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NBA Legenden-Serie: Kevin Garnett - Der Gamechanger

Kevin Garnett hat nach 21 Jahren seine Karriere beendet

Garnett bei den Celtics: Erlösung und große Emotionen

Den Stempel des Verlierens legte KG in den Finals 2008 endgültig ab. Zwar lag der Fokus im Angriff nicht mehr auf ihm, dafür konnte er sich seinem liebsten Steckenpferd, der Defense widmen und gewann 2008 auch den Award als bester Defensivspieler der Liga.

Die Lakers um Kobe, Pau Gasol und Co. unterlagen dem Rekordmeister. Bei Garnett brachen alle Dämme. Der Druck, der dort von ihm abfiel, muss gigantisch gewesen sein. "Anything is possible", dieser Ausbruch an Emotionen im Siegesinterview ging in die Geschichte der Finals ein. The Big Ticket war nach 13 langen Jahren und vielen Rückschlägen am Ziel.

Man konnte mit diesem von Ehrgeiz zerfressenen Menschen mitempfinden. Trotz allem kam auch die menschliche Komponente während Garnetts langer Karriere nie zu kurz. Das Bild von KG nach dem Tod von Saunders vor dem Parkplatz des verstorbenen Trainers sagte mehr als 1000 Worte. Zu Ehren eines verstorbenen Freundes trug Garnett in Brooklyn das Trikot mit der Nummer zwei.

Garnett, der Marathonmann

Das alles machte ihn zu einem tollen Anführer, der so hart wie keiner zu sich selbst war und gleichzeitig Weggefährten dazu bewegte, es ihm gleichzutun. Kritik am Trainer war ein Tabuthema, außerdem stellte er sich stets wie ein Schutzschild vor das eigene Team. Garnett war ein Superstar, ein hervorstechender Charakter, in einer Liga voller bunter Vögel. Dennoch traf die Definition Musterprofi auf kaum einen Spieler so sehr zu wie auf ihn.

Bereits 2013, er war immerhin schon 37, dachte KG an seinen Rücktritt. Damals stand der Trade mit Paul Pierce nach Brooklyn zu den Nets kurz bevor. "Ich möchte als Celtic meine Karriere beenden", machte Garnett klar. Er änderte nach gutem Zureden von Pierce seine Meinung, doch der Zahn der Zeit nagte am Schlacks.

Mit 1.462 Partien absolvierten nur fünf Spieler mehr Spiele als er. Mit über 50.000 Minuten standen nur Kareem Abdul-Jabaar, Karl Malone und Nowitzki länger auf dem Feld. 15 Mal war KG All-Star, vier Nominierungen für das All-NBA First Team, MVP 2004, DPOY 2008. Es ist nur ein Auszug der Liste an Erfolgen und Meilensteinen des künftigen Hall of Famers.

Die Statistiken von Kevin Garnett in der NBA

SaisonTeamSpielePunkteFG%ReboundsAssistsBlocks
1995/96Wolves8010,449,16,31,81,6
1996/97Wolves7717,049,98,03,12,1
1997/98Wolves8218,549,19,64,21,8
1998/99Wolves4720,846,010,44,31,8
1999/00Wolves8122,949,711,85,01,6
2000/01Wolves8122,047,711,45,01,8
2001/02Wolves8121,247,012,15,21,6
2002/03Wolves8223,050,213,46,01,6
2003/04Wolves8224,249,913,95,02,2
2004/05Wolves8222,250,213,55,71,4
2005/06Wolves7621,852,612,74,11,4
2006/07Wolves7622,447,612,84,11,7
2007/08Celtics7118,853,99,23,41,2
2008/09Celtics5715,853,18,52,51,2
2009/10Celtics6914,352,17,32,70,8
2010/11Celtics7114,952,88,92,40,8
2011/12Celtics6015,850,38,22,91,0
2012/13Celtics6814,849,67,82,30,9
2013/14Nets546,544,16,61,50,7
2014/15Nets/Wolves476,946,76,61,60,4
2015/16Wolves383,247,03,91,60,3

Garnett: Das Geheimnis entschlüsselt

2020 wird KG in Springfield zusammen mit Kobe Bryant und Tim Duncan in ebenjenen erlauchten Kreis aufgenommen werden. Garnett mag nur einen Titel gewonnen haben, war aber in der Retrospektive eine ähnlich wichtige Figur dieser Generation, der die Spielregeln einer ganzen Liga änderte.

KG war quasi die Kreuzung aus The Big Fundamental und Black Mamba. Ein Showman, der aber seine eigenen Interessen für den Teamerfolg zurückstellte. Wie er Andrew Wiggins und Karl-Anthony Towns im letzten Jahr seiner Karriere für die großen Aufgaben zu vorbereiten versuchte, zeigte das wunderbar. Als KG ging, mutierten die Wolves zu einem schwachen Defensiv-Team, auch weil Garnett als Kommunikator fehlte.

"Ich weiß, was zu tun ist. Ich werde ab jetzt übernehmen", verkündete Towns direkt dem Rücktritt seines Mentors, doch ein überdurchschnittlicher Verteidiger ist KAT bis heute nicht.

Garnett hatte sich dem Spiel verschrieben, doch vor allem hat er das von Bill Simmons viel beschworene Secret of Basketball, die Essenz entschlüsselt. Denn selbst im Moment der Niederlage war sich KG stets bewusst: "Es geht nicht um mich. Es geht um uns."

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