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NBA

Nah an der Perfektion

Von Philipp Jakob
Dirk Nowitzki (r.) überragte gegen die Lakers mit 25 Punkten und 9 Rebounds

Dank eines über 48 Minuten dominanten Auftritts holen sich die Dallas Mavericks (2-1) den nächsten Sieg bei ihrem Lieblingsgegner. Der 103:93-Erfolg (BOXSCORE) gegen die Los Angeles Lakers (0-3) ist so gut wie nie in Gefahr - vor allem dank Dirk Nowitzki. Der Deutsche legt einen fast perfekten Auftritt hin.

37 Jahre und doch kein bisschen nachgelassen! Zumindest an diesem Abend zeigte Dirk Nowitzki keinerlei Anzeichen von Altersschwäche. Der Deutsche dominierte in der Offense und führte die Mavericks so zum 8. Sieg in Folge gegen die Lakers. Dabei erzielte Dirk 25 Punkte und sammelte 9 Rebounds. Was jetzt nicht spektakulär klingt, wird auf den zweiten Blick aber umso beeindruckender.

Denn Nowitzki versenkte extrem starke 10 seiner nur 13 Versuche aus dem Feld, darunter drei Dreier. Das entspricht einer Feldwurfquote von 76,9 Prozent! Offenbar ließen sich Zaza Pachulia (16 Punkte, 12 Rebounds), Deron Williams (11 Punkte, 8 Assists) und die Reservisten von der guten Leistung anstecken. Die Bank trug, vor allem dank J.J. Barea und Raymond Felton, zusammengerechnet 39 Zähler, 14 Assists sowie 18 Rebounds zum Sieg bei. Chandler Parsons blieb bei seinem Saison-Debüt blass.

Dem hatte auf Seiten der Lakers so gut wie niemand etwas entgegenzusetzen. Allein Julius Randle lieferte eine starke Partie ab und wehrte sich mit seinen 22 Punkten, 15 Rebounds, 4 Assists und 4 Steals mit allen Mitteln gegen die Niederlage. Dennoch befand er sich allein auf weiter Flur.

Kobe Bryant erzielte zwar immerhin 15 Punkte, traf aber nur 3 seiner 15 Versuche aus dem Feld. Auch D'Angelo Russell (10 Punkte, 4/13 FG) und Lou Williams (13 Punkte, 4/12 FG) hatten Probleme mit dem Wurf. In Verbindung mit der ganz schwachen Defense ist es nicht verwunderlich, dass die Lakers nicht einmal in der Partie die Führung übernehmen konnten und damit die dritte Pleite im dritten Spiel einstecken mussten.

Die Reaktionen:

Kobe Bryant (Los Angeles Lakers): "Ich treffe keinen einzigen Wurf! Ich bekomme die Würfe, die ich will, aber ich treffe sie momentan einfach nicht. D'Angelo (Russell) bedient mich in den richtigen Spots, aber es würde helfen, wenn ich mal einen verdammten Wurf treffen würde. Im Moment spiele ich richtig schlecht."

Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks): "Wir sind auf einem schwierigen Auswärtstrip. Aber nach den paar Tagen Pause habe ich mich großartig gefühlt."

Chandler Parsons (Dallas Mavericks): "Es ist jetzt ungefähr 7 Monate her, dass ich das letzte Mal gespielt habe. Das ist ein Prozess für mich, aber ich fühle mich gut. Natürlich bin ich ein wenig eingerostet und noch ein bisschen langsam, aber das kommt mit der Zeit. Es war großartig, wieder auf dem Feld zu stehen."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Auf Seiten der Lakers gibt es keine Veränderungen gegenüber den ersten beiden Spielen. D'Angelo Russell und Jordan Clarkson starten im Backcourt gemeinsam mit Kobe Bryant, Julius Randle und Roy Hibbert. Die Mavericks dürfen dagegen drei Rückkehrer begrüßen. Nach der Pause in Spiel zwei stehen Wesley Matthews und Deron Williams wieder auf dem Parkett und Chandler Parsons gibt sein Saison-Debüt. Dirk Nowitzki und Zaza Pachulia komplettieren die Starting Five.

3.: Nachdem in den ersten Minuten auf beiden Seiten gar nichts läuft, hämmert Matthews jetzt zwei Dreier in Folge durch die Reuse. Die Mavs führen bereits mit 7:0. Lakers-Coach Byron Scott hat jetzt schon Gesprächsbedarf - Auszeit LAL.

10.: Lou Williams geht etwas zu forsch zu Werke und begeht das Offensiv-Foul. Das ist bereits der 7. Turnover der Lakers! Die können sich bei Randle bedanken, dass sie überhaupt noch in der Partie sind. Dallas liegt mit 26:13 in Front

16.: Von einem Offensiv-System ist bei den Lakers aktuell herzlich wenig zu sehen. Der Spalding rotiert ein wenig durch die Angriffsreihen, dann läuft aber alles auf Isolations hinaus. Bei Dallas sieht das schon besser aus. Dirk legt per Toch-Pass auf Dwight Powell ab, der auf 41:29 für Dallas erhöht.

21.: Nach einem erfolgreichen Dreier entscheidet sich Deron Williams dieses Mal in die Zone zu ziehen - leichtes Spiel gegen diese Lakers-Defense. Quasi ohne Gegenwehr kommt der 31-Jährige zum Korb und versenkt den Layup zum 49:33.

24.: Begünstigt von Fehlern der Mavs startet Los Angeles einen schnellen 9:3-Lauf. Kaum zu glauben, aber die Lakers liegen zur Halbzeit nur mit 9 Punkten zurück - 54:45 für die Mavericks.

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29.: Mal wieder ein Ballverlust bei den Lakers. Pachulia läuft den Fastbreak mit, wird von Matthews bedient und steigt zum einfachen Dunking hoch - doch nicht mit Randle! Der 20-Jährige kommt von hinten angeflogen und räumt Pachulia weg. Dallas führt aber weiterhin mit 60:49.

33.: Kommt jetzt der Top-Rookie der Lakers in Fahrt? D'Angelo Russell versenkt zwei Dreier in Folge. Doch mit der nicht vorhandenen Defense macht sich Los Angeles das Leben selbst schwer. Felton hat mal wieder viel Platz in der Zone und stellt den alten 10-Punkte-Abstand wieder her - 70:60 Dallas.

36.: Dirk will dieses Spiel definitiv nicht mehr aus der Hand geben und führt sein Team zu einem 11:2-Lauf. Damit kann sich Dallas zum Ende des dritten Viertels absetzen und eine 17-Punkte-Führung herausspielen. Das sollte es doch eigentlich schon gewesen sein - 81:64 für die Mavs.

41.: Es wirkt fast so als ob auch die Lakers nicht mehr so ganz an die Wende glauben. Irgendwie ist die Luft aus der Partie raus - aber nicht bei J.J. Barea. Der Puerto Ricaner drückt von Downtown ab und erhöht damit auf 92:76.

45.: Oder geht hier etwa doch noch was? Kobe kann doch noch treffen und hämmert einen Dreier durch die Reuse, Randle erhöht den Lauf der Lakers von der Linie auf 19:8. Dallas liegt jetzt nur noch mit 96:89 in Front.

48.: Los Angeles setzt die letzten 4 Würfe nur an den Ring, Dallas hat wieder eine 10-Punkte-Führung im Rücken. Das war es jetzt also wirklich. Die Mavericks holen sich den zweiten Saisonsieg - 103:93.

Los Angeles Lakers vs. Dallas Mavericks: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Dirk Nowitzki. Zwar waren die Defensiv-Schwächen des 37-Jährigen in der ein oder anderen Situation mal wieder recht offensichtlich, doch mit seinem enorm starken Auftritt am anderen Ende des Courts machte der Deutsche diese mehr als wett. Mit seinen 25 Zählern war Nowitzki Topscorer der Partie, dazu sammelte er auch noch 9 Rebounds. Überragend war aber seine pure Effizienz. Dirk versenkte 10 seiner 13 Wurfversuche im Korb (3/5 Dreier) und erlebte damit einen fast perfekten Abend. Zu guter Letzt war er maßgeblich am entscheidenden Lauf gegen Ende des dritten Viertels beteiligt, der den Sieg in trockene Tücher brachte.

Der Flop des Spiels: Kobe Bryant. Sowas wie einen Wurfrhythmus suchte der 37-Jährige das komplette Spiel über vergebens. Die schwarze Mamba traf nur schwache 3 seiner 15 Versuche aus dem Feld und nur 2 seiner 8 Würfe aus der Distanz. Die Wurfauswahl war dabei auch nicht immer ideal, oftmals versuchte Kobe sein Glück zu erzwingen - ohne Erfolg. Außerdem konnte Bryant nur 1 Assist verzeichnen, kam aber immerhin auf 5 Rebounds.

Das fiel auf:

  • Das mit den Dreiern ist manchmal so eine Sache. Was gegen die Suns in der ersten Partie der Saison noch hervorragend klappte, wollte anschließend gegen die Clippers so gar nicht mehr funktionieren. An diesem Abend fanden Dirk Nowitzki und Co. aber offenbar ihre Form und das Wurfglück zurück. Von Beginn an lief es einfach von Downtown. Matthews und Nowitzki gaben mit jeweils zwei frühen Dreiern die Richtung vor, zur Halbzeitpause stand eine starke Quote von 52,9 Prozent (9/17) von Downtown im Boxscore.
  • Begünstigt wurde das Ganze allerdings auch durch die unglaublich schwache Defense der Lakers. Schon in den ersten beiden Spielen ließ das Team von Head Coach Byron Scottt insgesamt 246 Zähler zu - so viel wie seit dem Saisonstart 1982/83 nicht mehr. Sowohl in der Zone als auch am Perimeter taten sich riesige Löcher auf, die Dallas mit geschickten Cuts, gutem Ball-Movement (28 Assists) und smarter Offense zu nutzen wusste. Bei so viel Platz ließ es sich selbst Dirk nicht nehmen, einen Dunk rauszuholen.
  • Auch offensiv war für Los Angeles nicht allzu viel zu holen. In der ersten Hälfte trafen sie gerade einmal 30,2 Prozent aus dem Feld, von so etwas wie einem durchdachten Offensiv-System war nichts zu sehen. Also lief eigentlich alles auf Isolations hinaus. Das machte es Dallas recht einfach, die Versuche der Lakers zu verteidigen. Nach 7 Ballverlusten allein im ersten Viertel konnte LAL immerhin dieses Problem im Laufe der Partie lösen (insgesamt 12).
  • Dass Los Angeles lange Zeit überhaupt in Schlagdistanz bleiben konnte, hatten sie fast ausschließlich Julius Randle zu verdanken. Der 7. Pick des Drafts 2014 hatte schon nach 8 Minuten 8 Punkte sowie 8 Rebounds auf dem Konto und hielt die Lakers mit seinen starken Drives und guten Abschlüssen mehr oder weniger im Spiel. Insgesamt kam der 20-Jährige auf 22 Zähler und 15 Rebounds sowie 4 Assists und 4 Steals. Alles übrigens Team-Bestwerte.
  • Teilweise schickte Mavs-Coach Rick Carlisle eine relativ kleine Aufstellung auf's Parkett, in der Dirk als Center von 4 Schützen umgeben wurde. Die Lakers versuchten anschließend vermehrt, die Schwächen des Deutschen auszunutzen und attackierten die Zone. Zwar ließ Nowitzki auch ein paar einfache Punkte zu, doch die enorme Effizienz in der Offense machte diese "kleine" Aufstellung zum absoluten Erfolg. Ende des dritten und zu Beginn des vierten Viertels war es auch dieser Small Ball, der den Sieg der Mavs klar machte.
  • Mit dem Sieg gegen die Lakers feierte Rick Carlisle gleichzeitig seinen 340. Erfolg als Head Coach der Dallas Mavericks - ein neuer Franchise-Rekord! Zuvor war Don Nelson an der Spitze des Leaderboards, nun hat ihn Carlisle aber trotz 29 Spiele weniger überholt.

Der Spielplan im Überblick

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