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NBA

Schröder wird zum X-Faktor

Von Thorben Rybarczik
Dennis Schröder rückte in die Starting Five und zeigte eine starke Partie

Die Atlanta Hawks(5-1) haben der Müdigkeit getrotzt und gegen die Brooklyn Nets (0-5) einen letztlich ungefährdeten 101:87-Heimsieg gefeiert (BOXSCORE). Dennis Schröder stand in der Starting Five und gehörte zu den besten Spielern auf dem Parkett.

Mit dem Auswärtsspiel bei den Miami Heat in den Beinen blieb den Hawks keine Zeit zur Regeneration. Die Müdigkeit war dem Team von Head Coach Mike Budenholzer phasenweise auch anzusehen, für die nach wie vor sieglosen Nets reichte es am Ende dennoch.

Dennis Schröder durfte bereits zum zweiten Mal in der noch jungen Saison von Anfang an ran, da Kyle Korver wegen der hohen Belastung geschont wurde. Nach einer schwachen ersten Hälfte blühte der Braunschweiger nach dem Seitenwechsel auf und kam am Ende auf 20 Punkte (7/15 FG), 4 Assists und 3 Rebounds.

Topscorer der Hawks wurde Al Horford mit 21 Zählern bei einer starken Wurfquote von 80 Prozent. Bei den Nets blieb Joe Johnson einmal mehr unter seinen Möglichkeiten (5 Punkte, 6 Assists), sodass der starke Auftritt von Brook Lopez, der mit 27 Punkten und 11 Rebounds ein Double-Double auflegte, nicht ausreichte.

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Die Reaktionen:

Mike Budenholzer (Head Coach Hawks): "Je besser man den Ball laufen lässt, umso schneller findet man in den Rhythmus und trifft seine Würfe hochprozentiger. Wir fühlen uns von Spiel zu Spiel immer wohler".

Brook Lopez (Nets): "Sie verteidigen das Pick-and-Roll extrem aggressiv und haben ihre Hände überall. Es ist hart, dagegen etwas auszurichten".

Dennis Schröder (Hawks): "In der ersten Halbzeit haben wir offene Würfe nicht getroffen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann die Intensität erhöht und in der Offense an Tempo zugelegt".

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Vor dem Tip-Off: Schon das zweite Back-to-Back für die Hawks, was gut für Dennis Schröder ist: Denn Kyle Korver wird geschont. Schröder rückt für ihn die Starting Five zusammen mit Jeff Teague, Kent Bazemore, Paul Millsap und Al Horford. Lionel Hollins schickt Jarrett Jack, Joe Johnson, Markell Brown, Thaddeus Young und Brook Lopez aufs Parkett.

4.: Not in my house! Johnson läuft einen Ein-Mann-Fastbreak und will lässig per Layup abschließen - doch von hinten kommt Kent Bazemore angerauscht und befördert den Spalding in die fünfte Zuschauerreihe.

8.: Tiago Splitter hat bekanntlich lange Zeit ein Praktikum bei Tim Duncan gemacht. Er wird im Post bedient, schiebt sich mit dem Rücken seinen Gegner zu Recht und legt den Ball dann trocken übers Brett rein. Alte Schule zum 19:13.

14.: Shelvin Mack sieht einige Minuten und nutzt das für ein perfektes Pick-and-Roll mit Al Horford, der sich nicht zwei Mal bitten lässt und am Ring baumelt. 27:21.

22.: Bei den Hawks ist irgendwie die Luft raus. Ungewohnt viele Ballverluste im Backcourt, Brooklyn nutzt das für einfache Punkte zum Ausgleich.

26.: Endlich fällt mal was rein! Schröder drückt zwei Mal in Folge von Downtown ab und stellt auf 49:47.

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31.: Plötzlich schalten die Gäste einen Gang höher und treffen auch von draußen. Schneller 9:0-Run zur 59:56-Führung Brooklyns - Budenholzer reagiert mit einer Auszeit.

35.: Schröder taut mehr und mehr auf! Drei Dreier hat er nach dem Seitenwechsel schon versenkt, zudem nutzt er seinen Speed für einfache Fastbreak-Punkte. Die Hawks wieder knapp in Führung.

43.: Die Hausherren können sich mal wieder auf acht Punkte absetzen. Zweimal Millsap, einmal Teague zum 90:82 - können sie den Vorsprung diesmal halten?

46.: Klare Antwort: Ja. Der omnipräsente Bazemore trifft zwei Jumper in Folge, der Rest ist Formsache.

Hawks vs. Nets: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Al Horford. Er hat in vielen kritischen Situationen gezeigt, dass er zu den komplettesten Big Men der Liga gehört. Defensiv am Mann und in der Helpside immer auf der Höhe, offensiv die personifizierte Effizienz. Traf 8 seiner 10 Feldwürfe für 21 Punkte, darunter einen enorm wichtiger Dreier.

Der Flop des Spiels: Joe Johnson. Es ist noch nicht die Saison des einstigen All-Stars. Er wurde zu Beginn gleich doppelt von Kent Bazemore abgeräumt, was arg an seinem Selbstvertrauen nagte. Schlechte Entscheidungen, nur 1 von 10 Treffern aus dem Feld - die Nets brauchen mehr von ihm.

Das fiel auf:

  • Die Hawks hatten vier Siege in Folge im Rücken - und das war ihnen zu Beginn anzusehen. Der Ball rotierte von der ersten Sekunde an in gewohnter Manier um die Dreierlinie, jeder einzelne Akteur hatte das Selbstvertrauen und die Lizenz, freie Würfe sofort zu nehmen.
  • Atlantas Defense war sehr gut auf die Drives und Pick-and-Rolls der Nets eingestellt. Die Rotationen stimmten, die Helpside war da, die Zone somit dicht - und dass die Nets von draußen ungefährlich blieben, spielte diesem Konzept in die Karten.
  • Nach einem runden Start war den Hausherren die Reise am Vortag nach South Beach dann doch anzusehen. Als Brooklyn begann, bei Pick-and-Rolls aggressiv zu doppeln, leisteten sich die Guards - Schröder inklusive - viele Ballverluste. Da die Gäste vor der Halbzeit aber auch nicht gerade auftrumpften, sahen die Zuschauer viel Stückwerk.
  • Den Nets fiel nach dem Seitenwechsel plötzlich ein, dass sie in Brook Lopez einen Top-Center in ihren Reihen haben, der zuvor kaum eingesetzt wurde. Lionel Hollins änderte das, mit der Folge, dass Lopez heiß lief und oft gedoppelt werden musste. Und siehe da: Plötzlich hatten die Schützen noch mehr Platz und trafen ihre Würfe. Zumindest manchmal.
  • "Wir haben eine Lehrstunde darin erhalten, wie man enge Spiele zumacht", erklärte Miamis Head Coach Erik Spoelstra nach der gestrigen Niederlage gegen die Hawks. Lionel Hollins hätte dieses Zitat einfach kopieren können, denn in allen kritischen Situationen war Atlanta in der Lage, dass Tempo anzuziehen und die Intensität zu erhöhen. Ein gutes Pferd springt eben nur so hoch, wie es muss.

Der Spielplan im Überblick

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