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NBA: Der Trade von Trevor Ariza aus Sicht der Suns, Wizards und Grizzlies

Trevor Ariza wurde wohl nach Washington getradet
© getty

Der Ariza-Trade aus der Wizards-Perspektive

Was wiederum wollen die Wizards mit Ariza? Nach wochenlangen Gerüchte um mögliche Trades von John Wall und Bradley Beal scheint man in der Hauptstadt doch noch einmal die Kräfte bündeln zu wollen. Im Prinzip ist es ein typischer Wizards-Trade mit klar sichtbarer Handschrift von GM Ernie Grunfeld, was man übrigens nicht als Kompliment missverstehen sollte.

Ariza ist dabei kein Unbekannter, schließlich spielte der Forward bereits zwei Saisons in D.C. und soll damals vor allem auf Wall ein guter Einfluss gewesen sein. Ariza soll nun dabei helfen, dass in Washington nach Wochen voller Negativ-Schlagzeilen wieder ein wenig Ruhe einkehrt und man wieder zu einem professionellen Playoff-Team wird.

Das ist die kurzfristige Denke, die in D.C. nun schon seit vielen Jahren vorherrscht. Dass man nun für den 33-jährigen Ariza tradete und dafür den mit Oubre vielleicht wertvollsten Trade-Chip (nach Beal) verspielte, ist sonst kaum zu erklären.

Klar ist aber auch: Oubre wird im Sommer RFA und durch die vollgestopften Bücher der Wizards wäre man wohl noch tiefer in die Luxussteuer abgedriftet. Durch den Ariza-Trade senken die Wizards laut Bobby Marks (ESPN) ihre Luxussteuer-Rechnung von 9,6 auf 8,3 Millionen Dollar, wenn auch nur vorübergehend, da die Hauptstädter durch den Deal nur noch 13 Spieler im Kader haben, 14 müssen es aber mindestens sein.

Vielleicht hätte Washington auch einfach noch geduldiger warten sollen, dann wäre eventuell mehr für Oubre herausgesprungen. Auch in einem möglichen All-Star-Trade mit Wall oder Beal wäre der Forward sicher eine nette Zugabe gewesen.

Immerhin: Ohne Frage ist Ariza für diese Saison eine klare Verbesserung im Vergleich zu Oubre, da braucht man gar nicht tief im Zahlensalat stochern. Ariza ist über seine Karriere ein 35-Prozent-Schütze aus der Distanz, bei Oubre ist der Wurf eine Work-in-Progress.

Auch defensiv wird Ariza den Wizards mit seiner Vielseitigkeit und Erfahrung sicherlich helfen, zumal er überdies ein solider Rebounder ist und es Washington ermöglichen wird, vermehrt auf kleinere Lineups mit Ariza und Otto Porter zu setzen. In der Kabine dürfte Ariza mit seinen 15 Jahren Erfahrung eine stabilisierende Präsenz darstellen - wenn denn das Kind nicht bereits in den Brunnen gefallen ist.

Dennoch: Ariza ist 33 Jahre alt und kann im Sommer ohne Gegenwert wieder weg sein. Sollte er tatsächlich noch einmal einen Ring gewinnen wollen, dann ist er in Washington in den nächsten Jahren definitiv an der falschen Adresse.

So nett es also ist, dass mit Ariza ein Veteran geholt wurde, so wenig Signifikanz hat der Deal für die Zeit nach dem Sommer 2019. Die Wizards werden in dieser Eastern Conference mit gleich fünf starken Teams (Toronto, Milwaukee, Boston, Philadelphia, Indiana) wenig bis nichts zu melden haben.

Es könnte ein letzter Verzweiflungsmove von Grunfeld gewesen sein, um die Saison und auch seinen Posten zu retten. Bleiben die Wizards trotzdem mies, hätten sie im Sommer immerhin eine Personalie weniger, mit der sie sich bei einem potenziellen Neuaufbau befassen müssten.

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