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NBA Playoffs: 5 Fragen zum Aus der Utah Jazz: Das war nur der Anfang!

Donovan Mitchell (r.) hat sich auch den Respekt von Chris Paul (l.) verdient.
© getty
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Warum kam Donovan Mitchell gegen die Rockets nicht so zum Zug?

Der Ausfall von Ricky Rubio traf den Rookie vielleicht härter als alle anderen Spieler. Mitchell musste vorher schon eine irre Last für einen Frischling tragen, nun musste er auch noch mitten in den Playoffs auf eine andere Position wechseln. Er sollte nicht mehr nur der wichtigste Scorer, sondern auf einmal auch noch der primäre Playmaker der Jazz sein. Mitchell hat die ganze Saison über die Erwartungen und Widerstände übertroffen, aber diese Last war letztendlich (noch) zu groß für ihn.

Zumal die Rockets eben den Luxus hatten, nicht nur einen, sondern gleich mehrere Sonderbewacher für Mitchell abzustellen. Paul und Harden sahen Minuten gegen ihn, aber Mitchell musste auch viele Possessions gegen Ariza, Gordon oder Mbah a Moute ran - gerade der langarmige Ariza bereitete ihm dabei größte Schwierigkeiten, gegen ihn traf Mitchell laut Second Spectrum nur 34,5 Prozent seiner Würfe.

Zudem haben die Rockets eben genau das Personal, das den Jazz (siehe Frage 2) defensiv gefehlt hat, will sagen: Ihr Big Man Capela ist tatsächlich ein Alles-Switcher. Der Schweizer war immer wieder in der Lage, nach Pick'n'Rolls vor Mitchell zu bleiben und ihn damit noch weiter in seinen Abläufen einzuschränken.

Donovan Mitchell: Eine letzte Explosion in Spiel 5

Hier fiel dann auch, zumindest ein bisschen, ins Gewicht, dass Mitchell eben noch nicht jede erdenkliche Defense gesehen und jede mögliche Situation erlebt hat. Man konnte es im Lauf der Saison oftmals vergessen, aber Mitchell ist immer noch ein Rookie - in dieser Serie häufig im direkten Duell mit zwei Hall-of-Fame-Guards, ohne den eigenen Backcourt-Partner an seiner Seite.

Dass seine Quoten und sein Spiel insgesamt dadurch im Vergleich zur ersten Runde gegen OKC und zur Regular Season in den Keller gingen, sollte man Mitchell daher nicht allzu sehr anlasten. Der 21-Jährige wird seine Lehren daraus ziehen. Das sah man in Spiel 5 ja auch bereits, als er zunächst kein Bein auf den Boden bekam und nur 2 Punkte erzielte, nur um dann im dritten Viertel gleich 22 Punkte aufzulegen.

Dass die Saison dann vorzeitig mit einer Verletzung endete, ist schade, wird aber letzten Endes laut Jazz-Infos keine längeren Probleme mit sich bringen. Insofern kann man Mitchells Fazit nach Spiel 5 glauben: "Das war nur der Anfang. Wir können noch viel mehr erreichen. Wir werden zurückkommen." Das galt vor allem wohl auch für ihn selbst.