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NBA Playoffs - Paul George gegen den Spott und die Kritiker: Das Missverständnis "Playoff P"

Paul George erzielte in den Spielen 3 und 4 gegen Utah je 31 Punkte.

Paul George von den L.A. Clippers wird immer wieder Opfer von Häme in den sozialen Medien, teils auch selbst verschuldet durch seine Ernennung zu "Playoff P". 2021 spielt George jedoch starke Playoffs und setzt alles daran, seinen Ruf endlich zu reparieren.

Gibt es neben LeBron James einen Spieler, der mehr Häme in den sozialen Medien ertragen muss als Paul George? Seit dem Kollaps gegen die Denver Nuggets in der Bubble vor einem Jahr vermutlich nicht. Ausdrücke wie "Pandemic P", "Wayoff P", "Playoff Poo" oder "COVID-13" trendeten zu dieser Zeit regelmäßig auf Twitter, auch keine neun Monate später waren die beiden ersten wenig schmeichelhaften Ausdrücke Begleiter dieser Playoffs.

Dabei spielt George bisher eine mehr als ansprechende Postseason. Der 31-Jährige legt im Schnitt rund 25 Punkte, 7 Rebounds und 5 Assists pro Partie auf, vielmehr kann man von einer zweiten Option kaum erwarten. Und doch überwiegen wieder die negativen Aspekte in Georges Spiel.

PG-13 konnte Luka Doncic in der Serie mit Dallas nie stoppen, hinzu kamen seine Foulprobleme in Spiel 5, die den Mavs eine 3-2-Serienführung bescherten. Abgesehen davon spielte der Forward eine gute Serie, indem er den Korb gnadenlos attackierte, kaum ineffiziente lange Zweier nahm und die Offense während Kawhi Leonards Pausen am Laufen hielt.

Paul George: Dunkle Bubble-Zeit und Depressionen

Und doch waren häufiger Georges Aussagen nach den Spielen ein Thema. Mal philosophierte PG über fehlende Calls, mal darüber, dass Rollenspieler auswärts besser treffen würden. George sagt gerne seine Meinung, das war schon immer so, auch deswegen forcierte er einen Trade aus dem zu "kleinen" Indiana. George wollte das Rampenlicht, wollte die Aufmerksamkeit und muss nun damit leben, was all dies mit sich bringt.

Die Reporter rund um die Clippers haben erkannt, dass George nicht davor zurückscheut, kontroverse Dinge zu sagen. Anders als zum Beispiel Leonard, der während einer Saison über Wochen überhaupt nicht spricht oder nur wenige Krümel in Form von Floskeln liegen lässt. Es verwunderte also nicht, dass nach dem Bubble-Aus die Worte von George für Schlagzeilen sorgten, als dieser angab, dass die Saison nicht "Championship or Bust" war.

Es waren dunkle Wochen für George, dem in der Bubble die Decke über dem Kopf zusammenfiel. "Ich habe den mentalen Aspekt komplett unterschätzt", gab George noch während der Erstrundenserie gegen Dallas zu. "Ich hatte Angst, eine kleine Depression, weil ich hier eingesperrt war. Ich war nicht ich selbst. Ich war einfach nicht da."

Mutige Worte eines Sportlers, bedenkt man, wie oft diese als moderne Gladiatoren, als starke Männer ohne Alltagsprobleme angesehen werden. George scheute die Reaktionen nicht, gab seinen Kritikern aber wieder Futter - wie schon so oft in seiner Karriere.

Paul George: Playoff P entstand gegen Utah

2017 hatte George einen Werbespot gedreht, in welchem er den entscheidenden Wurf für Indiana traf. Blöd nur, dass der All-Star bis dahin noch nie einen solchen Moment im realen Leben hatte. Es sollte noch fast zwei Jahre dauern, bevor er im Dezember 2018 seinen ersten Gamewinner traf - damals bereits im Jersey der OKC Thunder.

Wenige Monate später entstand auch Georges Spitzname "Playoff P". OKC hatte mit Russell Westbrook, Carmelo Anthony und eben George eine eigene Big Three kreiert und traf in Runde eins auf die Utah Jazz um einen groß aufspielenden Rookie Donovan Mitchell.

Es sollte Georges Verantwortung werden, Mitchell zu verteidigen, und entsprechend wurde er von den Reportern nach der bevorstehenden Aufgabe gefragt: "Ihr habt alle noch nicht Playoff P kennengelernt, oder?", fragte George in die Runde und erklärte sich auch noch in der dritten Person: "Es macht Spaß, ihm zuzuschauen. Ich fokussiere mich dann voll und befinde mich im Tunnel."

George führte über die Serie das Reden in der dritten Person fort, die Resultate stellten sich aber nicht ein. Mitchell dominierte die Serie und führte den Underdog zu einem 4-2-Erfolg, während George im entscheidenden Spiel 6 abtauchte und mehr Turnover (6) als Punkte (5, 2/16 FG) verbuchte.

Paul George: Die Clippers sprechen das Vertrauen aus

Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde George jede Menge Spott entgegengebracht, auch wenn er für OKC eine MVP-würdige Saison folgen ließ. Die Erinnerung bleibt eine andere, nämlich der Serienwinner von Damian Lillard über eben George in der ersten Runde der Playoffs, den PG-13 im Anschluss als "schlechten Wurf" einstufte.

George fehlen die Erfolge in den Playoffs, lediglich mit den Pacers erreichte er zweimal die Conference Finals (2013, 2014). Damals war ein junger George bereits der beste Spieler seines Teams, gefühlt ist das aber bereits zwei Generationen her. Die Clippers bauen trotzdem auf den Flügelspieler, die Vertragsverlängerung in der Offseason (4 Jahre, 190 Millionen Dollar) ist dafür der beste Beweis.

Und noch haben die Clippers gute Karten. Zum bereits zweiten Mal in dieser Postseason haben die Kalifornier einen 0-2-Rückstand aufgeholt, gegen Utah war es vor allem George, der die Wende einleitete. "Sobald er seinen Rhythmus findet und einige Würfe trifft, ist sein Einsatz ansteckend", lobte Reggie Jackson nach Spiel 3, als George 31 Punkte erzielte.

Zwei Tage später kam George auf die gleiche Ausbeute und übernahm im vierten Viertel Verantwortung, als Leonard mit Knieproblemen draußen saß und die Jazz noch einmal an einem Comeback arbeiteten. Ein offener Dreier, dazu ein schwerer Floater übers Brett - George verhinderte im Alleingang, dass Utah den Rückstand noch einmal in den einstelligen Bereich drücken konnte.

Paul George: Seine Statistiken in der Serie gegen die Utah Jazz

SpielMinutenPunkteFGs3PFTReboundsAssistsTO
137:00204/173/89/101022
243:36278/182/69/91064
337:593112/246/101/2354
440:14319/204/109/10944
AVG39:4227,38,3/19,73,7/8,57/7,784,33,5

Paul George: Rat von Mr. Big Shot

Es waren die Situationen, in denen George früher abtauchte, diesmal lieferte er. Der Forward wirkt inzwischen reifer, vor allem auf dem Feld. Die Turnover-Problematik bleibt, doch unter Anleitung von Assistant Coach Chauncey Billups hat George in Sachen Playmaking noch einmal einen notwendigen Schritt gemacht, da es den Clippers weiterhin an einem echten Spielmacher fehlt (Rajon Rondo wurde die letzten drei Partien nicht eingesetzt).

"Chauncey ist ein toller Mensch, den ich immer um Rat fragen kann", sagte George zu Ramona Shelburne (ESPN) zum Einfluss von Mr. Big Shot. "Er weiß so viel über die Entscheidungsfindung, das Tempo und viele andere Sachen, die nur ein echter Point Guard versteht."

Nun wird aus George nie ein echter Floor General, aber gerade in der Mavs-Serie las der Forward das Spiel oftmals richtig und brachte die Defense mit schnellen und klugen Pässen zum Rotieren. Gegen Utah tritt George wieder mehr als Scorer in Erscheinung, zwei Spiele in Folge haben die beiden Clippers-Stars nun mindestens je 30 Zähler erzielt, beide Male wurde gewonnen. Die Statistik spricht weiterhin gegen die Clippers, nur 14 von 214 Teams gelang es in der Playoff-Geschichte nach zwei Auswärtspleiten zum Start die Serie noch zu gewinnen, das sind rund 6 Prozent.

Dennoch: Mit 2-2 geht es nun zurück nach Salt Lake City, jenem Ort, an dem der Spott vor drei Jahren so richtig Fahrt aufnahm. Geht es nach George, dann wird es in dieser Saison die letzte Reise zum Salzsee sein. "Wir haben uns ein Ziel gesetzt und das Ziel ist es, nicht noch einmal dort antreten zu müssen."

Jazz vs. Clippers: Die Serie im Überblick - Stand: 2-2

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnis
19. Juni4 UhrJazzClippers112:109
211. Juni4 UhrJazzClippers117:111
313. Juni2.30 UhrClippersJazz132:106
415. Juni4 UhrClippersJazz118:104
517. Juni4 UhrJazzClippers
619. JunitbaClippersJazz
7*21. JunitbaJazzClippers

 

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