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NBA

Above the Break: Die Luka Doncic-Debatte, der Dwight Howard-Trade – alles zum NBA Draft

Eigentlich ist es unvorstellbar, dass die Dallas Mavericks an 5 eine Chance auf Luka Doncic haben.
© getty

Der (nächste) Dwight Howard-Trade in der Analyse

Der erste signifikante Trade der Offseason ereignete sich bereits am Mittwoch, passenderweise genau ein Jahr, nachdem die Hawks Howard nach Charlotte verschifft hatten. Daher folgt hier eine Kurzanalyse.

Der Deal im Detail: Dwight Howard wird nach Brooklyn getradet, dafür gehen Timofey Mozgov, zwei Zweitrundenpicks und Cash nach Charlotte (via ESPN).

Wenn man bedenkt, was für ein Superstar Howard vor einigen Jahren noch war, ist es kaum zu glauben, dass er nun innerhalb eines Jahres zweimal getradet wurde - im Endeffekt einmal für Miles Plumlee und einmal für den den Horrorvertrag von Timofey Mozgov, auch wenn natürlich jeweils noch andere Assets involviert waren. Es verdeutlicht sehr gut, wie sehr der frühere D12 im Ansehen der Liga gefallen ist.

Die Hornets wollten ihn zwingend loswerden, der neue GM Mitch Kupchak verzweifelte bereits bei den Lakers einst an Howard (und gab später Mozgov den erwähnten Horror-Vertrag) und hatte offensichtlich keine Lust, es nochmal mit dem eher schwierigen Center zu versuchen. Durch den Deal rutscht Charlotte unter die Luxury-Tax-Grenze und kann den Rebuild auch dank der zwei Picks wohl beschleunigen, es ist gut möglich, dass nun auch Kemba Walker getradet wird.

Mozgovs Vertrag läuft wiederum noch ein Jahr länger als der von Howard, aber wenn Charlotte ohnehin nicht davon ausgeht, innerhalb dieser Zeit angreifen zu können (was richtig wäre), fällt dieser fehlende Cap Space im kommenden Jahr nicht so schwer ins Gewicht. So lässt sich der Deal aus Hornets-Perspektive erklären, wenngleich man diesen nicht als Home-Run für sie bezeichnen kann. Diesen könnten erst mehrere Folge-Deals darstellen.

Für die Nets wiederum ist der Trade genau das - ein sehr guter Deal. Dadurch, dass Howards Vertrag 2019 ausläuft, hätte Brooklyn dann sogar Platz für zwei Maximal-Verträge und dazu endlich mal wieder den eigenen Draft-Pick. Da dieser auch in der kommenden Saison ein Lottery-Pick sein wird, könnte das eine ziemlich gute Ausgangsposition werden, um das Team endgültig - und früher als gedacht - aus dem Tal der Tränen namens "Paul-Pierce-Kevin-Garnett-Trade" herauszuführen.

GM Sean Marks kann man in diesem Fall also nur ein Kompliment machen. Dass Howard spielerisch nicht wirklich ins Konzept von Kenny Atkinson passt, ist nebensächlich - reizvoll ist Howard für die Nets nicht aus sportlicher Hinsicht, sondern deshalb, weil sein Vertrag ausläuft. Das hätte man beiden mal sagen sollen, als Brooklyn vor einigen Jahren schon einmal unbedingt Dwight Howard - damals noch den Spieler - haben wollte. Manchmal geht es verdammt schnell in der NBA.

Nun kommen wir zu den Fragen ...

Ihr habt Fragen, die ihr in der Kolumne beantwortet sehen wollt? Dann stellt sie bei Twitter!

@J0n0s: Wie sähe deine Top 5 im Draft aus?

Wenn es nach meiner persönlichen Präferenz ablaufen würde, würde das in etwa so aussehen:

  1. Luka Doncic nach Phoenix
  2. Deandre Ayton nach Sacramento
  3. Jaren Jackson nach Atlanta
  4. Marvin Bagley nach Memphis
  5. Mo Bamba nach Dallas

Zu Doncic und Ayton habe ich oben ja schon einiges geschrieben, daher hier nur ganz kurz: Für mich stecken diese beiden Spieler in einem "Tier", da man bei beiden ziemlich sicher sein kann, dass sie sich recht schnell ziemlich gut in der NBA zurechtfinden werden, beide sind meines Erachtens fast sicher zukünftige All-Stars.

Ich habe bei Doncic Stand jetzt etwas weniger Bedenken, dass er ein solcher Star auch bei einem richtig guten Team sein könnte, daher bekommt er bei mir den Vorzug, aber wie gesagt: Ich nehme es Phoenix auch aufgrund des positionellen Needs keineswegs "übel", wenn sie Ayton picken.

Dahinter kommen drei Big Men, die viel Potenzial haben, allerdings auch relativ gravierende Schwachstellen. Mein Favorit von ihnen ist Jackson: Als einer der jüngsten Spieler im ganzen Draft hat er jetzt schon 3-and-D-Potenzial, sein Wurf sieht zwar etwas komisch aus, fällt aber effektiv (fast 40 Prozent). Er ist ein guter Ringbeschützer, dazu kann er nach dem Switch vor Guards bleiben - wir haben in diesen Playoffs wieder und wieder gesehen, wie wichtig das in der heutigen NBA ist, gerade für Big Men.

Jackson passt mit seinem Skill-Set zudem meiner Meinung nach gut zu John Collins, der aktuell neben Taurean Prince so ziemlich der einzige echte Building Block in Atlanta zu sein scheint. Die beiden könnten zusammen reifen und sich gut ergänzen, "konkurrenzfähig" sind die Hawks vorerst ohnehin nicht, Zeit wäre also da. Und die wird Jackson gerade offensiv auch noch brauchen.

Sein Basketball-IQ ist bisher ziemlich rudimentär in der Offense, er hat mit dem Ball in der Hand abgesehen von Spot-Up-Dreiern relativ wenig Plan, was er tun soll, sein Touch rund um den Korb ist auch verbesserungswürdig. Jackson ist fast schon anti-traditionell in der Hinsicht. Ich glaube auch nicht, dass er jemals eine erste Offensiv-Option sein wird, aber aufgrund seiner Defensivstärke hat er schon jetzt kaum Bust-Potenzial. Er wird vielleicht nie ein Franchise Player, dafür aber vielleicht der zweit- oder drittbeste Spieler eines richtig guten Teams? Denken wir an Al Horford.

Bagley wiederum ist ein komplett anderes Talent. Es würde mich nicht schocken, wenn er schon in zwei Jahren 20 und 10 auflegt, trotzdem sehe ich ihn skeptischer als einige, die ihn schon auf Rang 2 im Draft sehen. Die Athletik und der Motor sind brutal, das Rebounding auch, aber Bagleys Spiel schreit ein bisschen nach "Good stats, bad team".

Er hat bisher überhaupt kein Gespür für Defense gezeigt, beschützt den Ring nicht und ist ein eher schlechter Passer. Am College profitierte er stark davon, dass er größer, stärker und athletischer war als seine Gegenspieler, wie er das in der NBA durchsetzen kann, ist fraglich. Nichtsdestotrotz denke ich, dass Bagley ein richtig guter Offensivspieler werden kann, wenn er die noch nötige Arbeit in seinen Wurf investiert. Die Anlagen sind da, es muss nur eben noch sehr vieles geformt werden.

Ähnliches gilt für Bamba, wobei bei ihm zumindest defensiv eigentlich schon alles da ist. Er hat die Über-Krakenarme, er kann switchen, kann den Ring beschützen und hat dazu auch noch gute Instinkte und gutes Timing beim Block - das sind ziemlich ideale Voraussetzungen für einen Big Man der heutigen Tage. Zumal, wie oben erwähnt, das Fundament für einen sauberen NBA-Wurf auch bereits gelegt ist.

Fragezeichen gibt es aber auch bei Bamba zuhauf - einerseits deshalb, weil er noch arg dürr ist und viel Krafttraining benötigt, andererseits aber auch deshalb, weil er bisher keine "Nastyness" an den Tag legte. Will sagen: Der Center scheut bisweilen den Kontakt, ist für seine Maße kein guter Rebounder und verliert dazu auf dem Court manchmal das Interesse beziehungsweise die Intensität. Das sind Punkte, an denen er zwingend arbeiten muss, rein von den Anlagen her könnte Bamba ansonsten sogar als No.1-Pick gehandelt werden.

@TheRealKingKC: Welche Spieler sollte man außer der Top 10 im Draft auf dem Radar haben?

Der aktuelle Jahrgang sieht zumindest auf dem Papier etwas kurios aus - die Spitze wird von Big Men dominiert, ab einer gewissen Position finden sich aber vor allem Guards und Wings, die nicht unbedingt Star-Potenzial mitbringen, dafür aber relativ schnell eine gute Two-Way-Rolle in der Liga spielen könnten.

Je nachdem, wo er gezogen wird, könnten wir Mikal Bridges hier zählen (Top 10 ist bei ihm aber auch möglich), als den wohl besten Two-Way-Wing im Jahrgang, aber auch sein Namensvetter Miles (der nicht sein Bruder ist), Shai Gilgeous-Alexander oder Collin Sexton sind Namen, die ich persönlich interessant finde. Troy Brown und Lonnie Walker kann man hier ebenfalls aufführen, ebenso wie Zhaire Smith, der zwar noch extrem roh ist, dafür aber eine völlig absurde Athletik mitbringt und zumindest defensiv ein richtig ekliger Spieler werden könnte.

Wenn wir noch etwas weiter hinten schauen, gibt es auch noch zwei etwas ältere College-Scorer, die meines Erachtens nach einen Impact in der NBA haben sollten: Grayson Allen (Duke) fiel zwar am College teilweise mit etwas dreckigen Aktionen auf und hat kein Superstar-Potenzial, mit seinem überragenden Wurf wird er aber eine Rolle in der NBA finden - möglicherweise bei Boston oder Golden State.

Auch Donte DiVincenzo, den viele vielleicht noch vom Championship Game kennen, könnte in dieser Range (26-32) gepickt werden und sich schnell in der Liga zurechtfinden.

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