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NBA

Die erwartete Überraschung

Von Philipp Jakob
Deron Williams (l.) und die Brooklyn Nets sicherten sich den immens wichtigen Erfolg in Spiel 1
© getty

Mit einem 94:87-Erfolg (BOXSCORE) holen sich die Brooklyn Nets (44-38) das so wichtige erste Spiel der Serie gegen die Toronto Raptors (48-34). Am Ende war es die Erfahrung der Nets, die den Unterschied ausmachte, als Paul Pierce mit 9 Punkten in Folge sein Team auf die Siegerstraße brachte.

Zuvor war von dem 36-Jährigen dagegen eher wenig zu sehen, doch in den entscheidenden Minuten war Pierce zur Stelle. Gegen die extrem abgezockte Spielweise des Ex-Celtic fanden die Raptors einfach kein Gegenmittel. Insgesamt erzielte Pierce 15 Punkte, holte sich 4 Rebounds und verteilte 4 Assists.

Eine starke Partie lieferte auch Joe Johnson ab, der auf 24 Punkte, 8 Rebounds und 4 Assists kam. Außerdem traf er starke 61,5 Prozent aus dem Feld (8/13 FG) und sorgte mit einigen wichtigen Treffern genau zur richtigen Zeit dafür, dass die Raptors-Fans nicht zu sehr ausrasteten.

Die sorgten nämlich für eine fantastische Atmosphäre und gingen bei jeder positiven Aktion ihres Teams sofort ab. Für diese Aktionen sorgte gerade zu Beginn Jonas Valanciunas. Der Litauer legte ein starkes Double-Double auf (17 Punkte und 18 Rebounds) und überzeugte über weite Strecken der Partie ebenso wie Kyle Lowry (22 Punkte, 8 Assists, 7 Rebounds) und Greivis Vasquez (18 Punkte, 8 Assists).

Einen enttäuschenden Auftritt legte dagegen DeMar DeRozan hin. Bei ganz schlechten Quoten (3/13 FG) kam der 24-Jährige auf nur 14 Punkte. Auch Terrence Ross (3 Punkte, 1/4FG) kam überhaupt nicht zum Zuge.

Besonders frustrierend dürfte für Toronto vor allem die Abgezocktheit der Nets gewesen sein. Immer, wenn die Raptors sich herankämpfen, ausgleichen oder sogar in Führung gehen konnten, hatten die Veteranen um Pierce, Johnson und Deron Williams (24 Punkte, 3 Assists, 8/20 FG) die richtige Antwort parat. In diesen Situationen machte sich die Erfahrung von Brooklyn definitiv bemerkbar.

So machte es letztendlich auch nichts, dass Brooklyn nur 4 der 24 Versuche von Downtown traf (16,7 Prozent) und das Rebound-Duell mit 37:45 verlor. Außerdem war das fehlerhafte Spiel der Raptors entscheidend: 17 Turnover leistete sich Toronto.

Am Dienstag stehen die Raptors nun vor einer ganz schwierigen Aufgabe. Das zweite Spiel darf auf keinen Fall verloren gehen, wenn Toronto die Chance auf die nächste Runde wahren will.

Die Reaktionen:

Paul Pierce (Nets): "Du hast einfach dieses Gefühl, du warst in den Situationen schon einige Male. Ich werde weder im vierten Viertel, noch kurz vor Schluss, noch in den Playoffs unsicher. Ich bin eigentlich in jeder Situation schon einmal gewesen."

Deron Williams (Nets): "Wir haben den Dreier heute nicht besonders gut getroffen, aber wir haben das wieder gut gemacht, indem wir auf den Ball aufgepasst, gut verteidigt und am Ende die wichtigen Spielzüge gut umgesetzt haben. Deshalb haben wir gewonnen.

Kyle Lowry (Raptors) über DeMar DeRozan: "DeMar hatte nicht sein bestes Spiel. Aber er wird mit Sicherheit zurückkommen!"

DeMar DeRozan (Raptors) über die fehlende Shotclock: "Das war definitiv schwierig, weil du es einfach gewohnt bist, die Uhr zu sehen. Als der Hallensprecher von 10 runtergezählt hat, haben wir einfach versucht, uns gegenseitig zu helfen."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Nachdem die Gäste in den letzten Partie der regulären Saison ihre Stars noch geschont hatten, sind heute alle mit von der Partie: Williams, Shaun Livingston, Johnson, Pierce und Kevin Garnett starten für die Nets.

Bei den Raptors stehen Lowry, DeRozan, Ross, Amir Johnson und Valanciunas in der Starting Five. Unterstützt werden sie von knapp 20.000 Fans in sowie weiteren mehreren Tausend Fans vor der Arena. Es kann also losgehen. 2014 NBA Playoffs - here we go!

4.: Die Fans rasten aus als Jonas Valanciunas die ersten beiden Punkte der Raptors macht. Noch mehr geht das Publikum aber nach einem klasse Alley-Oop-Dunk von erneut Valanciunas ab - 5:4 Brooklyn.

6.: Der Litauer sorgt quasi im Alleingang für die erste Führung der Raptors. 8 Punkte und 7 Rebounds hat Valanciunas bereits auf dem Konto. Kyle Lowry versetzt die Fans im Anschluss mit einem Dreier erneut in Ekstase. 7:0-Lauf von Toronto und eine 11:7 Führung.

10.: Die Nets laufen jetzt langsam aber sicher heiß. Angeführt von 11 Punkten von Deron Williams kann sich Brooklyn mit einem 18:2-Lauf schon mal ein wenig absetzen - 25:13 Brooklyn.

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18.: Die Reservisten um Greivis Vasquez (10 Punkte) bringen Toronto wieder heran und sorgen für eine enge Partie. Auf der anderen Seite macht D-Will aber da weiter wo er Ende des ersten Viertels aufgehört hat - 42:37 Nets.

22.: Mittlerweile ist die Partie relativ ausgeglichen. Beide Mannschaften haben defensiv zugelegt. Den einzigen Unterschied macht bisher Deron Williams, der den Nets mit einem hübschen Floater wieder eine 5-Punkte-Führung beschert - 48:43 Brooklyn.

26.: Terrence Ross macht seine ersten Punkte der Partie - und zwar von Downtown. Damit bringt er die Raptors wieder in Führung und die Fans zum Ausrasten - 51:50 Toronto.

34.: Erst jetzt trifft DeMar DeRozan seinen ersten Feldwurfversuch. Immerhin fand er schon 8-Mal den Weg an die Freiwurflinie. Gut ist das bisher aber definitiv nicht, was der 24-Jährige heute abliefert - 63:59 Brooklyn.

39.: Patrick Patterson bringt Toronto erst mit einem Dreier wieder in Schlagdistanz und sorgt dann mit einem krachenden Dunk für den Ausgleich. Die Fans sind sofort wieder da. Das Momentum ist auf Seiten der Raptors - 67:67.

43.: Die Starting Five soll es für Brooklyn jetzt wieder richten, doch die Raptors haben definitiv was dagegen. Terrence Ross mit einem Block gegen Pierce auf der einen und Vasquez mit dem Dreier auf der anderen Seite sorgen für die Führung für Toronto - 76:75 Raptors.

46.: Macht sich jetzt die Erfahrung der Nets bezahlt? Garnett und Pierce sorgen für die letzten 7 Punkte der Nets und bringen Brooklyn wieder in Front. Toronto fehlt in der Offensive die Antworten - 84:78 Nets.

48.: Unverständlicherweise entscheiden sich die Raptors erst ziemlich spät zu foulen. Dadurch verstreicht eine Menge Zeit, die Toronto eigentlich nicht hat. So können die Nets den ersten Sieg der Serie einfahren - 94:87.

Toronto Raptors vs. Brooklyn Nets: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Paul Pierce. Der Ex-Celtic brachte mit 9 Punkten in Folge sein Team in den letzten Minuten auf die Siegerstraße. Zwar war von dem 36-Jährigen den Rest der Partie über nicht allzu viel zu sehen, doch zur wichtigsten Zeit war er zur Stelle. In den entscheidenden Minuten präsentierte sich der Veteran extrem abgezockt und zeigte seine ganze Erfahrung. Insgesamt kam Pierce auf 15 Punkte, 4 Rebounds sowie 4 Assists.

Der Flop des Spiels: DeMar DeRozan. Der 24-Jährige lieferte eine ganz schwache Partie ab. Toronto hätte die offensive Feuerkraft ihres Topscorers der regulären Saison in dieser Partie gut gebrauchen können, doch stattdessen traf er nur 3 seiner 13 Würfe aus dem Feld für insgesamt 14 Punkte. Immerhin traf er alle 8 seiner Freiwürfe, doch da der Jumper nun mal einfach nicht fallen wollte, ist es fragwürdig, warum DeRozan nicht öfters aggressiv zum Korb zog. Vielmehr versuchte er es immer wieder verzweifelt mit dem Dreier (0/4 3FG).

Das fiel auf:

  • Die Raptors-Fans sorgten von Anfang an für eine fantastische Playoff-Stimmung im Air Canada Centre. Bei jeder positiven Aktion ihrer Raptors ging das Publikum unglaublich mit - aber nicht nur die knapp 20.000 Fans in der Halle, sondern auch geschätzte 10.000 weitere, die das Spiel vor der Arena gemeinsam verfolgten. Nach 6 Jahren Playoff-Abstinenz ist ganz Toronto heiß auf diese Serie!
  • Die Raptors hatten zu Beginn der Partie doch relativ große Probleme mit den Post-Ups von Joe Johnson. Aufgrund des Größenvorteils von "Joe Jesus" schickte Toronto sofort einen zweiten Verteidiger. Das wusste der 32-Jährige aber geschickt auszunutzen und fand mit einem Pass meist den weit offenen Dreierschützen. Im Laufe der Partie funktionierte die Defensiv-Rotation auf Seiten Torontos aber deutlich besser und die Dreierschützen sowie die Post-Ups von Johnson konnten besser unter Kontrolle gebracht werden.
  • Die bessere Verteidigung Torontos war ein Grund, warum die Nets im Laufe der Partie unglaublich abkühlten. Nach einem starken Start (3/5 3FG im ersten Viertel), setzte Brooklyn zwischenzeitlich 19 Dreier in Folge an den Ring (oder noch nicht einmal das). Am Ende standen Pierce, Williams und Co. bei einer mehr als mageren Bilanz von 16,7 Prozent (4/24 3FG).
  • Aufgrund von Foulproblemen von Mason Plumlee und der Minutenbegrenzung für Kevin Garnett sah man überraschenderweise Andray Blatche auf dem Parkett. In den wichtigen Spielen der regulären Saison kam Blatche eigentlich gar nicht mehr zum Einsatz - seine Offensiv-Fähigkeiten reichten nicht aus, um seine Limitierungen in der Defense zu übertünchen. Das zeigte sich auch gegen Toronto. Zwar kam Blatche zur Halbzeit immerhin auf 3 Punkte und 3 Rebounds, hatte aber den schlechtesten Plus/Minus-Wert (-10) aller Brooklyn-Akteure vorzuweisen.
  • Ein großes Problem der Raptors waren die Ballverluste. Ganze 17 Turnover standen am Ende auf dem Konto der Kanadier - dagegen leisteten sich die Nets nur 8. Dadurch wurde auch der Vorteil an den Brettern (45:37 für Toronto) sofort wieder zu Nichte gemacht.
  • Neben der grandiosen Atmosphäre auf den Rängen zeigten sich auch die Spieler in Playoff-Stimmung und kämpften um jeden Ball. So kam es einige Male zu einem kleineren Gerangel, die von den Referees aber ziemlich schnell unterbunden und mit Technischen Fouls (1 für Garnett und 1 für Blatche) bestraft wurden.
  • Kurios wurde es Mitte des dritten Viertels. Jeder hatte eine Menge Bock auf die Partie, nur wollte die Shotclock irgendwie nicht mehr. Selbst nach mehreren Minuten verzweifelter Bemühungen blieb die Anzeige leer. Also musste der Hallensprecher an die Stoppuhr und zählte über das Mikrofon die letzten 5 der 24 Sekunden bei jedem Angriff bis zum Ende der Partie runter.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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