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NBA

Nr. 14! Boston schlägt auch den Champion

Von Philipp Jakob
Jaylen Brown führt die Celtics mit einer starken Leistung zum 14. Sieg in Folge

In einer nicht immer schön anzuschauenden, dafür aber enorm intensiven und spannenden Partie setzen sich die Boston Celtics (14-2) mit 92:88 (BOXSCORE) gegen die Golden State Warriors (11-4) durch. Die Defense dominiert auf beiden Seiten, Boston muss sich mehrmals von großen Rückständen erholen. Am Ende geht der Siegeszug der Kelten aber weiter.

Das mit Spannung erwartete Duell der aktuell besten Teams der Association hielt, was es versprach. Den besseren Start in die Partie erwischte dabei Golden State. Die Gäste von der Westküste erstickten die Offensiv-Bemühungen der Celtics in der ersten Halbzeit quasi im Keim. So - und dank des schnellen Umschaltspiels - erarbeiteten sich die Dubs eine zwischenzeitliche 17-Punkte-Führung im zweiten Durchgang.

Doch die Defense der Celtics gilt nicht umsonst als eine der besten der NBA. Mit einigen Highlight-Plays vor allem von Jaylen Brown machte Boston den eigenen Korb ebenfalls dicht. In den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit erzielte Golden State kein einziges Field Goal mehr. Die Celtics waren nach einem 15:3-Lauf zum Pausentee wieder in Schlagdistanz (47:42 GSW).

Schon in der gesamten Saison präsentierten sich die Warriors allerdings extrem stark im dritten Abschnitt, das setzte sich auch gegen Boston zunächst fort. Aus Sicht der Gäste fielen endlich ein paar Dreier, angeführt von Kevin Durant (24 Punkte) hatte Golden State Mitte des Viertels erneut einen 17-Punkte-Vorsprung vorzuweisen.

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Das wollte Brown aber ganz offensichtlich nicht auf sich sitzen lassen. Mit insgesamt 22 Punkten (3/8 Dreier) und 7 Rebounds - davon 3 am offensiven Brett - brachte er sein Team fast im Alleingang wieder zurück ins Spiel. Mit einem beeindruckenden 19:0-Lauf übernahm Boston sogar kurzzeitig die Führung.

Im Schlussabschnitt konnte sich kein Team mehr entscheidend absetzen, es entwickelte sich ein echter Defensiv-Krimi. Schließlich war es Kyrie Irving, der sich mit einem schönen Drive einen Trip an die Freiwurflinie erarbeitete und Boston 14 Sekunden vor Schluss mit 2 Zählern in Front brachte. Nachdem Durant anschließend einen Fade-Away-Jumper nur an den Ring setzte, brachte Boston den 14. Sieg in Folge von der Charity Stripe nach Hause - die längste Siegesserie der Kelten seit 2010!

Irving zeigte dabei insgesamt etwas Licht und noch mehr Schatten. Erst in der Crunchtime war der Point Guard zur Stelle, zuvor hatte er einige Probleme mit seinem Wurf (4/16 FG). Insgesamt kam Irving aber immerhin noch auf 16 Punkte (11 davon im vierten Viertel) sowie 6 Assists. Während der Halbzeit legte er seine Gesichtsmaske zur Seite, die ihn zuvor deutlich behindert hatte. Neben Irving und Brown zeigte auch Al Horford (18 Punkte, 11 Rebounds) eine starke Leistung. Daniel Theis kam nur zu 3 Minuten Einsatzzeit (2 Rebounds).

Auf Seiten der Warriors enttäuschten vor allem Steph Curry (9 Punkte) und Klay Thompson (13). Damit endete für den amtierenden Champion die Siegesserie von 7 Spielen.

Boston Celtics vs. Golden State Warriors: Die wichtigsten Statistiken

  • Besonders in der ersten Hälfte der Partie war in Sachen Offense für die Hausherren nicht viel zu holen. Boston versenkte in den ersten 24 Minuten gerade einmal 30,2 Prozent ihrer Feldwurfversuche. Immerhin erkämpften sie sich einige Trips an die Freiwurflinie (12/13 FT allein im zweiten Abschnitt), was half, im Spiel zu bleiben. Insgesamt schnappte sich Boston den Sieg trotz einer Quote von gerade einmal 32,9 Prozent aus dem Feld (21,9 Prozent Dreier).
  • Auf der anderen Seite lief auch bei den Warriors nicht unbedingt alles glatt. In der ersten Halbzeit hatten Curry und Co. doch einige Probleme mit dem ansonsten so sicheren Distanzwurf (4/14 Dreier). Darunter waren auch mehrere Airballs zu sehen, die von den Celtics-Fans fast schon frenetisch gefeiert wurden. Viel besser wurde es anschließend ebenfalls nicht. Auch die vielen Turnover (15) machten den Dubs einen Strich durch die Rechnung.
  • Einen wichtigen Vorteil generierten die Dubs aus der Transition. Golden State drückte wann immer es nur ging aufs Tempo, sei es nach den gegnerischen Ballverlusten (15) oder Fehlwürfen. Damit erwischten sie die noch unsortierte Celtics-Defense oftmals auf dem falschen Fuß und kamen so zu 20 Fastbreak-Punkten (BOS: 13).
  • Den Sieg sicherte sich Boston hauptsächlich an der Freiwurflinie. Ganze 38 Mal standen die Kelten an der Charity Stripe, 33 Mal waren sie erfolgreich. Gerade im dritten Abschnitt, als Golden State schon früh die Mannschaftsfoulgrenze erreicht hatte, ermöglichte dies Boston das Comeback.

Boston Celtics vs. Golden State Warriors: Hier geht's zum BOXSCORE!

Boston Celtics vs. Golden State Warriors: Die Stimmen

Stephen Curry (Warriors): "Wir hatten die Kontrolle über das Spiel, obwohl wir alle ziemlich schlecht geworfen haben. Wir haben dann einfach unsere Defensivleistung nicht aufrecht erhalten können."

Der Star des Spiels

Jaylen Brown. An beiden Enden des Courts gab er seinem Team einen wichtigen Push. Der Wing verteidigte einerseits sehr gut, gleichzeitig brachte er die Celtics seinem starken Auftritt in der Offense zurück in die Spur. Ohne ihn wäre das doppelte Comeback der Celtics sicherlich nicht möglich gewesen. Vor allem auch, da Irving über weite Streckend er Partie zu kämpfen hatte.

Der Flop des Spiels

Steph Curry. Das war nichts vom Edel-Shooter der Warriors. Im ersten Spiel nach seiner Oberschenkelverletzung präsentierte sich Curry noch nicht wirklich in Topform. Sein Wurf wollte schlicht und einfach nicht fallen: Nur 3 seiner 14 Versuche fanden den Weg durch die Reuse, von Downtown stand Curry bei 2/9. Neben seinen mageren 9 Zählern kam der Point Guard aber immerhin noch auf 6 Rebounds, 5 Assists und 4 Steals (bei 4 Turnover).

Coaching Move des Spiels

Die beste Defense der Liga? Diesen Eindruck hinterließen an diesem Abend lange Zeit die Warriors, nicht die Kelten. Mit vielen Switches sowie vereinzelten - aber jeweils sehr effektiven - Double-Teams machte Golden State den Gastgebern das Leben schwer. Obwohl Boston den Spalding gut durch die eigenen Reihen bewegte, hatten sie durch die starken Close-Outs der Dubs selten offene Würfe. Doch Boston steht nicht umsonst ganz oben im Defensiv-Ranking der NBA. Auch Golden State hatte mit der physischen Verteidigung der Hausherren Probleme, allerdings ließ der amtierende Champion auch einige offene Würfe liegen.

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