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NBA

Above the Break: Die Luka Doncic-Debatte, der Dwight Howard-Trade – alles zum NBA Draft

Eigentlich ist es unvorstellbar, dass die Dallas Mavericks an 5 eine Chance auf Luka Doncic haben.
© getty

@Lars_Mah: Wann wird Mo Wagner gepickt und welches Team macht am meisten Sinn für ihn?

Ich schätze, dass Wagner Anfang bis Mitte der zweiten Runde gepickt wird, wie ich am Montag hier ausführlich beschrieben hatte . Daher gehe ich hier nun auf Teil zwei der Frage ein: Wagner kommt ja als relativ weit entwickelter Spieler in die NBA und insofern braucht er ein Team, das ihn explizit für seine Stärken holt und entsprechend auch einsetzt.

Es sollte im Idealfall ein Team mit recht klarer Rollenverteilung sein, in dem Wagner zunächst einfach als Stretch-Big von der Bank eingesetzt wird und bei dem gezielt mit ihm an seinen Schwächen, insbesondere im Bereich Athletik und Defense, gearbeitet wird. Kurz gesagt sollte ein klarer Plan vorliegen, weswegen ich mir Wagner beispielsweise bei Golden State gut vorstellen könnte, in Orlando eher weniger.

Die Warriors verfügen aktuell über keinen Zweitrundenpick, dafür aber über Pick Nr. 28. Ich nehme an, dass sie diesen eher für einen Wing einsetzen werden, auch wenn ESPN Wagner aktuell an dieser Position führt. Denkbar ist aber auch: Die Warriors kaufen irgendeinem Team in der zweiten Runde den Pick ab, wie schon in den letzten beiden Jahren (Jordan Bell & Patrick McCaw), und schlagen damit zu.

Das wäre in jedem Fall ihr typisches Vorgehen in den letzten Jahren, und typischerweise findet sich irgendein kurzsichtiges anderes Team, das ihnen für "Cash Considerations" genau in die Karten spielt.

@LarsMLFY: Was sagst du zu D Rose? Siehst du noch eine Chance für ihn in der NBA, wenn ja wo in welcher Rolle? Oder lieber Karriere beenden? Oder in die BBL?

Ich habe es hier ja vor einigen Monaten schon einmal geschrieben, dass es keine absurde Vorstellung ist, dass Rose in der kommenden Saison nicht mehr in der NBA spielen könnte. Damals hatte der Trade sich gerade erst ereignet, der ihn von Cleveland nach Utah schickte, und sein Engagement bei den Timberwolves folgte erst noch. Seine neun Spiele in der Regular Season für die Wolves hätte an meiner Meinung nichts geändert, in den Playoffs zeigte er dann aber deutlich stärkere Leistungen, wenn er auch gegen Houston ein bisschen zu eigensinnig und balldominant agierte.

Rose dürfte meines Erachtens nach schon noch eine weitere Chance in der NBA erhalten, aber viel mehr als ein Jahr zum Minimum wird er erneut nicht bekommen. Denn an der folgenden Realität hat sich nichts geändert: Während sich seine körperlichen Voraussetzungen durch die vielen Verletzungen natürlich verändert haben, hat er es nicht geschafft, sein Spiel dahingehend anzupassen.

Er ist noch immer kein guter Shooter, er ist auch kein herausragender Playmaker, letztes Jahr lag seine Assist-Turnover-Rate fast genau bei 1:1. Seine Defense ist mehr als nur suspekt. Er zeigt natürlich bisweilen noch dynamische Drives, auch als Finisher tritt er aber nicht mehr überdurchschnittlich auf. Dadurch, dass er nach seinen Verletzungen nicht mehr diese sensationelle Athletik und Explosivität hat wie früher, ist ihm das "Besondere" an seinem Spiel verloren gegangen.

Stand jetzt bringt er aber auch vom "Gewöhnlichen" einfach nicht genug, will sagen: Er hat bisher nicht gezeigt, dass er ein grundsolider, verlässlicher Rollenspieler sein kann, wie es beispielsweise Shaun Livingston bei den Warriors ist, der ja ebenfalls fürchterliches Verletzungspech hatte. Das wäre aber mittlerweile eigentlich wohl das Maximum für ihn, als Starter bei einem guten Team werden wir Rose nicht mehr sehen.

Was das nächste Team angeht: Ich kann mir gut vorstellen, dass ihm Tom Thibodeau bei den Wolves noch eine Saison geben wird. Eigentlich aber nur als Point Guard Nummer drei hinter Jeff Teague und Tyus Jones, die nach heutigem Maßstab einfach beide produktivere Spieler sind als er. Aber wer weiß: Vielleicht kann er daran ja noch einmal etwas ändern.

@kieron19911: Hätten die Lakers die Möglichkeit (Cap Space, Assets) Leonard, George und James zu vereinen? Und wie sieht das wahrscheinlichste Paket aus, das LA. für Leonard schnüren müsste?

In der Theorie besteht diese Möglichkeit, wenn sie einerseits den Vertrag von Luol Deng stretchen oder anderweitig loswerden (eher stretchen - den Vertrag nimmt wohl niemand) und damit Platz für zwei Maximal-Verträge, also die der Free Agents PG-13 und LeBron, kreieren. Dieses Szenario stand ja zuvor schon im Raum und könnte durchaus in die Tat umgesetzt werden.

Das Thema Kawhi ist allerdings ein Stück weit komplizierter, als es aktuell oft gemacht wird. Wir haben im Korbjäger Podcast gestern auch darüber diskutiert: Es wird gerne vergessen, dass ja zwei Parteien dazugehören und dass die Spurs keinerlei Grund haben, den Lakers hier irgendwie entgegenzukommen, nur weil Kawhi (anscheinend) gerne nach L.A. möchte. Das kann San Antonio komplett egal sein - sie müssen, wenn sie ihn traden, nur darauf achten, wer das beste Angebot macht, sonst nichts!

Die Lakers haben zwar einige Assets, aber sie haben sicherlich nicht die besten. Lonzo Ball und/oder Kyle Kuzma reichen nicht, Brandon Ingram wäre vielleicht ein netter Ausgangspunkt für einen Trade, es müsste aber noch viel mehr dazu kommen, damit San Antonio aktuell etwas tun würde. Und in Sachen Extra-Picks oder Assets sind die Lakers bei weitem nicht so gut aufgestellt wie beispielsweise Philly oder Boston.

Die Lage der Spurs ist sicherlich nicht ideal, noch können sie aber zumindest darauf hoffen, dass Popovich Leonard noch irgendwie umstimmt. Bis zur Deadline haben sie ja ohnehin noch Zeit. Und so oder so wird es ein fettes, fettes Angebot brauchen, damit sie über einen Trade ernsthaft nachdenken - das sehe ich aktuell nicht aus L.A. Die Wildcards in dieser Hinsicht sind die Celtics und vielleicht die Sixers - an eine Big 3 aus LeBron, PG-13 und Kawhi bei den Lakers glaube ich nicht.

@JonasSpychalski: "The Warriors break the league" Wie ist deine Meinung zu dieser Aussage? Schaden die Warriors der Liga mit ihrer Personalpolitik?

Nein - Superteams gab es auch schon in den 60er Jahren und bisher waren sie noch nie dauerhaft schlecht für die Liga. Im Gegenteil: Es hilft den Einschaltquoten, wenn es einen "Bösen" gibt, den alle quasi-neutralen Zuschauer gerne verlieren sehen möchten. Wichtig ist nur, dass es dafür tatsächlich auch einen glaubwürdigen Herausforderer gibt.

Deswegen erzielten die Western Conference Finals Rekorde - Houston verlangte den Dubs ja tatsächlich alles ab und hatte sie am Rande einer Niederlage. War die Liga "kaputt", als Houston in den Halbzeitpausen der Spiele 6 und 7 jeweils zweistellig führte? Ich denke nicht - ich glaube, dass uns hier nur der extrem fade Eindruck der Finals zu sehr im Gedächtnis hängt.

Das Problem war in diesem Fall aber eher, dass der Osten keinen glaubwürdigen Herausforderer hervorbrachte. Die Cavs 2017 waren ein legitimer Contender, das waren die Cavs 2018 aber nicht. Deswegen waren die Finals eher ein Epilog und nicht der Hauptteil dieser Postseason, was sicherlich nicht ideal war.

Zerstört ist die Liga deswegen aber nicht - auch wenn die Warriors das sicherlich gerne erreichen würden, zumindest ihr Besitzer Joe Lacob, doch das schafft niemand. Es wird diverse Teams geben, die bei den Rockets ganz genau zugesehen haben und ihrem Beispiel folgen, also all-in gehen. Deswegen dürfte die kommende Offseason so interessant werden.

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