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NBA - Dion Waiters bei den Los Angeles Lakers: Nicht mehr einsame Insel

In bisher drei Spielen für die Lakers seit dem NBA-Restart kommt Dion Waiters auf 10 Punkte und 2,3 Assists im Schnitt.

Dion Waiters feiert bei den Los Angeles Lakers eine kleine Renaissance. Zu Beginn der Spielzeit machte der Shooting Guard bei den Miami Heat fast nur mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam, doch die Lakers gaben Waiters eine Chance und das Enfant terrible scheint sie zu nutzen - vor allem, weil er Qualitäten mitbringt, an denen es im Kader um Superstar LeBron James mangelt.

Die Lakers treffen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag auf die Oklahoma City Thunder. Ab 0.30 Uhr geht es los - und mit dem kostenlosen Probemonat von DAZN seid Ihr live dabei!

In den vergangenen Jahren ist es einsam geworden auf Waiters Island. Der Shooting Guard fehlte große Teile der vergangenen Saison, in dieser Spielzeit stolperte der 28-Jährige von einer Suspendierung zur nächsten. Eine einst vielversprechende Karriere auf dem absteigenden Ast, langsam aber sicher nahmen selbst die treuesten Fans Abstand. Und die Heat versuchten verzweifelt, Waiters und seinen Vertrag (25 Mio. Dollar bis 2021) loszuwerden.

Im Zuge des Trades für Andre Iguodala war es aus Sicht Miamis im Februar endlich soweit, mit Memphis wurde doch noch ein Abnehmer gefunden. Die Grizzlies wollten mit dem faulen Apfel aber nichts zu tun haben und entließen Waiters umgehend. Man habe Angst gehabt, dass er die Harmonie im Team gefährden könnte, hieß es aus Kreisen der Grizzlies. Der Tiefpunkt für Waiters.

Knapp einen Monat später fand das Enfant terrible schließlich doch noch ein Zuhause. Die Lakers legten einen Minimal-Vertrag auf den Tisch, nachdem er in einigen Trainingseinheiten einen guten Eindruck hinterlassen hatte. "Ich habe aus meinen Fehlern gelernt", bekräftigte Waiters nach der Vertragsunterzeichnung.

Dion Waiters bei den Lakers: Vertrauen von Coach Frank Vogel

"Wir sollten nicht zu viel in der Vergangenheit bohren. Wir leben, um zu lernen, und das habe ich getan. Die Lakers haben das verstanden, wir sind schnell zu einer Einigung gekommen", so Waiters weiter. Der Vergangenheit sollte damit auch die unsägliche Episode angehören, als Waiters auf einem Flug der Heat eine Panikattacke erlitten hatte, weil er mit THC versetzte Gummies (welche er angeblich von einem Mitspieler bekam) eingenommen hatte.

Die Lakers sahen darüber hinweg, auch in dem Glauben, dass bereits der ebenfalls als schwierig geltende Dwight Howard sich in ihr Konstrukt eingeordnet hatte. Bisher scheint dieser Plan aufzugehen. Schon in den Scrimmages machte Waiters eine gute Figur und auch in den ersten drei Spielen nach dem Restart war Waiters ein belebender Faktor im Spiel der Lakers.

"Er gibt uns mehr Dynamik", lobte Lakers-Coach Frank Vogel. "Wir haben einige Spieler, die aus dem Stand werfen können, aber Dion gibt uns eine andere Dimension. Er kann mit dem Ball umgehen, Pick'n'Rolls laufen und auch schwere Würfe treffen. Wir freuen uns, dass er nun in unserem Team ist."

Dion Waiters: Beziehung mit LeBron James ist intakt

Gerade die Fähigkeit, Offense zu initiieren, ist für die Lakers wertvoll. In diesem Bereich lastete vor allem auf LeBron James viel Druck, womöglich sogar zu viel, insbesondere während des Ausfalls von Rajon Rondo. Waiters hält die Offense in den Minuten ohne LeBron am Laufen und kann auch als sekundärer Spielmacher neben dem King koexistieren.

Vor einigen Jahren war das noch anders. Als LeBron 2014 nach Cleveland zurückkehrte, war speziell Waiters das Sorgenkind, weil der ehemalige Nr.4-Pick der Cavs von 2012 es nicht gewohnt war, große Teile des Spiels abseits des Balles zu verbringen. Nach nur 40 Spielen tradeten die Cavs den Guard zu den Oklahoma City Thunder und bekamen im Gegenzug Iman Shumpert sowie J.R. Smith von den Knicks, der nun auch im Kader der Lakers steht.

Dass er und LeBron damals Differenzen hatten, bestreitet Waiters heute im Übrigen: "Die Leute wissen gar nicht, dass mich LeBron damals aufgenommen hat. Ich habe jeden Tag Zeit mit ihm verbracht, jeden Tag. Viele Dinge, die damals geschrieben wurden, waren falsch, aber so ist das eben mit den Medien."

Dion Waiters: Die Statistiken seiner NBA-Karriere

TeamSaisonsSpiele / MinutenPunkteReboundsAssistsFG%3FG%
Cavs2012/13 - 2014/15164 / 28,114,32,42,842,032,8
Thunder2014/15 - 2015/16125 / 28,610,92,71,939,634,3
Heat2016/17 - 2019/20123 / 28,313,92,93,641,336,8
Lakers2019/203 / 20,710,02,02,340,721,4
Gesamt8415 / 28,313,12,72,841,234,7

Dion Waiters: Besser als sein Ruf

Dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass ein veränderter Waiters in der Bubble angekommen ist. Er selbst beschreibt dies als Reifeprozess: "Ich bin inzwischen dreifacher Vater, ein bisschen älter und auch ein bisschen weiser. Ich möchte nur noch Basketball spielen und für meine Familie sorgen."

Und so sieht das dann auch auf dem Feld aus. Natürlich nimmt Waiters weiterhin Würfe, die er nicht nehmen sollte, doch die Unkonzentriertheiten sind seltener geworden. Er hat sich tatsächlich eingeordnet und startet seine Attacken dosiert.

Das mag verwunderlich klingen, doch Waiters agierte auch in seiner letzten vollen Saison für die Heat besser als sein Ruf - Verletzungen und Eskapaden überdeckten danach das Sportliche. So legte Waiters unter anderem über große Teile der 16/17-Saison fast 5 Assists pro Spiel auf. Er ist zwar kein klassischer Floor General vom Schlage eines Rondos, aber dennoch ein überdurchschnittlicher Passgeber.

In Ansätzen sah man dies beim 116:108-Sieg der Lakers gegen die Utah Jazz. Zweimal zog Waiters in Richtung Korb, beide Male musste Jazz-Center Rudy Gobert in seine Richtung rotieren. Anthony Davis stand derweil völlig frei an der Dreierlinie und vollendete beide Male das Pick'n'Pop. Es mag simpel klingen, aber es ist eine Qualität, die die Lakers dringend benötigen.

Dion Waiters: Ein Schnäppchen für die Lakers

Trotz einer 2-1-Bilanz nach dem Restart hakt es vor allem in Angriff, hier sind die Lakers bisher das schlechteste Team der Bubble (Offensiv-Rating von 100,6). In den Minuten mit Waiters steigt der Wert um über 20 Punkte an. Zwar ist die Stichprobe noch sehr klein, die These, dass Waiters bisher zu überzeugen wusste, unterstreicht es dennoch.

Unterschätzt wird auch sein Wert in der Verteidigung. Dass Waiters auch dort brauchbar ist, deutete er bereits in den Playoffs 2016 an, als die Thunder die 73-9-Warriors an den Rand einer Niederlage brachten. Mit 1,91 Meter ist er zwar etwas klein, dies gleicht Waiters aber mit seinem bulligen Körper aus, dank dem er auch nach Switches zumindest Gegenwehr leisten kann.

Das wurde von Vogel in den ersten Partien belohnt, Waiters bekam in seinen ersten drei Spielen mit den Lakers 20 Minuten im Schnitt. Viel mehr sollte es auch nicht werden, denn bei all seinen Qualitäten bleibt Waiters eben doch ein Spieler mit Lücken, der über eine Serie attackiert werden kann. Für das Minimum ist Waiters dennoch ein Schnäppchen und eine Win-Win-Situation für beide Parteien.

"Wenn du jung bist, willst du in dieser Liga etwas erreichen und ich denke, dass mir LeBron damals damit helfen wollte. Ich war aber einfach zu stur. Mit jetzt 28 Jahren verstehe ich es. Ich habe viel durchgemacht und nun meinen inneren Frieden gefunden", sagt Waiters. Bestätigt sich dieser Eindruck, ist bald wieder deutlich mehr los auf Waiters Island.

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