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NBA Mailbag: LaMelo und Co. - Aufstieg a la Grizzlies oder nur Zirkus?

LaMelo Ball und die Hornets wollen nächstes Jahr unbedingt in die Playoffs - dafür muss allerdings Verstärkung her.

Mailbag-Time! Wir leeren zum Ende der ersten Playoff-Woche unser Postfach, dieses Mal mit dabei: die Suche nach Schwachstellen bei den Topfavoriten, ein neues Gesicht der Warriors-Zukunft und die Frage nach den Grizzlies 2.0.

Ihr habt Fragen für die nächste Ausgabe des NBA Mailbags? Alles, was Ihr wissen wollt, könnt Ihr schon jetzt via Twitter an Ph_Jakob weiterleiten.

NBA: Bucks und Suns - Die Suche nach den Schwachstellen

SPOX-User Santachristo: Bitte mal eine Frage, die Number-Crunching braucht. Was sind die Schwächen der Suns und Bucks?

Vor dem Start der Playoffs war Bucks vs. Suns ein beliebter Finals-Pick. Tatsächlich sprach vieles für ein Rematch: Phoenix dominierte die Liga fast nach Belieben, Milwaukee hatte einen veritablen MVP-Kandidaten und den Championship-Swagger. Nun stehen beide Teams in ihrer ersten Playoff-Runde etwas überraschend bei 1-1.

Ich persönlich denke, dass Chicago und New Orleans sehr schnell merken werden, dass Spiel 2 jeweils nur ein Ausrutscher des Favoriten war. Die echten Hürden kommen erst in späteren Runden. Klar ist aber auch, Phoenix und Milwaukee sind nicht komplett vor Schwachstellen gefeit. Während man bei den Suns zwar schon sehr intensiv suchen muss, fällt bei den Bucks insbesondere die Defense ins Auge.

Im Ranking von Cleaning the Glass, das Garbage Time aus den Statistiken herausrechnet, belegte der amtierende Champion in der regulären Saison nur einen durchschnittlichen 14. Platz im Defensiv-Rating (112,0 zugelassene Punkte pro 100 Possessions). Vor zwei Jahren war Milwaukee hier sogar noch an der Spitze zu finden.

Die einfachste Erklärung: Verletzungen. Die Bucks hatten in der Regular Season selten ihr komplettes Team zur Verfügung. Der ehemalige DPOY Giannis Antetokounmpo verpasste 15 Spiele, der gefürchtete Guard-Verteidiger Jrue Holiday ebenfalls und Defensiv-Anker Brook Lopez fast die komplette Spielzeit. Dass nun das Defensiv-Rating in den letzten zwölf Spielen, als die Stars weitestgehend an Bord waren, auf Platz 22 abrutschte, kann vielleicht noch auf eine gewisse Eingewöhnungsphase oder eine laxe Herangehensweise vor dem Playoff-Ernst geschoben werden.

NBA: Die Defense der Bucks in der Analyse

Tauchen wir aber mal etwas tiefer in die Zahlen ein. Offensichtlich ist, dass Milwaukee in der regulären Saison mehr Probleme hatte, den Ring zu verteidigen - ohne Lopez in der Mitte und mit Ersatzmann Bobby Portis ist das verständlich. Die Gegner trafen in der Restricted Area 66,2 Prozent ihrer Abschlüsse (Platz 19), in den Vorjahren war das eine der Stärken der Bucks-Defense (2019/20: 55,2 Prozent, Platz 1 - 2020/21: 61,3, Platz 2). In den letzten zwölf Spielen mit Lopez lag dieser Wert sogar bei 68,9 Prozent.

Dabei basiert eigentlich das Defensiv-Konzept von Head Coach Mike Budenholzer darauf, den Ring dicht zu machen. Das zeigt die Dominanz der vergangenen Jahre ganz gut. Dafür machte und macht Milwaukee Abstriche in der Verteidigung der Dreierlinie. Giannis und Co. haben in der Regular Season die mit Abstand meisten Dreier zugelassen (40,6), das war in den Vorjahren ähnlich.

Die meisten davon kamen Above the Break, von den eigentlich einfacheren Eckendreiern ließ Milwaukee nicht ganz so viele zu. Dafür aber war ein Großteil der gegnerischen Dreier "weit-offen" (20,3, die drittmeisten ligaweit), wobei die Gegner aber nur 36,3 Prozent trafen. Soll heißen: Da war für Milwaukee eine Portion Glück dabei, auch wenn Coach Bud natürlich Wert darauf legt, wer offen stehen gelassen wird. Dennoch ist die Trefferquote deutlich unter dem Ligaschnitt (37,8 Prozent).

Das könnte in den Playoffs gefährlich werden. Nicht unbedingt im Matchup gegen Chicago, das die ligaweit wenigsten Dreier in der regulären Saison nahm. Hier war bislang eher das Shotmaking von DeMar DeRozan und die eigene Turnover-Anfälligkeit ein Problem. Aber im Osten gibt es genügend andere von Downtown gefährliche Teams (Miami, Brooklyn, Boston).

Das soll aber nicht heißen, dass Milwaukee nicht das Zeug zu einem Titelanwärter hat. Ganz im Gegenteil. Auch im Vorjahr haben die Bucks die Defense in den Playoffs nochmal angezogen, dass kann wieder passieren. Wobei Milwaukee in manchen Matchups den abgewanderten P.J. Tucker vermissen könnte, der im Vorjahr beispielsweise die Defense gegen Kevin Durant übernahm.

NBA: Das (einzige?) schwarze Schaf bei den Phoenix Suns

Was bei den Bucks bereits Meckern auf hohem Niveau ist, gilt für die Suns natürlich umso mehr. Phoenix präsentierte in der regulären Saison so gut wie keine Schwachstelle, der Kader ist mit Star-Power gespickt, ausbalanciert und eingespielt. Offense, Defense, "Clutchness" - alles passt in Phoenix. Wenn dann ist das Rebounding so etwas wie das schwarze Schaf.

Bei der Offensive Rebound Percentage lag Phoenix in der regulären Saison im unteren Tabellendrittel, bei der Defensive Rebound Percentage im Mittelfeld. Doch in den (zugegeben seltenen) Pleiten hat der Suns-Gegner im Schnitt 7,4 Rebounds mehr und 15,3 Second Chance Points geholt. Letzteres wäre über die gesamte Saison gesehen Platz 30 in der Association.

Das Rebounding war auch schon in den ersten beiden Duellen gegen New Orleans ein Problem, beim Sieg in Spiel 1 waren es 25 Offensiv-Rebounds (!) und 29 Punkte über zweite Chancen. Da Phoenix deutlich hochprozentiger traf als die Pelicans, wurde das letztlich nicht bestraft. Bei der Niederlage in Spiel 2 waren es aber noch 11 Offensiv-Rebounds und 15 Second Chance Points (9 bei den Suns).

Nun kommt für Phoenix durch die Verletzung von Devin Booker ein weitaus größeres Problem hinzu. Ein enorm wichtiger Shot-Creator droht für zwei bis drei Wochen wegzufallen. Auch die Bucks werden mindestens zwei Wochen auf Khris Middleton und damit auf ein Drittel der Big Three verzichten müssen. Phoenix und Milwaukee sind gut genug, um auch ohne die beiden in der ersten Runde zu bestehen. Doch darüber hinaus? Vor einigen Tagen musste man die Schwachstellen noch mit der Lupe suchen, nun könnte das Verletzungspech zum größten Stolperstein werden.

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