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NBA

NBA: Der Trade von Lauri Markkanen aus drei Perspektiven - Überfälliger Neuanfang beim falschen Team?

Markkanen läuft nicht länger für die Bulls auf.

Markkanen-Trade aus der Perspektive der Bulls und Blazers

Drei Erstrundenpicks gaben die Bulls seit April ab, um zuerst Nikola Vucevic und später DeMar DeRozan zu akquirieren. Zumindest einen konnten sie sich im Rahmen des Markkanen-Deals zurückholen. Ob sich es aber wirklich gelohnt hat, nicht Nance Jr. zu halten und stattdessen noch die Blazers in den Deal einzubinden, muss sich erst noch zeigen.

Im ersten Schritt lässt sich festhalten: Chicago hat für einen Spieler, der nicht länger Teil der Zukunftspläne war, eine Vertragsverlängerung ablehnte und unbedingt weg wollte, zwei Picks erhalten sowie einen Spieler, der nach enttäuschender Saison in Portland etwas zu beweisen hat und den Salary Cap im schlimmsten Fall nur für eine Saison belasten wird. Dies waren exakt die Ziele, die sie in der Causa Markkanen verfolgten.

Mit Derrick Jones Jr. kommt ein High-Flyer nach Illinois, der sich bei den Heat als wertvoller Rollenspieler erwies (8,5 Punkte und 3,9 Rebounds 2019/20) und in der Folge für die volle Midlevel-Exception (2 Jahre/19 Mio.) bei den Blazers unterschrieb. Dort konnte er die Erwartungen nicht erfüllen, weshalb er verständlicherweise die Spieleroption für das zweite Vertragsjahr zog.

In Chicago dürfte er hinter den Startern Lonzo Ball, Zach LaVine, DeRozan, Patrick Williams und Vucevic eine der ersten Optionen von der Bank sein. Aufgrund seines nicht vorhandenen Distanzwurfes - die 31,6 Prozent bei 2,3 Versuchen in der vergangenen Saison waren bereits der beste Wert seiner Karriere - ist er jedoch zwingend darauf angewiesen, von wurfstarken Spielern umgeben zu sein.

Chicago Bulls machen das Beste aus dem Markkanen-Dilemma

Ein solcher könnte Vucevic sein (knapp 40 Prozent über die vergangenen drei Jahre), den er als Small-Ball-Vierer gut ergänzen könnte. Generell scheint es wahrscheinlich, dass er auf dieser Position angesichts des Fehlens von anderen Optionen viele Minuten sehen wird. Aber auch auf den kleineren Positionen dürfte er dank seiner defensiven Stärken eine Hilfe sein.

Im schlimmsten Fall hätten die Bulls Markkanen nach Ablauf der Saison ohne Gegenwert verloren, dieses Szenario konnte das Front Office um GM Arturas Karnisovas verhindern. Sollten die Blazers in der kommenden Saison einen hinteren Playoff-Platz im Westen erreichen, picken die Bulls im Draft 2022 in der Top 20. Ein Jahr später kommt ein gern genommener Zweitrundenpick hinzu, der alternativ auch als Trade-Material herhalten kann.

Bereits vor einem Jahr wurde Chicago mit Jones Jr. in Verbindung gebracht, bereits damals glaubte man offenbar an dessen Potenzial. Verständlich also, unter diesen Bedingungen zuzugreifen. Laut Bobby Marks stehen die Bulls nach diesem Deal 6,4 Millionen Dollar unterhalb der Luxussteuergrenze und 11,8 Millionen unter dem Hard Cap. 13 Spieler sind mit festen Verträgen ausgestattet, mehr als Minimum-Verträge und die Bi-Annual-Exception können nicht mehr ausgehändigt werden. Eine weitere Alternative auf dem Flügel und/oder im Frountcourt würde auch nach dem Erwerb von Jones Jr. nicht schaden.

Larry Nance Jr. in Portland: Eine Hilfe, aber kein Star

Bei der Vorstellung von Markkanen stellte Cavs-GM Altman sicher, sich bei Nance Jr. für dessen Beitrag auf und neben dem Platz zu bedanken. Dieser engagierte sich während der Pandemie intensiv in der Community. Den Blazers dürfte der athletische Wing mit seiner Defense, Flexibilität und seinem verbesserten Dreier sicherlich weiterhelfen.

Die wichtigste Aufgabe für den neuen Head Coach Chauncey Billups ist es, die Defense des Teams zu verbessern, mit dem 28-Jährigen in der Hinterhand dürften die Erfolgschancen dieser Mission gestiegen sein. Nance Jr. ist ein guter On-Ball-Verteidiger, Portland könnte mit ihm auch etwas größer starten und Norman Powell von der Bank bringen.

Während Jones nie so richtig seinen Platz in Portland fand, bringt Nance Jr. etwas mehr Gefahr aus der Distanz mit (36 Prozent), um für Spacing für Damian Lillard und C.J. McCollum zu sorgen. Generell bringt die Akquisition des 27. Pick im Draft 2015 auf dem Papier mehr Balance - der erhoffte neue Star neben Lillard ist er aber nicht.

Reicht das also, um ganz oben anzugreifen? Wohl eher nicht. Da die Blazers zudem einen eigenen Erstrundenpick abgegeben haben, macht dies weitere Trades für einen prominenteren Spieler eher schwieriger, da der Pick für die Bulls bis 2028 Lottery-geschützt ist . Der Vorteil daran: Sollte Lillard doch irgendwann weg wollen, stünde einem Rebuild immerhin nichts im Wege.

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