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NBA-Kolumne Above the Break: Miese Mavs-Offense? Dieses neue Werkzeug von Luka Doncic lässt hoffen

Der nächste Schritt in der Giannis-Evolution

Giannis Antetokounmpo wird nicht müde zu betonen, dass er Kevin Durant für den besten Spieler der Welt hält. Dabei gehört er selbst mindestens rein in diese Konversation, wenn nicht an ihre Spitze. Angesichts der schlechten Bilanz der Nuggets, der Formkrise von Stephen Curry und der Verletzung von Durant hat der Grieche überdies gute Karten auf einen weiteren, seinen dritten MVP-Award.

Giannis verbringt mehr Spielzeit denn je auf der Center-Position und ist in Abwesenheit von Brook Lopez sogar noch wichtiger in der Defense, er ist gleichzeitig einer der besten Roamer und Ringbeschützer der Liga. Zudem bleibt er auch offensiv unstoppable, obwohl seine Quoten etwas niedriger sind als in vergangenen Jahren. Seine Abschlüsse werden nicht leichter, die durchschnittliche Entfernung seiner Abschlüsse vom Korb ist höher als in jedem Jahr seit seiner Rookie-Saison.

Doch Giannis entwickelt sich nicht nur als Scorer. Sein Passing Game ist auf einem neuen Level, obwohl seine Assistzahl (6 pro Spiel) das kaum widerspiegelt - bereits zweimal stand er bei 5,9 im Schnitt, es ist also ein denkbar knappes Career-High. Doch wenn man Giannis' Art von Pässen sieht, zeigt sich ein größerer Unterschied.

In der Vergangenheit bekam Giannis seine Assists simpel gesagt oft deshalb, weil er sehr viel den Ball hatte und als Scorer gefürchtet wurde - er konnte einfache Reads machen, wenn er gedoppelt wurde, war deshalb aber noch nicht gleich ein guter Passer. In dieser Spielzeit liest er das Geschehen besser denn je, eine Tendenz, die sich ja auch schon während der vergangenen Playoffs erkennen ließ.

Giannis spielt bei weitem nicht mehr nur die offensichtlichen Pässe; er scannt das gesamte Feld wesentlich schneller und kann die Defense besser manipulieren. Seine Pässe sind anspruchsvoller, präziser. Kein Spieler hat laut PBP Stats mehr Dreier vorbereitet als er. Auch das Komfortlevel wächst, wie solche Dimes zeigen.

Oder solche ...

"Motherfuckers didn't know I could pass", sagte Antetokounmpo schon kurz nach den Finals zu The Athletic. Mittlerweile sollten sie es wissen.

Selbst wenn die Zahlen es nicht komplett reflektieren, Giannis hat als Passer eine neue Stufe erreicht. Und damit auch als Spieler. Der 26-Jährige bleibt eine Ausnahmeerscheinung in der Liga und ist der Hauptgrund, weshalb Milwaukee trotz einer bisher zerfahrenen Saison ohne jeden Zweifel zu den heißen Titelanwärtern gezählt werden muss.

Und das beste Midseason-Signing ist ...

Es ist ja nicht so, dass es bei den Suns nicht ohnehin schon prächtig laufen würde: Die (mittlerweile deutlich) beste Bilanz der Liga, als einziges Team offensiv wie defensiv in der Top 5, mit guten Aussichten auf einen zweiten tiefen Playoff-Run - die bisher beste Midseason-Verstärkung haben sie sich auch noch geholt.

Damit dürfte tatsächlich niemand gerechnet haben, als Bismack Biyombo am 1. Januar einen 10-Tages-Vertrag in Phoenix unterschrieb, nachdem der Kongolese in der Offseason nirgendwo einen Vertrag erhalten hatte. Doch Biyombo überzeugte vom Start weg so sehr, dass die Suns ihm im Anschluss an die zehn Tage prompt einen Vertrag für den Rest der Saison aushändigten.

Die Zahlen sind bis dato bemerkenswert: Biyombo hat eine On/Off-Differenz von +17 (!), die mit Abstand höchste in Phoenix. In seinen Minuten erlauben die Suns mickrige 97,3 Punkte pro 100 Ballbesitzen, mehr als 6 Punkte weniger als die liga-beste Defense der Golden State Warriors.

So dominant wird es nicht bleiben, Suns-Gegner treffen in den Biyombo-Minuten momentan nur 14 Prozent ihrer Eckendreier, das ist nicht haltbar und liegt auch nicht in seinem primären Aufgabengebiet. Als Ringbeschützer macht Biyombo seine Sache jedoch tatsächlich gut, wie gewohnt in seiner Karriere. Die Überraschung findet indes auf der anderen Seite des Courts statt.

Biyombo hatte sich über die Jahre einen Ruf als offensiv arg limitierter Defensivcenter redlich verdient - nie erzielte er mehr als 7,4 Punkte pro Spiel, war fast immer ineffizient, obwohl er nahezu jeden seiner Abschlüsse am Ring nahm. Biyombo war nicht zuletzt für seine Betonhände bekannt. Einmal in seiner Karriere kam er auf 21 Punkte, 2018 in Diensten der Orlando Magic.

Das hat sich nun verändert. Biyombo legte gegen Indiana erneut 21 auf, gegen San Antonio und New Orleans (und nun Utah) gab es 17 beziehungsweise zweimal 16. Vier der besten zehn Scoring-Games seiner Karriere (immerhin schon 711 Spiele) hatte der Center in seinen bisher neun Einsätzen für Phoenix! Er kommt auf 10,8 Punkte bei 70,2 Prozent aus dem Feld, beides mit großem Abstand Career-Highs.

Die Karriere-Stats von Bismack Biyombo

SpielePunkteFG%ReboundsBlocksAssists
Karriere7115,2536,21,30,6
Phoenix910,870,27,61,21,3

Wie ist das möglich? Wie schon viele Bigs vor ihm profitiert Biyombo ungemein von der Anwesenheit Chris Pauls; der Point God setzt ihn immer wieder stark im Pick'n'Roll ein, mit seiner physischen Dynamik bringt er eine Komponente in die Suns-Offense, die vor allem während der Abwesenheit von Deandre Ayton und JaVale McGee fehlte.

Biyombo setzt gute Screens und bringt jede Menge Energie mit, als Dunker sowie auch als Offensiv-Rebounder - momentan sammelt er komplett alberne 17 Prozent der Fehlwürfe seines Teams wieder ein und stopft sie liebend gerne selbst in den Korb. Gegen Indiana verteilte er gar selbst 5 Assists, teilweise sehenswert aus dem Short Roll, und stellte auch damit einen Karrierebestwert ein.

Suns-Coach Monty Williams hat eine komplizierte Entscheidung vor sich, wenn Ayton zurückkehrt. Dieser wird natürlich seinen Platz als Starter wieder einnehmen, für den Backup-Spot gibt es mit Biyombo und dem ebenfalls sehr soliden McGee nun zwei gute Optionen.

An der aktuellen Siegesserie hat Biyombo in jedem Fall einen (unerwartet) sehr großen Anteil. "Es ist eine Schande, dass er nicht in der Liga war. Er gibt dir alles, was er hat", schwärmte Paul kürzlich.

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