NBA

5 Fragen zum Trade von Anthony Davis: Ein Drehbuch wie in Hollywood

Von Lennart Gens
Anthony Davis und LeBron James laufen in der kommenden Saison gemeinsam für die Los Angeles Lakers auf.
© getty
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Was bedeutet der Deal für die Lakers?

Die vergangene Saison passte in das Bild, das die Lakers in den letzten Jahren ohnehin schon vermittelten: Showtime ja, Erfolg nein. Auch die Ankunft von LeBron sollte daran zunächst nichts ändern. Seine Verletzung war zwar sicherlich ein Grund für den Misserfolg, doch auch davor spielte Purple-and-Gold keineswegs so, als hätten sie ernsthafte Ansprüche als Contender anmelden können.

Dazu kamen außerdem die Unruhen, die das Team vor der Trade-Deadline heimsuchten - für LeBron-Hater natürlich gefundenes Fressen. Nun scheint dieser seinen Job als LeGM allerdings wieder einmal erledigt und das Front Office von einem Trade-Paket überzeugt zu haben, wie es in der Vergangenheit nur selten zu sehen war.

Ein wenig erinnert der Trade an den der Celtics und Nets von 2013, zumindest weil die Lakers gewisse Teile ihrer Zukunft opfern, um im Hier und Jetzt erfolgreich zu sein. Zwar hat Davis noch einige Jahre mehr im Tank als es Garnett, Pierce und Terry damals hatten, dennoch gehen die Lakers ein großes Risiko ein.

Mit Brandon Ingram, Lonzo Ball und Josh Hart schicken die Lakers drei Spieler in Richtung New Orleans, die allesamt Luft nach oben haben. Zudem erhalten die Pelicans den 4. Pick beim diesjährigen Draft, den Erstrunden-Pick von 2021 (Top-8-geschützt, ungeschützt 2022), und den ungeschützten Erstrundenpick von 2024. Diesen dürften sie außerdem auch erst im Folgejahr in Anspruch nehmen. Zusätzlich können die Pelicans im Jahr 2023 den Pick mit den Lakers tauschen.

Passen LeBron und Davis bei den Lakers überhaupt zusammen?

Davis war der absolute Wunschspieler von LeBron. Nachdem der King in der vergangenen Saison viele Talente um sich herum hatte, die aber alle noch viel lernen mussten, hat er nun den wohl besten Big Men der Liga an seiner Seite. Blickt man auf die reinen Statistiken von AD, dürfte die Kombo James/Davis schon jetzt die ein oder andere Defensive zum Zittern bringen.

Die persönlichen Statistiken von knapp 26 Punkten und 12 Rebounds pro Spiel könnte Davis trotz des neuen Co-Superstars durchaus halten, vor allem weil es LeBron versteht, seine Mitspieler oft genug in Szene zu setzen. Sowohl mit Chris Bosh als auch mit Kevin Love hatte James in seinen erfolgreichen Zeiten stets einen Big Men mit All-Star-Kaliber neben sich, der wie auch AD über einen guten Wurf von außen verfügt.

Neben James-Iso und Davis-Postup dürfte vor allem das Pick-and-Roll der beiden eine neue Waffe der Lakers sein, da Davis schon mit Jrue Holiday gut als Abroller funktionierte und James ohnehin über ein gutes Spielverständnis als Ballhandler verfügt.

Abhängig wird das Zusammenspiel der beiden aber natürlich auch vom Supporting Cast sein, der für genügend Freiräume und Entlastung sorgen muss. Dort liegt es am Front Office, vor allem genügend Schützen zu verpflichten, damit sich Davis und James in der Zone austoben können.

Moritz Wagner bei den Lakers: Backup für Davis?

Zwei der übrig geblieben Spieler im Roster der Lakers sind Moritz Wagner und Isaac Bonga. Zwar ist ihr Verbleib noch immer nicht gesichert, da die turbulente Offseason der Lakers jetzt erst losgehen dürfte, momentan können sie sich allerdings auf eine Zukunft mit James und Davis freuen.

Dabei dürfte sich vor allem Moritz Wagner Gedanken machen, wie sich die Akquirierung von Davis auf seine persönliche Spielzeit auswirken wird. Bei einem großen Lineup ist es zwar durchaus denkbar, dass die beiden zusammen auf dem Platz stehen, da sie beide genügend Spacing mitbringen. Auf Dauer muss Wagner aber wohl noch an seiner Defense arbeiten, die gerade in der Switch-intensiven NBA gegen kleinere Gegner ausbaufähig ist.

Wahrscheinlicher erscheint da schon eine klassische Backup-Rolle, um AD die nötigen Pausen zu geben. Wenn der Berliner an seinen guten Ansätzen aus der Rookie-Saison anknüpfen kann, wäre er für die Lakers eine günstige Option, die ihnen mehr Spielraum auf den anderen Positionen verschaffen würde.

Für eine genauere Analyse muss aber natürlich zunächst abgewartet werden, ob nicht doch noch ein prominenterer Big Men geholt oder Wagner gar abgegeben wird. Ähnlich sieht es auch bei Bonga aus. Zwar hat der Kader aktuell keinen einzigen echten Guard zu bieten, das wird sich aber noch ändern. Außerdem soll er in seinem zweiten Jahr ohnehin zuerst eimmal ein wenig NBA-Luft schnuppern und dürfte als echte Option noch nicht in Betracht gezogen werden.