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NBA

Dallas macht's unnötig spannend

Von Oliver Mehring
Nowitzki hatte das gesamte Spiel über Probleme mit seinem Wurf
© getty

Die Dallas Mavericks haben das vorletzte Spiel im Jahr 2015 gegen die Milwaukee Bucks mit 103:93 gewonnen (BOXSCORE). Durch eine größtenteils reife Vorstellung, die aber im Schlussabschnitt ein paar Kratzer abbekam, fiel auch der schwache Auftritt von Dirk Nowitzki schließlich nicht ins Gewicht.

Mit einer weitestgehend abgeklärten Vorstellung zog Dallas dem jungen Team aus Milwaukee den Zahn und kassierte bis zum Ende der Partie nur 4 Turnover. Dazu präsentierte Dallas das gewohnt geschlossene Teamplay und brachte ganze 25 Assists an den Mann. Da sich Milwaukee über die ersten drei Viertel nur marginale Vorteile unter dem Korb sichern konnte, war Dallas lange auf dem Weg zu einem Start-Ziel-Sieg. Allerdings kam in den letzten 12 Minuten noch einmal gehörig Spannung auf.

Für die nötigen Punkte sorgte bei den Gastgebern besonders Wes Matthews, der aus der Distanz 5 von 7 Versuchen verwandelte und gerade in den kritischen Phasen keine Nerven zeigte. Ansonsten beeindruckte Zaza Pachulia gegen seinen alten Arbeitgeber mit einer motivierten Vorstellung und kam am Ende auf 17 Punkte und 8 Rebounds. Insgesamt hätte der Sieg durchaus deutlicher ausfallen können, doch Dirk Nowitzki (7 Punkte) erlebte einen furchtbaren Abend und versetzte zum Teil völlig offene Würfe (1/7 3FG).

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Milwaukee versuchte, mit Bankspieler Jerryd Bayless dagegen zu halten. Dem Guard gelangen 19 Punkte und 7 Vorlagen in nur 26 Minuten. O.J. Mayo war wiederrum der einzige Spieler bei den Bucks, der für Gefahr aus der Distanz sorgen konnte (3/5 3FG). Bei den Startern kam einzig Khris Middleton auf eine zweistellige Punkteausbeute. Middleton warf für 15 Punkte, leistete sich aber auch 5 Ballverluste und brachte keinen einzigen Distanzwurf im Mavs-Korb unter.

Die Reaktionen:

Wes Matthews (Mavericks): "Sie haben einen Run hingelegt. Sie spielen mit viel Energie. Sie sind das einzige Team, das bisher die Warriors geschlagen hat. Ihr Rekord ist nicht spektakulär, aber sie sind hart zu spielen."

Jarryd Bayless (Bucks): "Wir haben uns zurückgekämpft. Jeder im Team hat alles gegeben. Dadurch hatten wir noch eine Chance auf den Sieg. Wir müssen einfach für 48 Minuten mit so einem Einsatz spielen."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Das Heim-Team aus Dallas nimmt eine wichtige Änderung vor und stellt Chandler Parsons in die Start-Aufstellung, dazu darf der formstarke J.J. Barea weiter Deron Williams vertreten. Das übrige Trio bilden die üblichen Verdächtigen Matthews, Nowitzki und Pachulia.

Auf dem anderen Ende des Courts gibt es keine Überraschungen. MCW und Khris Middleton bilden den Backcourt. Die großen Jungs bestehen aus Antetokounmpo, Parker und Monroe auf der Center-Position.

Dallas Mavericks vs. Milwaukee Bucks: Hier geht's zum BOXSCORE

5.: Das ist mal ein netter Start für die Mavs. Matthews und Parsons versenken gleich drei Longballs. So versucht Dallas mit schnellen Ball-Rotationen das Spielfeld breit zu machen. Das macht 16:10 auf dem Scoreboard.

12.: Während bei den Bucks noch ein wenig Sand im Getriebe ist, sieht das bei Dallas richtig ordentlich aus. Erst trifft Felton den langen Stepback-Zweier mit dem Ende der Uhr, dann legt Parsons einen wilden Layup durch den Ring: 32:23.

15.: Showtime in Dallas! Parsons fühlt sich als Starter pudelwohl und beantwortet einen kleinen Lauf der Bucks mit einem krachenden Alley-Oop-Dunk. Auszeit Milwaukee und 42:35 für die Mavs.

24.: Zaza hat sich wohl einiges vorgenommen gegen seinen alten Arbeitgeber. Der Georgier steht bereits bei 13 Punkten und erlaubt seinem Nachfolger Monroe bisher keinen einzigen Punkt aus dem Spiel. Da schmeckt der Pausentee: 59:51 für Dallas. Einzig Dirk hadert noch mit dem Wurf (2/6 FG) und hat bereits zwei völlig freie Dreier auf den Ring gesetzt.

34.: Und der nächste Turnover der Bucks wird bestraft. Der böse 'Übeltäter'? Dwight Powell! Der Forward springt in einen Milwaukee-Pass und rast alleine zu zwei einfachen Punkten. Der Korb zittert, die Halle tobt - 77:66.

42.: Was ist denn da los? Die Bucks fighten und fighten, während allen voran Nowitzki seinen Wurf nicht findet. Plötzlich ist es nur noch ein Punkt, der Milwaukee fehlt, weil Bayless inzwischen die Heizung angeschmissen hat. 87:88 aus Sicht der Gäste.

45.: Dallas wackelt wie ein Jenga-Turm auf hoher See. Die Bucks spielen nun deutlich aggressiver und mit jeder Menge Selbstvertrauen. Jedoch ist Matthews mit zwei Dreiern gemeinerweise der Spielverderber. Damit steht es 95:91.

48.: Das hätte die Entscheidung sein müssen, doch Nowitzki hat heute einen klassischen Off-Day. Wieder knallt ein völlig offener Dreier gegen das runde Metall (3/15 FG). Immerhin verlieren die Bucks bei eigenem Einwurf den Ball, womit aus dem Vier-Punkte-Abstand durch die Breakaway-Punkte von Devin Harris wieder ein beruhigendes Polster wird. Die Schluss-Sirene ertönt beim Stand von 103:93.

Der Star des Spiels: Wes Matthews. Eigentlich könnte hier genauso gut Zaza Pachulia stehen, doch Matthews war gerade in den kritischen Minuten des vierten Abschnitts zur Stelle und brachte das Spiel aus der Distanz nach Hause. Auch defensiv hatte der Ex-Blazer einen ordentlichen Impact.

Der Flop des Spiels: Greg Monroe. Der Bucks-Center hatte mit dem giftigen Pachulia einige Probleme und brachte nur drei Versuche im Korb unter. Dabei mangelte es dem Big Man vor allem an Aggressivität. Auch schwach: Michael Carter-Wiliams, der dem Spiel zu keiner Zeit die nötige Ordnung geben konnte.

Das fiel auf:

  • Es ist schon erstaunlich, wie simpel Dallas gegen die Bucks verteidigte und damit trotzdem lange Erfolg hatte. Das Team von Coach Rick Carlisle verteidigte mit Defensiv-Anker Pachulia verhältnismäßig tief und zwang Milwaukee mit offenen Positionen am Perimeter zum Abschluss. Da aber kaum ein Wurf sitzen wollte, fand das Team aus Wisconsin lange Zeit keinen Rhythmus.

  • Über weite Strecken agierte Milwaukee viel zu passiv. So ließ man in der ersten Hälfte viel zu viele einfache Punkte zu, ohne hin und wieder mit einem Foul das Spiel der Mavericks aus der Balance zu bringen. Außerdem zog man oftmals nur halbherzig in die gegnerische Zone. Das änderte sich erst im letzten Viertel. Plötzlich wackelte Dallas gewaltig und verlor auch in der Offense den Faden.
  • Raymond Felton hat in Dallas wahrlich ein Zuhause gefunden. Der Guard scheint das Spiel der Mavs inzwischen im Schlaf zu beherrschen. Nicht nur warf der Spielmacher von der Bank ein nahezu perfektes Spiel (5/6 FG), sondern traf offensiv immer wieder die richtigen Entscheidungen und initiierte schöne Ball-Stafetten, die schließlich in offenen Würfen mündeten. Ganz anders Devin Harris, der nur einen Wurf aus dem Spiel versenken konnte und zu oft mit dem Kopf durch die Wand wollte.
  • Der größte Schlüssel zum Sieg der Gastgeber? Die geringe Turnover-Quote. Nur 4 Ballverluste leisteten sich die Mavericks, was gegen die langen Arme der Bucks eine beachtliche Leistung ist. Dabei gehen zwei verlorene Bälle auf das Konto von Chandler Parsons, der zum ersten Mal in der Saison starten durfte. Nach einem guten Beginn konnte der Forward das Niveau nicht ganz halten, schloss aber immerhin mit 13 Punkten (6/12 FG), 4 Rebounds und 4 Assists.

Der Spielplan im Überblick

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