NBA

Fünf Fragen zum Trade von Griffin zu den Pistons: Die kalte Seite des Geschäfts

Blake Griffin wurde völlig überraschend zu den Detroit Pistons getradet.
© getty
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Was bedeutet der Trade für den Rest der Liga?

Es kommt auf jeden Fall Bewegung in den Markt. Viele Experten hatten eine vergleichsweise ruhige Trade Deadline erwartet, doch durch die Clippers scheint das Karussell erst richtig Fahrt aufzunehmen. Ob der Griffin-Deal nun der Blockbuster des Winters ist, kann noch nicht abgeschätzt werden. Dafür verändern sich die Parameter innerhalb der Liga zu schnell.

Als anschauliches Beispiel kann die Western Conference dienen, welche innerhalb weniger Tage ordentlich durchgeschüttelt wurde. Die New Orleans Pelicans sind trotz des Achillessehnenriss von Boogie Cousins weiter gewillt, mit aller Macht die Postseason zu erreichen und suchen Hilfe für Anthony Davis, und auch die Oklahoma City Thunder werden nach der Verletzung von Andre Roberson noch nachladen wollen. All diese Ereignisse haben Implikationen auf das Playoff-Rennen im Westen.

Die Gewinner dieser ganzen Ereignisse dürften die Portland Trail Blazers und die Denver Nuggets sein, ohne dabei auch nur irgendetwas gemacht zu haben. Auch sie dürften aber zur Deadline noch etwas versuchen. Selbst für die Utah Jazz, bei denen sich das Lazarett langsam lichtet, scheint der Playoff-Zug noch nicht abgefahren zu sein. Der offensichtliche Move wäre dabei wohl ein Trade für Nikola Mirotic von den Chicago Bulls, der anscheinend bereits diskutiert wurde.

Ähnlich wild geht es auch im Osten zu. Durch die Schwäche der Cleveland Cavaliers könnten einige Teams Blut geleckt haben. Nach fast einer Dekade Dominanz von LeBron James erscheint es diesmal möglich, den King und sein Gefolge in einer Playoff-Runde zu schlagen. Das dürfte für Boston, Toronto, Milwaukee oder auch Washington gelten. Verrückt dabei: Diese möglichen Contender um den Titel im Osten müssen auch in den Rückspiegel schauen. Die nun unberechenbaren Pistons liegen zum Beispiel nur 4,5 Siege hinter den Bucks auf Platz fünf.

Vielleicht ist es also nur der Auftakt einer verrückten Woche und wir erleben einen Deadline Day wie 2015, als über 40 Spieler getradet wurden. Möglicherweise bleibt es aber auch ruhig. Es sollte nicht viele Teams geben, die so verzweifelt wie die Pistons sind und sofort den Abzug betätigen.

Gleichzeitig ist der Trade ein weiteres Zeichen, dass es in der NBA an vielen Standorten keinerlei Loyalität gibt, das musste schon Isaiah Thomas in Boston erfahren. Die Clippers gingen sogar noch einen Schritt weiter. Im Sommer wurde nach der Verlängerung das Jersey von Griffin noch als eine Art Vorhersage für die Zukunft unter die Decke des Staples Center gezogen, nun darf Griffin in Detroit den Schneeschieber rausholen anstatt sich in der Sonne von Los Angeles zu aalen. Immerhin: Die 170 Millionen Dollar kann ihm keiner wegnehmen.