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NBA: Der Trade von Trevor Ariza aus Sicht der Suns, Wizards und Grizzlies

Trevor Ariza wurde wohl nach Washington getradet
© getty
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Was wollten die Grizzlies erreichen?

In Memphis war man nach dem geplatzten Deal ordentlich angefressen, wie die Aussagen von General Manager Chris Wallace gut belegen. Die Franchise will weiterhin alles aus der Ära Mike Conley/Marc Gasol herauspressen und dieser Trade hätte den Grizzlies extrem helfen können. Memphis will in die Playoffs und dort auch eine zumindest respektable Rolle spielen.

Zwei große Schwachstellen dürften die Grizzlies in dieser Saison ausgemacht haben. Das teils desaströse Rebounding (Platz 27 in der Rebound-Rate) und die mehr als ausbaufähige Bank. Mit Ausnahme von Omri Casspi, der sogar das beste Net-Rating (+8,3) aller Memphis-Spieler besitzt, haben alle Grizzlies-Reservisten einen negativen Wert.

Oubre agierte schon bei den Wizards als Energiebündel von der Bank und hätte in Memphis durchaus gut reinpassen können: Der Swingman ist für seine Position lang und athletisch und defensiv variabel, was im Grizzlies-System ohnehin gern gesehen wird. Und trotz des wackligen Wurfs strahlt er offensiv zumindest mehr Gefahr aus als beispielsweise Kyle Anderson, eine gewisse Upside ist zudem immer noch vorhanden. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Memphis längerfristig mit ihm geplant hätte, wenn auch nicht zu jedem Preis.

Eine andere Sache offenbarte der geplatzte Deal auch: Die Grizzlies setzen weiterhin große Stücke in Dillon Brooks. Der spielte vergangene Saison eine starke Rookie-Saison und war während dieses desaströsen Jahres einer der wenigen Lichtblicke in Memphis.

In dieser Spielzeit konnte der Sophomore dies allerdings noch nicht wirklich bestätigen, auch weil er inzwischen nicht mehr startet, sondern von der Bank kommt. Derzeit ist Brooks überdies mit einem zweifachen Innenbandriss außer Gefecht gesetzt, in Memphis rechnet man Ende des Monats mit seiner Rückkehr.

Man darf die Entscheidung der Grizzlies, Dillon Brooks nicht zu opfern, dennoch in Frage stellen, da Oubre in dieser Saison mehr geholfen hätte. Hätte man (wie geplant) beide bekommen und stattdessen MarShon Brooks abgegeben, hätte man sogar von einem Coup seitens der Grizzlies sprechen können, da letztlich beide gut zu Grit&Grind passen.

Der Knackpunkt war wohl aber auch die Art und Weise, wie Phoenix und Washington gehandelt haben. General Manager Chris Wallace deutete an, dass man im Normalfall wohl noch verhandlungsbereit gewesen wäre, unter den Umständen aber keine Vertrauensbasis mehr gegeben war. Das ist auch verständlich. Kein GM kann sich gut damit fühlen, zwei Spieler über ihren fixen Trade zu informieren, nur um danach einen Rückzieher machen zu müssen.

Dass Wallace aber proaktiv handeln und sein Team besser machen wollte, ist natürlich legitim. Memphis braucht wohl noch Hilfe, um sich im Westen auch dauerhaft behaupten zu können.