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NBA

Legenden-Serie: David Robinson - Der Begründer des Spurs-Kults

Gregg Popovich, David Robinson, Tim Duncan - die Väter des Erfolgs in San Antonio
© getty

Auch die Saison darauf endete allerdings frühzeitig, in den Conference Semifinals war nach 6 Spielen gegen die Jazz um StockAlone Schluss. Als der Admiral sich in der darauffolgenden Preseason dann auch noch verletzte und im Jahr 1996/97 bloß 6 Spiele bestreiten konnte, schien sich sein Glück endgültig zum Schlechteren zu wenden.

Oder auch nicht. Zum vierten Mal in ihrer Geschichte verpassten die Spurs die Playoffs, zum zweiten Mal wurden sie dafür mit dem Nummer-1-Pick belohnt. Und da dieser auf den Namen Tim Duncan hörte (mal gehört?), war dies tatsächlich weit mehr als ein Trostpreis. Seit seiner Ankunft haben die Spurs nicht ein einziges Mal die Playoffs verpasst. Selbst als The Big Fundamental die Sneaker an den Nagel hing, wurde die Serie am Leben gehalten.

Für Robinson wiederum war Timmy der beste Partner, den man sich hätte erträumen können. Robinson, dessen statistisches Resümee sich nicht einmal vor Kareem Abdul-Jabbar oder Wilt Chamberlain verstecken musste, fand spät in seiner Karriere seine Bestimmung auf dem Basketball-Court und wurde zur zweiten Option neben Alphatier Duncan.

Die Bestimmung gefunden

Gemeinsam harmonierten die "Twin Towers" von Anfang an und gewannen bereits in ihrer zweiten gemeinsamen Saison die erste Meisterschaft, in Robinsons letzter Saison 2003 folgte eine weitere. "Ich habe als World Champion inmitten von Girlanden aufgehört. Hätte irgendjemand ein besseres Drehbuch schreiben können?", sagte Robinson später.

Für ihn persönlich boten die Finals 2003 noch eine weitere Genugtuung. Mehrfach wurde er während seiner Karriere von Teamkollegen für seinen Glauben kritisiert, der ihm von einigen als Schwachstelle ausgelegt wurde, wie er später verriet. Der für ihn schönste Moment seiner ganzen Karriere hatte mit einem dieser Mitspieler zu tun, dessen Namen er jedoch nicht verriet.

"Das war die beste Erinnerung. Wir wollten gerade rausgehen, um mit den 40.000 Leuten im Alamodome unsere Meisterschaft zu feiern. Da hielt er uns alle auf, blickte mich an und sagte: 'Lasst uns zusammen beten, bevor wir da rausgehen.' Das hat mir gezeigt, wie sehr wir bei den Spurs zusammen gewachsen sind."

Alles für die Mannschaft

Robinson beendete 2003 seine Karriere, und doch stehen die Spurs zwölf Jahre später immer noch für genau diesen Zusammenhalt. Keine Franchise hat es in diesem Jahrhundert so beständig geschafft, verschiedene Charaktere aus aller Welt zu integrieren und den Spielern das Gefühl von Familie und Geborgenheit zu vermitteln. Einer der wesentlichen Gründe, weshalb immer wieder Spieler für geringeres Gehalt bei ihnen unterschreiben oder verlängern.

Natürlich hat das zum großen Teil mit Duncan und Popovich zu tun. Insbesondere Duncan hat von Robinson allerdings enorm viel gelernt. Wie viele Superstars hätten ihren potenziellen Nachfolger dermaßen willkommen geheißen und bereitwillig das Rampenlicht geteilt oder abgegeben?

Früher stellte man diese Frage über Robinson, später stellte man sie über Duncan. Das ist kein Zufall. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass er bis heute bei jeder Meisterschaft inmitten der Feierlichkeiten steht - er ist auf ewig Teil der Spurs-Familie.

Robinson war der Prototyp des selbstlosen, hochprofessionellen Spurs-Spielers, der sich bereitwillig in den Dienst der Mannschaft stellte und seinen Mitspielern ein echter Kamerad war. Dass er in Spiel 6 der 2003er Finals, als ihn sein Team noch einmal brauchte, nach einer für ihn schwachen Serie mit 13 Punkten und 17 Rebounds noch einmal die Uhr zurückdrehte, passte da perfekt in dieses Bild.

Die Talente maximiert?

Genau das ist letztendlich das Erbe, das Robinson hinterlässt. Nach (unter anderem) drei Olympischen Medaillen, zwei Meisterschaften, unzähligen individuellen Auszeichnungen und der Berufung unter die 50 besten Spieler aller Zeiten überstrahlen seine Qualitäten als Mitspieler, Philanthrop und Mensch alles andere.

Hat er sein Potenzial also voll ausgeschöpft? Nicht, wenn man ihn an Russell, Bird, Magic oder Jordan misst. Wenn man Basketball als einzige Quelle der Verwirklichung ansieht. Nur war das eben nie der einzige Fokus von Robinson.

Angesprochen auf sein enormes soziales Engagement, das er nach der Karriere noch ausgeweitet hat, äußerte der Admiral einmal, dass dies seine "Bestimmung" sei. "Wenn ich weniger tun würde, hätte ich das Gefühl, meine gottgegebenen Geschenke und Talente unter den Tisch zu kehren und zu verschwenden."

Diesen Vorwurf kann man David Maurice Robinson beim besten Willen nicht machen.

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