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NBA

23-0! Splash Brothers zerstören Indiana

Von Martin Gödderz
Klay Thompson war on fire und verwandelte 10 Dreier gegen die Pacers

Die Golden State Warriors (23-0) kennen kein Erbarmen. Mit einer rekordträchtigen ersten Halbzeit sorgt der Champion auch gegen die Indiana Pacers (12-8) schnell für klare Verhältnisse, muss am Ende aber noch einmal gehörig zittern. Beim 131:123-Sieg (BOXSCORE) glänzte mal wieder der unglaubliche Backcourt, wobei Klay Thompson seinen Splash Brother Stephen Curry dieses Mal in den Schatten stellte.

Während Stephen Curry gegen die Pacers mit 29 Punkten (11/23 FG) sowie 10 Assists ein starkes Double-Double erzielte, stand Klay Thompson offensiv noch mehr im Rampenlicht. Mit 39 Punkten sorgte der Shooting Guard nicht nur für einen persönlichen Saisonrekord, er versenkte dabei auch 10 seiner 16 Dreierversuche. Allerdings knickte Thompson in der letzten Spielminute um und musste mit einem verstauchten Knöchel verletzt vom Feld.

Nach einer furiosen ersten Halbzeit, welche Golden State mit 79:60 für sich entschied, schien lange Zeit alles klar. Dann ging der Meister sogar mit einem 30-Punkte-Vorsprung ins Schlussviertel, ehe die Pacers in der Garbage Time noch einmal herankamen. So mussten die Stars in den letzten Minuten doch noch einmal ran und brachten Sieg Nummer 23 mit mehr Mühe als gedacht nach Hause.

Doch nicht nur die Splash Brothers konnten wie gewohnt glänzen, auch der Warriors-Frontcourt war gut aufgelegt. Andrew Bogut kam mit 14 Punkten (7/8 FG) und 10 Rebounds auf sein zweites Double-Double der Saison. Festus Ezeli steuerte 12 Punkte (5/8 FG) von der Bank bei.

Bei den Pacers stemmte sich der starke Paul George (33 Punkte, 8 Rebounds, 6 Assists) mit aller Macht gegen die Niederlage. Gegen die Firepower der Warriors konnte er aber genauso wenig ausrichten wie die offensiv ebenfalls gut aufgelegten C.J. Miles (24 Punkte, 5/11 Dreier) und George Hill (12 Punkte, 3/4 Dreier).

Die Reaktionen:

Stephen Curry (Warriors): "Wir müssen das am Ende wesentlich besser machen. Wir haben klar zweistellig geführt. Wenn du so eine gute Nacht hast, wie wir sie 36 Minuten lang hatten, dann willst du die Dinge so einfach wie möglich handhaben und das Spiel nicht zwei- oder dreimal gewinnen müssen."

Klay Thompson (Warriors): "Es war einer dieser Abende, an denen du so viele großartige Möglichkeiten erhältst. Ich habe mich toll gefühlt. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich so ein Spiel schuldig gewesen."

... über seinen Knöchel: "Ich weiß gar nicht, wie das passiert ist. Aber ich bin in Ordnung, das ist nicht das erste Mal. Wahrscheinlich wird er ein paar Tage weh tun, aber ich sollte im Handumdrehen wieder zurück sein."

Paul George (Pacers): "Dieses Team ist gut. Sie haben das Selbstvertrauen eines Champions und jeder Spieler kann gelungene Spielzüge abliefern. Nicht nur Stephen oder Klay wissen, wie man den Ball durch den Ring befördert."

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Vor dem Tip-Off: Die Warriors müssen zum sechsten Mal in Folge auf den verletzten Harrison Barnes verzichten und treten daher mit Curry, Thompson, Rush, Green und Bogut in Indiana an. Die heimischen Pacers starten wie gewohnt mit Hill, Ellis, Miles, George und Mahinmi.

6.: Wildes Hin und Her zu Beginn. Thompson versenkt ansatzlos einen Dreier aus dem Lauf, doch George antwortet auf der Gegenseite eiskalt aus der Distanz und lässt im Anschluss einen Korbleger im Fastbreak nach vergebenem Curry-Dreier folgen. Nach einem Fastbreak-Dunk von Draymond Green hat Frank Vogel erst einmal genug gesehen und nimmt beim Stand von 21:17 für Indiana die Auszeit.

11.: Im Stile eines Champions ziehen die Warriors mal schnell an und begeben sich auf die Überholspur. Hinten wird den Pacers der Riegel vorgeschoben, vorne läuft es weiterhin flüssig. Curry knallt seinen zweiten Dreier des Spiels rein und macht so einen unfassbaren 22:0-Run der Warriors perfekt, den erst George aus der Distanz stoppen kann. Golden State führt mit 37:24.

15.: Es wird langsam wirklich unschön für Indiana. Auch die Second Unit der Warriors lässt nicht locker. Iguodala springt in einen Pass von Lavoy Allen und schnappt sich den Spalding. Dann rennt der amtierende Finals-MVP den Ein-Mann-Fastbreak und versenkt den Layup zum 50:28 für Golden State.

20.: Indiana kämpft sich wieder etwas zurück ins Spiel. Stuckey tankt sich zu einem bärenstarken Layup über links durch, ehe Mahinmi einen Pass von Green abfängt und George bedient, der von der Dreierlinie den 7:0-Run perfekt macht. Nur noch 62:49 für die Warriors.

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24.: Gerade hatte Indiana leise Hoffnungen ranzukommen, schon schlagen die Splash Brothers zurück. Der überragende Thompson rastet völlig aus, haut mal eben innerhalb von drei Minuten vier Dreier rein, steht nun schon bei 29 Punkten und schon führt Golden State wieder mit 79:58.

30.: Die Körpersprache spricht Bände. George verpasst einen Layup und erhält kein Foul, weswegen der Pacers-Star missmutig und langsam zurückschleicht. Aus sicherer Entfernung sieht er, wie Thompson seinen zehnten Dreier des Spiels reinhaut. 96:74 Warriors.

34.: Thompson geht in die Mite, setzt zum Wurf an und spielt dann Ezeli per Lob Pass frei. Der knallt den Alley-Oop-Dunk zum 107:77 für die Warriors rein. Müßig zu erwähnen, dass dieses Spiel wohl schon entschieden ist.

42.: Miles fängt in der Garbage Time Feuer und bringt die Pacers mit zwei starken Dreiern in Folge wieder etwas näher heran. Als die Warriors-Führung auf 121:105 schmilzt, nimmt Walton noch einmal die Auszeit und wechselt danach doch noch einmal Curry und Thompson ein.

48.: Unglaublich! Die Warriors spielen wieder mit ihrer besten Formation und geraten tatsächlich noch einmal ins Schwimmen. Budinger bringt Indiana mit einem And One 47 Sekunden vor Schluss auf sieben Punkte ran. Draymond Green leistet sich daraufhin ein Technical. George trifft seine Freiwürfe, doch Ellis leistet sich 17 Sekunden vor Schluss einen folgenschweren Ballverlust. Curry geht an die Linie und macht dort alles klar. 131:123 Warriors.

Indiana Pacers vs. Golden State Warriors: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Klay Thompson. Der Shooting Guard stand in dieser Saison häufiger im Schatten von Curry, gegen die Pacers war das allerdings nicht der Fall. Thompson war von Beginn an on fire und knallte unfassbare 8 Dreier bei 10 Versuchen in der ersten Halbzeit rein. Bereits kurz nach der Pause hatte er punktetechnisch einen neuen persönlichen Saisonrekord aufgestellt. Dreht der Shooter an der Seite von Curry derart auf, sind die Warriors eigentlich gar nicht zu stoppen. Der NBA-Dreier-Rekord (12) war ihm dann aber doch nicht vergönnt, obwohl ihn das Team zeitweise suchte.

Der Flop des Spiels: Monta Ellis. 18 Minuten lang stand der ehemalige Warrior in der ersten Hälfte auf dem Feld. Ihm gelang dabei lediglich ein einziger Punkt bei zwei Ballverlusten. Doch Ellis versagte nicht nur in der Offensive, er sah auch hinten hilflos dabei zu, wie Thompson sich in einen Dreierrausch schoss. In der zweiten Hälfte wurde es nicht besser. Als Indiana am Schluss doch noch einmal herankam, wollte er das Spiel an sich reißen, traf aber auch in dieser Phase so gut wie nichts und leistete sich stattdessen den spielentscheidenden Turnover.

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Das fiel auf:

  • Beide Teams kamen mit richtig Schwung aus der Umkleide. Die Pace zu Beginn des Spiels war enorm, es blieb kaum Zeit Luft zu holen. Anfangs schien auf beiden Seiten "7 seconds or less" zu gelten. Dabei ließen sich die Pacers auf einen Shootout mit dem Champion ein. Das ging ganze fünf Minuten lang gut, bis Golden State in der Defensive einen Gang höher schaltete und Indiana gegen Ende des ersten Viertels förmlich überrollte.
  • Indiana erzielte 60 Punkte in der ersten Hälfte. 43 Prozent der Dreier fielen. Die Turnover hielten sich in Grenzen, die Reboundarbeit funktionierte gut. Gegen Warriors on fire ist all das aber nichts wert. Golden State legte mit 79 Punkten eine unfassbare Halbzeit hin. So viele Punkte hat in dieser Saison noch kein Team in irgendeiner Hälfte erzielt, ganze 14 Teams schafften es in dieser Saison sogar schon weniger als 79 Punkte in einem ganzen Spiel aufzulegen. Curry und Thompson alleine machten dabei 45 Punkte.
  • Einer der Gründe für die Stärke der Warriors neben der überragenden Einzelspieler in der Offensive wurde deutlich, als sich Curry und Co im zweiten Viertel auf die Bank setzten. Golden States Bankspieler machten das Spiel etwas langsamer und holten sich so die volle Kontrolle. Indiana konnte auch gegen die Second Unit wenig ausrichten.
  • Der Champion demoralisierte die Pacers, die gerade in der Offensive keine schlechte Leistung ablieferten. Wenn man dann aber auf der Gegenseite mit ansehen muss, wie der Gegner gefühlt jeden Wurf verwandelt, drückt das auf die Moral. Die Quote der Warriors nach den ersten drei Vierteln? 61 Prozent verwandelte Feldwürfe, 50 Prozent getroffene Dreier, perfekte Freiwurfquote.
  • Als alles entschieden schien, agierten die Warriors dann doch etwas zu locker und ließen Indiana in der Garbage Time herankommen. Als Ellis die Pacers vier Minuten vor Schluss auf 11 Punkte heranbrachte, wurde auch die leblose Halle wieder zum Leben erweckt. Irgendwie retteten die Warriors den Vorsprung aber dreckig über die Zeit.

Der Spielplan im Überblick

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