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NBA - Zion Williamson vor Debüt bei den New Orleans Pelicans: Der Zirkus ist (endlich) in der Stadt

Zion Williamson wird schon vor seinem ersten Spiel in der NBA von den Fans gefeiert.

Gut drei Monate wurden die Fans der New Orleans Pelicans auf die Folter gespannt, nun ist es endlich soweit. Nach seiner Knie-OP wird Zion Williamson in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag endlich sein Debüt in der NBA feiern. Die Euphorie in Louisiana könnte kaum größer sein.

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Es gab mal Zeiten, da verirrten sich an einem trüben Januartag vielleicht zwei bis drei Journalisten in die Trainingshalle der Pelicans, erinnerte sich Scott Kushner, der NBA-Kolumnist der örtlichen Tageszeitung The Times-Picayune am Dienstag.

Das reichte locker, um die tagtägliche Berichterstattung über die graue Maus der Football-verrückten Stadt im Süden Louisianas abzudecken. Nun aber versammelte sich eine Reporter-Traube von etwa 30 Journalisten in den Team-Facilities, um einen Blick auf Zion Williamson zu erhaschen.

"Es wird ein Zirkus werden und jeder weiß das", sagte der Head Coach der Pelicans, Alvin Gentry, angesprochen auf den riesigen Wirbel um das 19-jährige Basketball-Phänomen. Ein Wirbel, der in den vergangenen Tagen und Wochen an Fahrt aufgenommen hat, seit Front-Office-Chef David Griffin das Debüt von Zion auf den 22. Januar datierte.

"Was wir machen müssen, ist uns auf die bevorstehende Aufgabe zu konzentrieren. Wir spielen gegen ein sehr gutes Team aus San Antonio", versuchte Gentry den Rummel ein wenig abzumildern. Erfolglos. Nicht nur die Reporter oder die Pelicans-Fans in New Orleans, ja scheinbar die komplette NBA-Gemeinde fiebert seit Wochen dem ersten Auftritt Zions in der Association entgegen.

Zion Williamson: Frustrierende, lange Reha

Und natürlich Williamson selbst. "Ehrlich gesagt: Ich weiß nicht, ob ich schlafen kann", sagte der Big Man. "Ich werde zu aufgeregt sein und über mein erstes NBA-Spiel nachdenken." Auf diesen Moment musste Zion schließlich gut drei Monaten warten, deutlich länger als es ihm wohl lieb war.

Über die Sommermonate und die Preseason hatte der Nr.1-Pick vom Draft 2019 den Hype aus College-Tagen um seine Person in die NBA getragen. Das letzte Vorbereitungsspiel der Pelicans musste er aufgrund von Kniebeschwerden allerdings absagen, kurz darauf folgte die Hiobsbotschaft: Williamson muss unters Messer, um einen Meniskusriss im rechten Knie zu reparieren.

Zunächst hieß es von Seiten des Teams, dass Williamson wohl nach sechs bis acht Wochen aufs Parkett zurückkehren könne, also Mitte Dezember. Dieser Termin wurde aber immer wieder verschoben, die Pelicans wollten keinerlei Risiko eingehen und ihren wertvollsten Baustein der Zukunftsplanung womöglich zu früh von der Leine lassen.

"Es gab Zeiten, da wollte ich ein Loch in eine Wand schlagen oder einen Stuhl umtreten, weil es so frustrierend war", sagte Zion über den langwierigen Reha-Prozess. "Es ist hart, nicht in der Lage zu sein, deinen Körper so zu bewegen wie du es willst. Vor allem, weil ich erst 19 bin und noch nicht mal mein erstes NBA-Spiel gemacht habe. Das war hart, aber ich habe mich durchgekämpft."

Zion Williamson: Größtes Talent seit Jahren

Zur Reha gehörte für Zion offenbar auch, an seinem Laufstil und generell an seinen Bewegungen auf dem Parkett zu feilen, um das Verletzungsrisiko für die Zukunft zu minimieren. Beispielsweise arbeitete der 1,98 Meter große und 129 Kilo schwere Athletik-Freak an der Art und Weise, wie er nach seinen teils spektakulären Sprüngen sicher landen kann.

"Es geht darum, nicht mit geraden Beinen zu landen, nicht die ganze Kraft auf den Beinen auszuladen", so Zion. Griffin hatte zuletzt angekündigt, dass sein Schützling mittlerweile "eine größere, bessere Version seiner selbst ist. Und eine gesündere."

Das sollte nicht nur den Spurs, sondern allen 29 anderen Teams in der Liga Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Williamson etablierte sich während seines ersten und einzigen Jahres an der Duke University als größtes Talent der jüngeren Vergangenheit, er überzeugte sowohl mit seiner Sprungkraft und puren Athletik als auch mit seinem Talentpaket als Passer und mit Abschlussstärke in Ringnähe.

Die Statistiken von Zion am College und in der Preseason

TeamSpiele / MinutenPunkteReboundsAssistsFG%3FG%
Duke33 / 3022,68,92,168,033,8
Pelicans4 / 27,223,36,52,371,425

New Orleans Pelicans haben Playoffs im Visier

Sorgen, er könne dieses Talentpaket nicht eins zu eins auf das NBA-Level übertragen, gibt es so gut wie keine. In dem schnellen Spielstil der Pelicans sollte er sich problemlos zurechtfinden (New Orleans spielt mit der fünftschnellsten Pace der kompletten NBA).

Im Halbfeld ist er eine immense Gefahr als Abroller im Pick'n'Roll, mit Off-Ball-Screens der Teamkollegen könnte er zudem Freiräume bekommen, um zu attackieren. Ähnliches war bereits in der Preseason zu beobachten, die er mit 23,3 Punkten und 6,5 Rebounds bei 71,4 Prozent aus dem Feld dominierte.

"Ich denke, das wichtigste ist einfach, dass er da draußen ist und dann können wir anfangen, uns um die Rotationen zu kümmern und wie wir spielen werden und sowas", erklärte Coach Gentry.

Zion kehrt zu einem Pelicans-Team zurück, dass nach einem schwachen Saisonstart (6-22) mittendrin im Playoff-Rennen ist. Elf der vergangenen 16 Spiele entschied das Team um den potenziellen All-Star Brandon Ingram für sich, der letzte Playoff-Platz ist mit einem Rückstand von 3,5 Spielen definitiv in Reichweite.

Zion Williamson vor Debüt: Die Euphorie ist riesig

In Anbetracht der derzeitigen Form und mit der Aussicht, Zion zurückzubekommen, haben Griffin und das Front Office sich angeblich sogar aus allen Trade-Gesprächen um die Veteranen des Teams wie Jrue Holiday oder J.J. Redick zurückgezogen. Das Ziel ist ganz klar das Erreichen der Playoffs. Und Zion kann endlich dabei helfen.

Der TV-Sender ESPN setzte alles daran, dessen Debüt am Mittwoch gegen die Spurs im nationalen Fernsehen zeigen zu dürfen, ließ zu Gunsten von Zion sogar das Topspiel der Western Conference zwischen den Nuggets und Rockets links liegen. Nachdem bekannt wurde, dass Williamson in dieser Partie sein Comeback feiern wird, schossen die Ticketpreise für das Smoothie King Center in die Höhe.

"Es wird ausverkauft sein", ist sich Ingram sicher, von jetzt an sogar "jede einzelne Nacht". In seinem ersten Spiel wird Williamson laut Andrew Lopez von ESPN starten dürfen. Ein striktes Minutenlimit schloss Griffin zuletzt aus, dennoch wird er wohl eher keine 30 Minuten auf dem Parkett stehen.

Das ändert aber nichts an der enormen Vorfreude von den Pelicans-Fans, von Zion und von der gesamten NBA. Nach monatelanger Wartezeit schlägt der Zirkus endlich seine Zelte in New Orleans auf.

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