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NBA

Rekord-Russ schickt Denver in den Urlaub

Von Dirk Funk
Die Thunder feiern ihren Held

Russell Westbrook hat NBA-Geschichte geschrieben. Mit Triple-Double Nr.42 stellte er einen neuen NBA-Rekord auf. Ganz nebenbei entschied er bei einer erneuten Aufholjagd seiner Oklahoma City Thunder (46-34) das Spiel gegen die Denver Nuggets (38-42) mit einem eiskalten Gamewinner, 106:105.

Nachdem Russell Westbrook in dem letzten Spiel gegen die Phoenix Suns sein Triple-Double über die komplette Saison garantierte, erreichte er im Spiel gegen die Nuggets den nächsten Meilenstein. Mit Triple-Double Nr. 42 übertrumpfte er den Uralt-Rekord von Oscar Robertson für die meisten Triple-Doubles in einer Saison. Wie sich seine Rekord-Abend letztendlich entfaltete, war schon fast märchenhaft.

Mit 50 Punkten (17/32 FG), 16 Rebounds und 10 Assists zeigte Westbrook eine sensationelle Partie, dennoch sah es lange danach aus, als ob er sich mit einer Niederlage bei seiner historischen Partie begnügen müsste. Viele seiner Teamkameraden zeigten nämlich eine absolut desolate Leistung. Lediglich 6 Dreier konnte OKC verbuchen - Westbrook traf fünf davon. Backcourt-Partner Victor Oladipo erwischte mit 8 Punkten (3/15 FG) einen insgesamt schwachen Abend. Enes Kanter und Steven Adams halfen immerhin jeweils mit sechs wichtigen Offensivrebounds aus.

Mit dem eiskalten Gamewinner sorgte Russ dann nicht nur für ein absolut malerisches Ende, sondern beendete auch die Playoff-Hoffnungen für Denver. Die Nuggets, für die Danilo Gallinari mit 34 Punkten eine Saison-Bestleistung erzielte, liegen nun zwei Spiele hinter den Trail Blazers auf Platz 9 und können sie nicht mehr einholen.

Die Reaktionen:

Gary Harris (Nuggets): "Er (Westbrook) hatte eine unglaubliche Saison. Ich glaube, dass er mit diesem Spiel vielleicht den MVP-Titel gesichert hat."

Russell Westbrook (Thunder): "Pures Adrenalin, die Emotionen kochen über, der Gamewinner und auch noch aus der Distanz - das ist genau das, wovon man als kleiner Junge träumt. Das ist etwas, was ich niemals vergessen werde."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: OKC begann die Partie mit Westbrook, Victor Oladipo, Andre Roberson, Taj Gibson und Steven Adams. Doug McDermott stand wegen Kniebeschwerden nicht zur Verfügung. Denver agierte zunächst mit Jamal Murray, Gary Harris, Danilo Gallinari, Wilson Chandler und Nikola Jokic.

1. Viertel: Westbrook und seine Thunder starten munter in die Partie und zeigten zunächst mehr Spielfreude, während die Nuggets-Offensive träge wirkte. Durch Einzelaktionen von Chandler und Gallinari konnten die Nuggets dann aber viermal von draußen Punkten und vor allem Gallinari lief mit 12 Punkten im ersten Viertel heiß. Mit 6 Punkten, 5 Rebounds und 3 Assists befand sich Westbrook auf Triple-Double-Kurs. Enes Kanter sicherte dann mit 9 Punkten von der Bank die Führung. 27:26 Thunder.

2. Viertel: Mit Westbrook auf der Bank glich die Thunder-Offensive einem Gruselkabinett. Nicht nur fiel kein Wurf, mit unnötigen Ballverlusten brachte OKC einen wirklich schwachen Gegner in die Partie. Emmanuel Mudiay konnte so mehrmals zum Fastbreak ansetzten und leichte Punkte einsammeln. Einen 11:2-Lauf mussten die Thunder in der Phase hinnehmen. Doch dann drehte Westbrook auf und führte seine Mannschaft mit 17 Punkten im Viertel. Mit bereits 12 Rebounds fehlten Russ nur noch 4 Assists zum Rekord. 53:52 Thunder.

3. Viertel: Denver kam mit viel Energie aus der Kabine. Jokic dirigierte bravourös die Offensive und suchte vor allem Gallinari, der brandheiß nach der Halbzeit war. Der Italiener erzielte 19 Punkte im Viertel und sicherte seiner Mannschaft eine zweistellige Führung. Westbrook spielte weiter bärenstark, bekam aber nicht genug Hilfe, um den verdienten Rückstand aufzuholen. 91:81 Nuggets.

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4. Viertel: Das Spielgeschehen rückte in den Hintergrund, da alle nur noch auf den zehnten Assist von Westbrook warteten. Nach 8 Minuten im Schlussviertel war es nun endlich soweit - Semaj Christon traf nach Pass von Westbrook einen Dreier. OKC lag zu diesem Zeitpunkt aber mit 10 Punkten hinten. Das Momentum schien dann auf Seite der Thunder zu wechseln, als Jokic Westbrook unsportlich foulte und Russ durch ein weiteres technisches Foul dreimal an die Linie ging. Wenig später verkürzte Westbrook nach einem Foul beim Dreierversuch und danach mit einem schnellen Korbleger auf 2 Punkte. Jokic vergab einen Floater und Westbrook schnappte sich mit knapp 3 Sekunden zu spielen den Rebound. Nach kurzen Schwierigkeiten beim Einwurf, fand Adams Westbrook zwei Meter hinter der Dreierlinie und Russell nagelte den Ball eiskalt rein. 106:105 Thunder!

Nuggets vs. Thunder: Hier geht es zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Russell Westbrook. Dieses Spiel diente als Mikrokosmos für die ganze Saison. Während des vierten Viertels kamen viele Stimmen auf, die Westbrooks Triple-Double als schöne Fassade anprangern und auf die Niederlage verweisen wollten. Westbrook präsentierte aber mal wieder seinen unbändigen Willen und fügte ein weiteres Kapitel zu seiner MVP-Kampagne hinzu.

Der Flop des Spiels: Gary Harris. Unter ansonsten überzeugenden Startern der Nuggets fiel der Shooting-Guard besonders negativ auf. Mit 2 Punkten (1/8 FG) erwischte er einen rabenschwarzen Abend.

Das fiel auf:

  • Zuletzt wurde oft thematisiert, dass Westbrook einen Teil seiner Rebounds von Steven Adams und den restlichen Thunder-Bigs geschenkt bekommt. In dieser Partie konnte man jedoch erneut beoachten, dass sie dies nicht zwingend machen, um Westbrook zu seinem Triple-Double zu verhelfen, sondern weil Westbrook nach dem eigenen Rebound unglaublich gefährlich ist. Entweder fand Russ per Outlet-Pass einen offenen Teamkollegen für einen freien Korbleger oder zog selber an allen vorbei und kollabierte die Verteidigung.
  • Westbrook hätte bereits zur Halbzeit ein Triple-Double haben können, doch keiner seiner Mitspieler strahlte wirkliche Gefahr von draußen aus. Kyle Singler, Sabonis und Oladipo vergaben allesamt freistehend. Denver machte das Spiel so eng und nahm Westbrook seine Lieblingsoption für einen Assist - den Dumpoff-Pass nach dem Pick&Roll. Seine Vorlagen holte sich Russ fast ausschließlich in der Transition.
  • Denver hatte großen Erfolg in der 5-Out Offense mit Jokic als Ballverteiler. Jokic stellt selber eine Gefahr am Perimeter da und konnte etliche male einen seiner vier Schützen um ihn herum finden. Die Thunder-Defensive, die das Spiel am liebsten unter dem Korb unangenehm machen will, wirkte als Kollektiv unsicher außerhalb der Zone.
  • Denver-Coach Mike Malone bezog vor dem Spiel Stellung zu der MVP-Debatte und sprach sich für Westbrook aus. Malone erwähnte dabei, dass beide den Titel verdient hätten, Harden aber mehr Hilfe in Houston haben würde. Außerdem bezog er sich auf die Konstanz von Westbrook, die für diese historische Triple-Double-Saison erforderlich ist.

Der Spielplan im Überblick

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