten Wurf zu finden, wenn die Defense einmal kollabiert. Das passierte am Ende ständig, weil Dallas überspitzt gesagt Vier-gegen Fünf verteidigte.

Offene Dreier waren die Folge und es darf die Frage gestellt, ob dann nicht ein verteidigter Wurf von Doncic gegen Paul aus der Isolation die bessere Variante gewesen wäre?

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