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NBA - Für immer in Doncic' Schatten? Wie Marvin Bagley nach dem Kings-Debakel auf einen Neuanfang hofft

Von Alex Weber
Marvin Bagley wurde der Rolle eines Nummer-2-Picks im Draft bei den Kings nie gerecht.

Bagleys Agent: "Fallstudie in Missmanagement der Kings"

Nach drei durchwachsenen Spielzeiten in Sacramento kam es vor der aktuellen Saison dann zum Zerwürfnis mit den Kings. In der Offseason verhandelten die beiden Seiten noch über eine Vertragsverlängerung, als darüber keine Einigung erzielt wurde, gaben die Kings bekannt, dass Bagley für das Auftaktspiel der Saison kein Teil der Rotation sein werde. Das Verhältnis war auch schon zuvor angeschlagen, da Bagleys Vater bei Twitter einen Trade seines Sohns forderte, doch nun schien es endgültig kein Zurück mehr zu geben.

Bagleys Agent Jeff Schwartz schaltete sich gar in den öffentlichen Diskurs ein und erhob schwere Vorwürfe gegen die Franchise. "Es ist klar, dass sie für ihn keine Pläne in der Zukunft haben", erklärte Schwartz in einem Statement auf Twitter.

Und weiter: "Trotzdem verzichteten sie auf potenzielle Deals vor der letztjährigen Deadline und in diesem Sommer mit Blick auf seinen 'Wert'. Stattdessen blieb er im Kader ohne wirklich Minuten zu bekommen, was dem Argument von 'Wert' komplett widerspricht. Das ist eine Fallstudie in Sachen Missmanagement von der Kings-Organisation."

Spätestens da war klar, dass Bagleys Zukunft wohl bei einem anderen Team liegen würde, auch wenn er wenig später wieder in die Rotation aufgenommen wurde. Kurz vor der Trade Deadline war es dann soweit: In einem Vier-Team-Trade gaben die Kings Bagley an die Pistons ab und so endete das für beide Seiten enttäuschende Kapitel in Sacramento.

Bagley bekommt in Detroit die Chance auf einen Neuenfang

Durch den Trade nach Detroit wird Bagley auch in seinem vierten Jahr in der Liga nichts mit den Playoffs zu tun haben. Auf dem Papier scheint der Wechsel aber trotzdem eine gute Möglichkeit für den Lefty zu sein, seiner Karriere neuen Schwung zu geben.

Bei den Pistons trifft Bagley auf ein junges Team mit einem gestandenen Head Coach in Person von Dwane Casey. Bei einem Team mitten im Rebuild sollte es genügend Minuten für ihn geben, um sich zu beweisen, zumal die Pistons wenige Bigs haben. Außerdem wird Bagley eine klare Rolle im Team der Pistons bekleiden können, denn seine Athletik ist genau das, was dem Team der Motor City im Frontcourt fehlt.

"Wir freuen uns, Marvin ins Team zu holen. Er passt perfekt in unseren Zeitplan mit den anderen jungen Spielern", erklärte Pistons-GM Troy Weaver nach dem Trade. "Er hatte seine Höhen und Tiefen und muss jetzt erst einmal konstanter werden, den Rest wird sein Talent dann erledigen. Als ich hierher kam, hatten wir nicht viel Talent, einen Spieler wie Bagley zu holen, hilft in dieser Hinsicht."

Bagley selbst zeigte sich nach dem Trade ebenfalls enthusiastisch. "Ich freue mich, es ist ein Neuanfang", erklärte er. "Wir haben hier ein Team mit jungen Spielern, die sich voll reinhängen. Ich will mich coachen lassen und besser werden, deshalb freue ich mich, jetzt in einer Situation zu sein, wo ich nochmal neu anfangen und etwas Besonderes aufbauen kann."

Marvin Bagley: Schafft er es nun aus dem Schatten von Doncic?

Am Ende konnte Bagley auch nichts dafür, dass er vor Doncic und Young gedraftet wurde, beide werden schon jetzt alljährlich ins All-Star Team berufen. Bagley ist dagegen nicht mehr als ein Rotationsspieler und hat in der NBA höchstens für Schlagzeilen gesorgt, als er sich einen Rap-Beef mit Damian Lillard leistete. Und dass er nicht der richtige Pick an Nummer 2 des Drafts war, ist auch klar.

Gleichzeitig muss man festhalten, dass Doncic und auch Young von ihren Teams deutlich mehr Unterstützung bekommen haben und in stabileren Situationen als Sacramento in die NBA starten durften. Beide Franchises hatten einen klaren Plan, wie sie ihre jungen Stars integrieren wollen, eine solche Struktur suchte man für Bagley bei den Kings vergebens.

Ob er bei den Pistons aus dem Schatten der nach ihm gedrafteten Stars heraustreten kann, hängt von Bagley selbst ab. In bislang elf Einsätzen legte er 14,6 Punkte und 7,5 Rebounds auf, was ungefähr seinem Karriereschnitt entspricht. Immerhin präsentiert er sich etwas effizienter (55,5 Prozent True Shooting), doch beispielsweise in Sachen Defense muss man die Fortschritte noch mit der Lupe suchen. In Detroit glaubt man aber offensichtlich an sein Potenzial.

Vor dem Draft 2018 schrieb ESPN über ihn: "Er spielt so, wie er rappt - schnell und smooth." Nun kriegt er eine neue Chance, um zu beweisen, dass er so auch in der NBA auftreten kann.

Die Lottery-Picks des NBA-Draft 2018

#NamePositionTeamCollege/Team
1Deandre AytonCPhoenix SunsArizona
2Marvin BagleyPFSacramento KingsDuke
3Luka DoncicSGAtlanta Hawks (nach Dallas getradet)Real Madrid
4Jaren Jackson, Jr.PFMemphis GrizzliesMichigan State
5Trae YoungPGDallas Mavericks (nach Atlanta getradet)Oklahoma
6Mohamed BambaCOrlando MagicTexas
7Wendell Carter, Jr.CChicago BullsDuke
8Collin SextonPGCleveland CavaliersAlabama
9Kevin KnoxSFNew York KnicksKentucky
10Mikal BridgesSFPhiladelphia 76ers (nach Phoenix getradet)Villanova
11Shai Gilgeous-AlexanderPGCharlotte Hornets (zu Clippers getradet)Kentucky
12Miles BridgesSFLos Angeles Clippers (nach Charlotte getradet)Michigan State
13Jerome RobinsonSGLos Angeles ClippersBoston College
14Michael Porter Jr.SFDenver NuggetsMissouri
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