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NBA - Philadelphia 76ers suchen weiter nach der Form: Löchrige Defense, Zoff und jede Menge Phrasen

Ben Simmons und Joel Embiid sind die Stars der Philadelphia 76ers.

Die Philadelphia 76ers haben mit Hängen und Würgen die San Antonio Spurs mit 132:130 geschlagen. Zum Held wurde ausgerechnet Shake Milton, der gegen die Indiana Pacers eine katastrophale Leistung ablieferte. Der Sieg täuscht aber nicht darüber hinweg, dass es weiterhin große Probleme innerhalb des Teams gibt.

Der Sport schreibt gerne die verrücktesten Geschichten, sodass Journalisten gerne auf die Phrase "Ausgerechnet ..." zurückgreifen, manchmal geschieht das inflationär. Im Falle von Shake Milton in der vergangenen Nacht ist das aber mal wieder durchaus angebracht. Ausgerechnet Milton war es, den die Spurs in den Schlusssekunden frei stehen ließen, sodass dieser den entscheidenden Dreier zum Sieg traf.

"Nicht viele wollen in dieser Situation so einen Wurf nehmen. Shake hat hingegen nicht gezögert und nach seiner Performance in unserem ersten Spiel war er für uns enorm hilfreich", freute sich auch Coach Brett Brown für seinen Point Guard.

Philadelphia 76ers: Embiid und Milton geraten gegen Indiana aneinander

Brown erwähnte aber auch das erste Spiel, welches die Sixers gegen ein Pacers-Team ohne Malcolm Brogdon sowie Domantas Sabonis verloren. Es war der erste Elchtest für das neuformierte Philly-Team mit Ben Simmons als Power Forward und eben Milton als nominellen Spielmacher.

Es verkam zu einem Debakel, woran auch Milton seinen Anteil hatte. 0 Punkte, nur ein Wurf sowie 3 Turnover in 19 Minuten sahen nicht nur im Boxscore schlimm aus. Milton wirkte überfordert und konnte zu keinem Zeitpunkt an seine guten Vorstellungen vor der Corona-Pandemie anknüpfen.

Das brachte unter anderem Joel Embiid im ersten Viertel auf die Palme, der All-Star maulte mehrfach auf dem Court gegen seinen neuen Spielmacher und stand sinnbildlich für eine rätselhafte Leistung der Sixers.

Philadelphia 76ers: Probleme im Schlussviertel

So reichte auch die Monster-Vorstellung von Embiid (41 Punkte, 21 Rebounds) nicht, was diesen sichtlich frustrierte. Brown versuchte den Vorfall direkt nach dem Spiel etwas herunterzuspielen: "Man will so etwas nicht sehen, aber wenn mal so ein Gespräch notwendig ist, dann muss man dieses Gespräch führen. Ich glaube schon, dass dies dem Team helfen kann."

Auch Embiid wollte im Anschluss nichts mehr davon wissen. "Das ist Basketball. Jeder macht Fehler, so etwas passiert. Wir haben über das Spiel diskutiert und versucht, eine Lösung zu finden. Es ist alles nicht so tragisch."

Milton schaute schließlich dennoch große Teile der zweiten Halbzeit nur zu (auch wegen Foulproblemen), stattdessen entschied sich Brown in der Schlussphase dazu, den doch eher limitierten Raul Neto einzusetzen. Dass die Sixers unfassbare 46 Punkte im Schlussabschnitt zuließen, war aber nicht nur der Leistung der/des Point Guards zuzuschreiben.

Philadelphia 76ers: Wann wird der Schalter endlich umgelegt?

So erwischte auch Ben Simmons einen rabenschwarzen Tag und ließ sich vom brandheißen T.J. Warren (53 Punkte) regelrecht vorführen. Laut stats.nba.com traf der Pacers-Forward neun von zehn Würfen, wenn er vom Australier direkt verteidigt wurde. Das ist schlichtweg nicht akzeptabel für einen Spieler vom Kaliber eines Simmons, der gerne ein All-Defense-Spieler in der NBA sein will.

Wer gegen die Spurs nun eine Trotzreaktion erwartet hatte, wurde trotz des Sieges enttäuscht. Philly kassierte wieder 130 Punkte, davon 43 im vierten Viertel und verspielte so beinahe eine zweistellige Führung in den letzten zwölf Minuten. Entsprechend unzufrieden zeigte sich auch Brown: "Das ist richtig beschissen", antwortete der Coach auf die Frage nach den Vorstellungen seines Teams in den bisherigen Schlussabschnitten.

"So werden wir nichts erreichen. Wir müssen den Schalter endlich umlegen und unsere Einstellung ändern. Wir haben da keine Wahl, das ist alternativlos!" Es ist nicht das erste Mal, dass Brown solche Worte im Laufe der Saison wählte, nur Veränderung scheint sich einfach nicht einzustellen.

Philadelphia 76ers: Kein elitäres Defensiv-Team

Nach Warren fanden die Sixers diesmal gegen DeMar DeRozan (30 Punkte) und Backup Rudy Gay (24) keine Lösungen. Noch vor der Saison vermuteten viele, dass Philadelphia eines der besten Defensiv-Teams der Liga sein kann, gerade in Orlando ist davon bisher nichts zu sehen. In den bisherigen beiden Spielen kassierten Embiid und Co. satte 123,0 Punkte pro 100 Ballbesitze, nur Portland und Sacramento waren in der Bubble schlechter.

"Wir wollen das beste Defensiv-Team der Liga sein", betonte der Center einmal mehr. "Wir müssen den Kampf endlich annehmen. Es geht nicht nur um das vierte Viertel, sondern um das komplette Spiel. Wir konnten unsere Gegenspieler nicht vor uns halten und ich muss dafür sorgen, dass der Ring beschützt wird."

Und so wurde es sogar an einem Abend knapp, an dem die Sixers starke 45 Prozent von der Dreierlinie (14/31) versenkten. Fünf davon trafen die Sixers im dritten Viertel - als der unauffällige Simmons (8 Punkte, 4/6 FG, 5 Assists) mit Foulproblemen auf der Bank saß. In den gut neun Minuten ohne den Australier legten die Sixers einen 22:12-Lauf hin und plötzlich klickte auch das Spiel für den "Gastgeber".

Philadelphia 76ers: Der restliche Spielplan der Seeding Games

DatumUhrzeitGegnerÜbertragung
5. August22 UhrWashington WizardsLeague Pass
8. August0.30 UhrOrlando MagicLeague Pass
10. August0.30 UhrPortland Trail BlazersDAZN
11. August22.30 UhrPhoenix SunsLeague Pass
13. August0.30 UhrToronto RaptorsLeague Pass
14. AugusttbaHouston Rocketstba

Philadelphia 76ers: Milton verhindert die Blamage

Simmons' Platz nahm Horford ein, der im Gegensatz zum Rest der Saison mit Embiid harmonierte. Der Ball lief, es wurden offene Dreier herausgespielt und am hinteren Ende seriös verteidigt - bis eben wieder dieses Schlussviertel kam, in welchem Simmons knapp drei Minuten vor dem Ende ausfoulte.

So sah der frühere Top-Pick von der Bank aus, wie die Sixers scheinbar einer Niederlage entgegentaumelten, um dann ausgerechnet dank Milton den Schaden doch noch in Grenzen zu halten. Durch den Erfolg halten die Sixers Anschluss an Indiana und die Heat, die im Moment die Plätze vier und fünf belegen.

Es ist nicht auszuschließen, dass die Sixers trotz des Fehlstarts weiter klettern werden. Nach New Orleans hat Philly den leichtesten Spielplan vor der Brust, mit Toronto und Houston warten nur noch zwei Teams mit einer positiven Bilanz. In diesen sechs Spielen müssen die Sixers nun endlich zusammenfinden, sonst droht bereits in Runde eins der Super-GAU. Im Moment ist dies wahrscheinlicher als ein tiefer Playoff-Run.

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