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NBA

NBA Above the Break: Luka Doncic, Rick Carlisle und die Crunchtime-Probleme der Dallas Mavericks

Luka Doncic ist am Ende von Spielen noch zu oft ohne echten Plan unterwegs.

These 3: Es fehlt an weiteren Playmakern

Lassen wir Folgendes nicht unter den Tisch fallen: Abgesehen von Doncic haben die Mavs unheimlich wenig Playmaking und Ballhandling im Kader, speziell seit dem Ausfall von Jalen Brunson, aber auch zuvor schon. Dass J.J. Barea gegen Sacramento entmottet und zum Starter beordert wurde, zeigte auf, dass auch Carlisle hier dringenden Bedarf sieht.

Die Mavs haben zwar eine Vielzahl verschiedener Guards - Seth Curry, Delon Wright, Barea, Brunson, nun Burke - die man mit Doncic kombinieren kann, die Idealvorstellung wäre jedoch eine Kombination aus ihnen: Mit Shooting und Off-Ball-Movement wie Curry, (Pick'n'Roll)-Spielwitz wie Barea, Defense und Athletik wie Wright ... die ideale Lösung ist noch nicht gefunden. Weshalb Dallas diese womöglich außerhalb finden muss:

@msl93l: Wie konnten die Mavs so ne gute Offense haben, obwohl sie nur einen einzigen überdurchschnittlichen Ballhandler in Luka haben? Der 2. beste Ballhandler ist vermutlich schon Trey Burke -> schlechtes Zeichen. Soll man sich im Sommer um Dragic bemühen?

Zur ersten Frage: Doncic, das System, (normalerweise) gute Rollenspieler, Fokus auf die richtigen Abschlüsse, ein mittlerweile legitimer zweiter Star in Porzingis und noch einmal Doncic. Tatsächlich funktionierte die Offense ja auch ohne Doncic gut, das Offensiv-Rating liegt dann immer noch bei 112,1. Er ist aber der treibende Faktor, der es überwiegend herausragend geschafft hat, verschiedene Mitspieler wie etwa auch Dwight Powell (der schmerzlich vermisst wird) in Szene zu setzen.

Es fehlt jedoch bisweilen an einem echten Konterpart. Die Frage wurde schon laut, ob Doncic einen "echten" Floor General neben sich braucht - das ist zu verneinen. Es ist der richtige Ansatz, ihm den Großteil der offensiven Last zu überlassen, es braucht eher einen sekundären Playmaker, der selbst auch eine gewisse Dynamik auf dem Weg zum Korb mitbringt und werfen kann.

Dragic ist ein logischer Kandidat dafür. Der Dragon wird Free Agent, kennt Doncic aus der slowenischen Nationalmannschaft, die Mavs versuchten bereits vor der laufenden Saison, für ihn zu traden. Aufgrund seines Alters (34) und einem nicht herausragenden Wurf (Karriere: 36,4 Prozent Dreier) wäre Dragic kein perfekter Fit, aber er würde kurzfristig ein großes Upgrade darstellen.

Die bestmögliche Lösung in der kommenden Free Agency wäre Fred VanVleet, der jünger ist, besser verteidigt und stabiler wirft, allerdings dürfte er finanziell außer Reichweite sein, sofern Tim Hardaway Jr. wie erwartet seine Spieler-Option zieht. Es ist aber zu erwarten, dass Dallas hier in gewisser Weise aktiv wird, ohne dabei aber den Status: "Doncic: Point Guard" zu verändern.

These 4: Die Mavs haben überdurchschnittlich oft Pech

Werden wir noch mal ein bisschen theoretisch: Die Mavs haben in dieser Saison überdurchschnittlich viele enge Spiele verloren, die Statistiken am Ende von Spielen sprechen eine klare Sprache - aber: Trotzdem ist die Stichprobe klein! Die Clutch-Minuten der Mavs in dieser Spielzeit belaufen sich auf 147, das sind bloß drei NBA-Spiele und eine halbe Overtime.

Die Probleme sind zu offensichtlich, als dass man nur von Pech reden könnte, zu oft haben die Mavs Führungen verspielt und sich am Ende an den Kopf gefasst, weil sie selbst nicht glauben konnten, wie sie dieses Spiel nun wieder vergeigt haben. Sie haben viele Fehler begangen, die so unerfahrene Teams jederzeit begehen können.

Man sollte sich aber nicht entmutigen lassen: Die Stichprobe von Minuten, in denen die Mavs das tolle Offensiv-Rating und das drittbeste Net-Rating der Western Conference fabriziert haben, ist weitaus größer. Sie sind in dieser Saison noch nicht das drittbeste Team im Westen, aber die Zahlen deuten an, dass sie es bald sein werden. Dass sie in dieser Spielzeit überhaupt schon so weit sein würden, war vorher nicht abzusehen.

Zur Einordnung: basketball-reference errechnet für jedes Team eine "erwartete Bilanz", die sich primär am Net-Rating orientiert. Bei den Mavs liegt diese bei 47-23, sie hätten also satte sechs Siege mehr "verdient". Das beste Gegenbeispiel sind die Nuggets, deren "Erwartung" nur bei 39 Siegen stünde. Sie haben nur eben sowohl die bessere Defense als auch die Stand jetzt bessere Clutch-Option namens Nikola Jokic. Bei den Thunder verhält es sich dank Chris Paul ganz ähnlich.

NBA 2019/20: Die Top 10 beim Net-Rating

RangTeamNet-RatingBilanz
1Bucks10,154-14
2Raptors6,549-18
3Clippers6,345-22
4Lakers6,351-16
5Celtics6,145-23
6Mavericks5,541-29
7Rockets3,342-25
8Heat3,243-25
9Nuggets2,945-23
10Thunder2,942-25

Fazit: Neuer Versuch im nächsten Jahr?

Womit wir wieder zum Ausgangspunkt kommen: Dallas hat es wohl versäumt, sich ein besseres Matchup zu erspielen, nun winkt das Duell mit den Clippers, es sei denn, diese lassen sich noch von den Nuggets überholen. Das ist bitter, aber es wird mindestens eine weitere Bewährungsprobe für Doncic und auch Porzingis sein.

Wenn die Rollenspieler wie Dorian Finney-Smith, Wright oder auch Maxi Kleber offensiv noch rechtzeitig in der Bubble ankommen, können sie den Titelfavoriten vielleicht sogar ein bisschen ärgern.

Vor allem aber geht es um Doncic, der schon in der Bubble einen gewissen weiteren Lerneffekt demonstriert hat. Das wahrlich nicht gute Spiel gegen die Kings gewannen die Mavs uncharakteristisch für sie mal richtig dreckig; "Wir haben eines der schlechtesten Spiele aller Zeiten gemacht und gewonnen", wie Doncic es selbst ausdrückte.

Das lag vor allem an ihm - er wollte keine weitere Niederlage akzeptieren, also stemmte er sich mit aller Wucht dagegen (hier gibt es alle Doncic-Highlights gegen die Kings im Video), endlich auch mal in der Defense. Das ist ein weiterer Schritt auf der MVP-Trajektorie, auf die sich Doncic in dieser Spielzeit begeben hat.

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