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NBA

NBA Playoffs - L.A. Clippers vor Spiel 3 gegen Dallas Mavericks: Hier bereiten Doncic und Co. dem Titelkandidaten Probleme

Von Robert Arndt
Kawhi Leonard ist bislang der beste Clippers-Spieler in der Serie gegen Dallas.

Die L.A. Clippers gingen als haushoher Favorit in die Serie mit den Dallas Mavericks. Nun hat aber jedes Team je ein Spiel gewonnen und der Außenseiter aus Texas war über große Teile der beiden Spiele das bessere Team. Müssen sich die Clippers nun Sorgen machen? Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass vor allem die so hochgelobte Verteidigung große Probleme gegen Luka Doncic und Co. hat.

"Ich bin ehrlich, im Moment spielen sie einfach besser als wir." Clippers-Coach Doc Rivers nahm nach der überraschend deutlichen Niederlage seiner Mannschaft gegen die Dallas Mavericks in Spiel 2 der ersten Playoff-Runde kein Blatt vor den Mund. "Ihre Bank hat unsere Bank und auch unsere Starter dominiert."

Man mag Rivers zu 100 Prozent zustimmen. Natürlich überragte Luka Doncic in der ersten Halbzeit mit 22 Punkten, doch die Entscheidung zugunsten der Mavs fiel, als der Slowene mit fünf Fouls auf der Bank schmorte. Die Mavs waren bereit für die Aufgabe, nachdem L.A. in den ersten Minuten von Spiel 1 ein Zeichen gesetzt hatte und überfallartig mit 18:2 führte.

Ein wichtiger Bestandteil dieses Laufs war Patrick Beverley, dem bereits nach wenigen Sekunden ein Steal gelang und der damit den Takt angab. Dallas und insbesondere Doncic erholten sich zwar vom frühen Druck, gaben den Auftakt aber dennoch ab. In Spiel 2 fehlte nun der Point Guard der Clippers wegen einer Wadenverletzung und sein Fehlen bemerkte man an allen Ecken und Enden.

L.A. Clippers: Patrick Beverleys Ausfall schmerzt

Denn so tief der Kader der Clippers auch daherkommt, er besitzt auch einige Schwächen insbesondere am defensiven Ende, zumindest in Nuancen, die Dallas ausnutzte. So elitär George und Leonard auch als Verteidiger sind - bislang aber nicht auf dem Niveau der vergangenen Jahre -, ist Beverley der einzige Spieler im Kader, der schnelle Guards unter Kontrolle bringen kann.

Sein Fehlen löste jedoch eine Kettenreaktion aus. Reggie Jackson ist als Verteidiger auf diesem Niveau überfordert, gleiches gilt für Lou Williams und auch Landry Shamet, die vermehrt gegen Guards wie Trey Burke oder Seth Curry ran mussten. Auffällig war dabei, dass sie nicht nur viel zu oft im Eins-gegen-Eins geschlagen wurden, sondern auch nicht auf Details achteten. Mehrfach ließen sie die Mavs-Guards über ihre starke Hand (also rechts) penetrieren. Das sind eigentlich Dinge, die in jedem Scouting-Report stehen.

Vielleicht war man sich bei den Kaliforniern auch etwas zu sicher. Die drei Spiele in der regulären Saison gingen schließlich alle an die Clippers, hinzu kam der gute Auftakt im ersten Spiel. Gleichzeitig sind die Clippers weiterhin nicht so eingespielt wie sie es gerne wären. Williams, Shamet, Ivica Zubac oder auch Montrezl Harrell waren in Orlando aus diversen Gründen lange nicht beim Team.

L.A. Clippers: Small Ball keine gute Lösung?

Gerade Letzterer stieß erst kurz vor dem Playoff-Start zum Team und wirkt außer Form. In Halbzeit eins machte Boban Marjanovic (12 Punkte, 9 Rebounds in nicht einmal 10 Minuten) Harrell gleich mehrfach nass - natürlich vornehmlich durch seine Größenvorteile. Auf der anderen Seite konnte dies Harrell aber nicht mit seiner Schnelligkeit kontern, es scheint weiterhin an Spritzigkeit zu fehlen.

So setzte Rivers im Schlussabschnitt vor allem auf Marcus Morris als Center, der zwar gewiss zäh ist, aber eben auch nicht den Korb beschützen kann. Das ist oft das Problem mit Teams, die auf kleine Aufstellungen setzen. Golden State hatte über die Jahre in Draymond Green einen Spieler, der als kleiner Fünfer auch dies liefern konnte, gewissermaßen ist er aber einzigartig.

Houston probiert es im Moment mit P.J. Tucker, doch die Rockets besitzen darüber hinaus starke Verteidiger, die stets Hilfe schicken. Bei den Clippers war das bei all den Qualitäten ihrer Flügelzange Kawhi/PG-13 nur selten sichtbar, manchmal war es auch nicht möglich. Im Prinzip stehen 48 Minuten lang vier zu respektierende Schützen bei den Mavs auf dem Feld, alles kann dieser historisch guten Offensive nicht weggenommen werden.

L.A. Clippers: Alles können sie den Mavs nicht nehmen

In Spiel 2 hatten die Clippers auch enorme Probleme mit Kristaps Porzingis. Der Lette erzielte zwar "nur" 23 Punkte, machte aber vielleicht eines seiner besten Spiele im Trikot der Mavs. Sein Distanzwurf muss respektiert werden - und das taten die Clippers auch. Ivica Zubac verbrachte große Teile seiner Minuten damit, das Einhorn oder auch Maxi Kleber an der Dreierlinie zu bewachen. Die Zone war somit völlig offen, womit wir wieder bei der ständigen Penetration der Guards und auch Luka Doncic wären.

Die Mavs nahmen 43 Abschlüsse in der Zone (zwölf mehr als noch in Spiel 1) und erzielten damit 46 Punkte. In Spiel 1 hatten die Clippers noch 43 Dreierversuche abgegeben, diesmal war der Perimeter besser bewacht - allerdings zu Lasten der Verteidigung in der Zone. Dallas half aber noch ein weiterer Umstand, der ein wenig überraschend daher kommt, wenn man die komplette Saison über betrachtet.

Über die Saison nahmen die Mavs nur durchschnittlich zehn Würfe aus der Mitteldistanz, in Spiel 2 waren es gleich 16, wovon sie die Hälfte versenkten. Das könnte für die Texaner auch in den kommenden Spielen interessant bleiben. L.A. wird ihnen diesen Wurf geben, die vergangenen Jahre in den Playoffs haben gezeigt, dass es enorm wertvoll ist, diesen als ineffizient verschrienen Wurf als Waffe im Arsenal zu haben.

L.A. Clippers: Wo ist Paul George?

Doch was bedeutet das nun für die Serie? Nun, Dallas hat streng genommen sechs der ersten acht Viertel dieses Matchups dominiert, was in dieser Form nicht zu erwarten war. Gerade defensiv scheint die fünftbeste Verteidigung der Liga Probleme mit Dallas zu haben. Andererseits hielt die chronisch schwache Mavs-Defense L.A. bei 105,6 Punkten pro 100 Ballbesitzen, das ist ein aus Mavs-Sicht herausragender Wert.

So stabil der Angriff ist, so wenig konstant ist die Defense. Die Clippers werden sich steigern, womöglich an beiden Enden des Feldes. Als Beispiel darf PG-13 herhalten, der in der Nacht auf Donnerstag mit 14 Punkten und nur 4/17 aus dem Feld richtig schwach war. Überhaupt nahm George nur drei Würfe in der Zone (1/3 FG), was viel zu wenig war. Kawhi Leonard lieferte mit durchschnittlich 32 Punkten bisher ab, George hingegen noch nicht, obwohl Dallas eigentlich kein geeignetes Matchup für ihn besitzt.

Alleine dieser Umstand zeigt, dass bei den Clippers noch jede Menge Steigerungspotenzial vorhanden ist. Trotz der Niederlage bleiben die Kalifornier der Favorit in dieser Serie, die Mavs haben es aber immerhin geschafft, diese interessant zu halten. Ein Spaziergang wird es für das Team von Doc Rivers nicht - vor allem wenn sie nicht beginnen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

L.A. Clippers vs. Dallas Mavericks: Der Spielplan der Serie

SpielDatumUhrzeitTeam 1Team 2Ergebnis
118. August3 UhrL.A. ClippersDallas Mavericks118:110
220. August3 UhrL.A. ClippersDallas Mavericks114:127
322. August3 UhrDallas MavericksL.A. Clippers
423. August21.30 UhrDallas MavericksL.A. Clippers
526. August3 UhrL.A. ClippersDallas Mavericks
6*27. AugusttbaDallas MavericksL.A. Clippers
7*29. AugusttbaL.A. ClippersDallas Mavericks
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