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Zurück bleibt Brachland

Paul George läuft von nun an für die Oklahoma City Thunder auf
© getty
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Passen George und Russell Westbrook überhaupt zusammen?

Kurz und knapp: Wenn Westbrook den Ball dominiert wie in der letzten Saison, als er mit einer völlig besinnungslosen Usage-Rate von 41,7 Prozent sämtliche Rekorde pulverisierte, wird es jeder Co-Star schwer haben, der gerne auch mal selbst den Ball in der Hand hält. Wenn man zudem noch ein schlechter Catch-and-Shoot-Spieler ist wie Oladipo, kann man von Zeit zu Zeit dann schon mal verhungern.

George allerdings kann werfen - ziemlich gut sogar. Er ist gut darin, sich abseits des Balles zu bewegen, und kann trotzdem auch mal mit Ball in der Hand kreieren. Wenn man sich einen perfekten Co-Star für Westbrook backen wollte, würde er George ziemlich stark ähneln (am meisten würde er Kevin Durant ähneln, aber das steht auf einem anderen Blatt).

Beide Stars werden sich an eine leicht veränderte Rolle gewöhnen müssen, aber das muss nichts Schlechtes sein. George hat nach Jahren als erste Option zum ersten Mal einen Spieler neben sich, der besser ist als er und neben dem er nicht ständig die gesamte Offense schultern muss.

Das liegt ihm mehr: George kann eine erstklassige "Second Banana" sein. Ein herausragender Verteidiger, der wenn er heiß läuft auch der Topscorer sein kann - der es aber neben Westbrook nicht zwingend immer sein muss. Neben Russ wird George dann vielleicht auch nicht mehr fordern, dass er in engen Spielen den letzten Wurf nehmen muss - obwohl er sie fast nie trifft.

Westbrook wiederum dürfte ebenfalls glücklich sein. Die letzte Saison hat sicher Spaß gemacht, er wurde MVP, aber jetzt ist es an der Zeit, sein Spiel zumindest wieder in etwas normalere Bahnen zu lenken. Russ hat durch Georges Ankunft mehr Platz für seine Drives, ein Shooter von seinem Kaliber stand letzte Saison nicht im Thunder-Kader.

Das kann und muss er nutzen und den Neuzugang auch entsprechend mit einbeziehen. Denn wenn auch George neben ihm verhungert, wird nicht nur er das Team verlassen - es werden auch andere Superstars davon absehen, in der Zukunft mit Westbrook zusammenspielen zu wollen. Das setzt ihn unter Druck, bietet ihm aber auch eine große Chance. Das Potenzial für einen monströsen One-Two-Punch ist zweifelsohne da.