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NBA

Königliche Dominanz

Von Philipp Jakob
LeBron James (l.) dominiert die Zone gegen Boston und führt Cleveland zum Sieg
© Getty

Ein Offensiv-Feuerwerk sieht definitiv anders aus! In einem zwar intensiven, aber nicht unbedingt ansehnlichen Spiel besiegen die Cleveland Cavaliers (16-7) die Boston Celtics (14-11) mit 89:77 (BOXSCORE). Bei den Gastgeber läuft dabei offensiv nichts zusammen, während LeBron James die Zone dominiert.

Über die ersten 24 Minuten hinweg lieferten sich beide Teams einen spannenden Schlagabtausch, der allerdings nicht unbedingt mit hochwertigem Basketball glänzte. Zur Halbzeit hatten die Cavaliers gerade einmal 40 Zähler auf dem Konto. So wenig haben die Gäste in dieser Saison in einer Hälfte noch nie gescort.

Im dritten Viertel drehte Cleveland allerdings auf - und vor allem LeBron James. Obwohl der 30-Jährige im kompletten Spiel keinen einzigen Wurf außerhalb der Zone verwandelte, erzielte der King 24 Zähler und schnappt sich 7 Rebounds. Mit seiner dominanten Performance in der Zone führt er sein Team zum Sieg. Die Entscheidung fiel im dritten Viertel, das die Cavs mit 29:15 für sich entscheiden konnten.

Unterstützung bekam LBJ dabei vor allem von Kevin Love, der 20 Zähler, 8 Rebounds und 5 Assists zum dritten Sieg in Serie beisteuerte. Auf Seiten der Celtics war Avery Bradley noch bester Werfer mit 17 Punkten. Jae Crowder kam immerhin noch auf 14 Zähler (4/9 Dreier), das darf aber nicht über die insgesamt schwache Offensiv-Leistung der Kelten hinwegtäuschen. Boston versenkte gerade einmal 32,2 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld. So konnten die Gastgeber das Spiel im vierten Viertel auch nicht mehr wirklich spannend gestalten.

Die Reaktionen:

Kevin Love (Cleveland Cavaliers) über das Wiedersehen mit Olynyk: "Die Zeit heilt alle Wunden. Klar erinnere ich mich an die schwierige Playoff-Serie und das besonders harte vierte Spiel. Aber das war jetzt einfach nur eine normale Partie gegen einen einen guten Gegner."

LeBron James (Clevland Cavaliers): "Nach der Playoff-Serie, die wir letzte Saison gespielt hatten, wussten wir, dass es so ein körperbetontes Spiel werden wird. Aber wir haben die Aufgabe gut angenommen und gelöst."

Brad Stevens (Celtics-Coach): "Am Ende des Spiels, wenn du versuchst zurückzukommen, dann willst du einfach irgendwie den Rückstand reduzieren. Aber sie finden immer ein Matchup, dass ihnen gefällt und allein mit ihrem Talent konnten sie uns in Schach halten."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Nach der starken Partie gegen die Warriors will Boston nun auch den Eastern Conference Champion ärgern. Dafür schickt Head Coach Brad Stevens seine wohlbekannte Starting Five bestehend aus Isaiah Thomas, Avery Bradley, Jae Crowder, Amir Johnson und Jared Sullinger auf's Parkett. Auch bei den Cavaliers gibt es keine Veränderungen im Vergleich zu den letzten Partien. Matthew Dellavadova, J.R. Smith, LeBron James, Kevin Love und Timofey Mozgov sollen es also richten.

4.: Das geht mal richtig gut los für die Celtics. Der Ball läuft gut durch die eigenen Reihen, sodass Johnson wunderbar in der Zone frei gespielt wird. Der 28-Jährige nutzt den Freiraum für ein leichtes Dunking. Auf der anderen Seite forciert Boston einige Turnover - die Celtics führen mit 11:5.

11.: Mittlerweile sind auch die Cavaliers in der Partie angekommen - bei den Celtics fällt dagegen so gut wie nichts mehr. Jetzt sorgt Bradley aber mit seinem zweiten Pull-Up-Dreier für den Ausgleich - 19:19.

17.: Die letzten beiden Angriffe sind bezeichnend für das bisherige Spiel. Auf der einen Seite verlieren die Cavaliers mal wieder den Spalding im Angriff, doch Boston kann daraus keinen Profit schlagen. James Young lässt erneut eine gute Gelegenheit von Downtown liegen. Es bleibt beim 29:28 für die Kelten.

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22.: Nachdem Crowder mal wieder einen Dreier versenken konnte, sucht J.R. Smith auf der anderen Seite den Weg in den Post. Gegenüber Thomas hat der 30-Jährige einige Vorteile, die er gut ausnutzt und mit einem butterweichen Fade Away auf 36:39 verkürzt.

29.: Die zweite Hälfte fängt da an, wo die erste aufgehört hat: Ein Offensiv-Feuerwerk sieht definitiv anders aus! Immerhin kann Love den erst zweiten Cavs-Dreier der Partie im Korb unterbringen. Anschließend sorgt LBJ mit einem starken Drive für den erneuten Ausgleich - 50:50.

33.: Legen die Cavaliers jetzt so richtig los? Mit einem 14:2-Lauf übernehmen sie ein wenig die Kontrolle. Bei Boston klappt aktuell wenig bis gar nichts. Doch Cleveland hätte ohne die unnötigen Ballverluste und teils schlechten Würfe auch schon längst höher führen können. So liegen die Cavs nur mit 59:52 in Front.

38.: Dank 5 schneller Punkte von Kelly Olynyk bleiben die Celtics in Schlagdistanz. Doch auf der anderen Seite liefert Iman Shumpert genau die richtige Antwort und hämmert 2 Dreier in Folge durch die Reuse - 77:66 für Cleveland.

42.: LeBron hat noch keine Punkte außerhalb der Zone erzielt. Dank starker Defense von Johnson bleibt das erstmal auch so. Besser macht es dagegen Evan Turner, der den Rückstand auf 7 Zähler verkürzt. Das will sich Kevin Love jedoch nicht gefallen lassen. Der Big Man erhöht mit 5 Punkten in Folge schnell wieder auf 84:72 für Boston.

47.: In den letzten drei Minuten gelangen Boston gerade einmal 2 Pünktchen. Das ist definitiv zu wenig, um das Spiel noch zu drehen. LeBron James darf auf der Bank Platz nehmen, nachdem Smith mit einem Jumper auf 89:74 erhöht und den Sack zu macht.

Boston Celtics vs. Cleveland Cavaliers: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: LeBron James. Der viermalige MVP war mal wieder nicht nur der beste Spieler seines Teams, sondern auch der beste Spieler auf dem Parkett. Mal ganz abgesehen von seinen 6 Turnovern und seinen Problemen mit dem Wurf (0/6 FG außerhalb der Zone, 0/3 Dreier), lieferte der King eine dominante Performance ab. Dank seiner aggressiven Drives und seinem Durchsetzungsvermögen in Ringnähe, dominierte LeBron die Zone. Jeden einzelnen seiner 24 Punkte erzielte der 30-Jährige in der Painted Area. Zudem schnappte sich LBJ 7 Rebounds, verteilte 3 Assists und kam auf 2 Steals.

Der Flop des Spiels: Jared Sullinger. Mit seinem ansonsten relativ sicheren Mitteldistanzwurf ist der 23-Jährige extrem wichtig für das Spacing der Celtics. So hätte er theoretisch seinen Gegenspieler Mozgov, den Ring-Protector der Cavaliers, aus der Zone heraus ziehen und damit Platz für seine Kollegen schaffen können. Doch Sully stellte keine Gefahr dar und versenkte nur 2 seiner 9 Würfe aus dem Feld für 5 Punkte (außerdem noch 5 Rebounds und 2 Assists). Das ist etwas zu wenig.

Das fiel auf:

  • Auffällig war in den Offenses beider Teams vor allem die unterschiedliche Herangehensweise. Während auf Seiten der Cavaliers recht häufig das Eins-gegen-Eins in Form von Isolations gesucht wurde, setzten die Celtics mehr auf gutes Ball-Movement. Meist begannen die Set-Plays der Kelten mit Penetrationen aus dem Pick & Roll heraus. Da Cleveland es aber gut verstand, die Zone mehr oder weniger dicht zu machen, wurde der Ball häufig nach außen zum freien Mitspieler gepasst. Der nahm entweder den Wurf oder gab den Spalding zum besser postierten Mann weiter.
  • So erarbeitete sich Boston dank gutem Team-Basketball gute und oftmals ziemlich offene Würfe - dennoch fiel relativ wenig für die Gastgeber. Gerade mal 32,2 Prozent ihrer Versuche aus dem Feld fanden den Weg durch die Reuse. Nur gut, dass auch Cleveland Probleme mit dem Wurf hatte. Besonders von Downtown hatten die Cavaliers lange Zeit kein Glück - auch aufgrund der guten Defense der Celtics. So versenkten die Cavs nur 1 ihrer ersten 11 Dreier. Insgesamt landeten aber doch immerhin 8 von 23 Versuchen im Ring (34,8 Prozent).
  • In Sachen Bench Production hat Boston eigentlich einen klaren Vorteil gegenüber den Cavaliers. In der bisherigen Saison kamen die Reservisten der Gastgeber auf durchschnittlich 40,9 Punkte pro Spiel - damit stellen die Celtics die drittbeste Bank der NBA. Die Cavs finden sich dagegen am anderen Ende der Rangliste wieder. Mit nur 27,6-Bank-Punkten belegt Cleveland den 27. Platz. In dieser Partie war aber weder die Cavs- noch die Celtics-Bank ein wirklicher Faktor. Dank Mo Williams (10 Punkte), hatte Cleveland im Duell der Reservisten sogar einen leichten Vorteil (25:24 für die Cavs).
  • Trotz der intensiven Spielweise und der teils hitzigen Vorgeschichte beider Teams, hatten die Refs relativ wenig zu tun. Gerade in der ersten Hälfte ertönte nur selten der Pfiff der Unparteiischen, sodass im Boxscore nur 6 Fouls der Celtics und 8 der Cavs notiert wurden. Dementsprechend wenig Freiwürfe hatten die Teams vorzuweisen. Auch in der zweiten Halbzeit blieb es sehr fair zwischen den Celtics und Cavaliers.

Der Spielplan im Überblick

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