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NBA

Alles wieder offen

Von Philipp Jakob
DeMar DeRozan (r.) erzielte beim Sieg der Toronto Raptors 24 Punkte
© getty

Die Toronto Raptors holen sich den wichtigen Auswärtssieg in Spiel 4 gegen die Brooklyn Nets und gewinnen mit 87:79 (BOXSCORE). Nun wird die Serie beim Stand von 2:2 in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in Toronto fortgesetzt.

Dabei sahen die Kanadier schon früh in der Partie wie der sichere Sieger aus. Doch selbst ein zwischenzeitlicher 17-Punkte-Vorsprung reichte den Raptors nicht, um das Spiel locker nach Hause zu fahren. Dies lag allerdings auch an den im Laufe der Partie deutlich verbesserten Nets-Akteuren, die das dritte Viertel wahrlich dominierten.

Angeführt von einem ganz starken Paul Pierce (22 Punkte, 5 Rebounds, 9/14 FG), arbeiteten sich die Nets Schritt für Schritt an Toronto heran und konnten dank ihrer aggressiven Spielweise sogar kurzzeitig in Führung gehen.

Eine große Hilfe war dabei auch Mirza Teletovic, der mit 12 Punkten und 5 Rebounds einiges zu einem zwischenzeitlichen 21:4-Lauf seines Teams beitrug. Enttäuschend waren dagegen eher die Auftritte von Deron Williams und Joe Johnson. Der Point Guard verteilte zwar immerhin 6 Assists und holte sich 4 Rebounds, doch seine 10 Zähler waren zu wenig und die 5 Turnover zu viel, um sein Team effektiv zu unterstützen.

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Gleiches gilt für Johnson, der nur auf 7 Punkte und 5 Rebounds kam und dabei ganz schwach aus dem Feld traf (2/7 FG). Schwach waren vor allem auch die letzten viereinhalb Minuten der Nets, die in dieser Zeitspanne keinen einzigen Zähler erzielen konnten und sich somit geschlagen geben mussten.

Hier muss man aber auch die Defense von Toronto loben, die im entscheidenden Spielabschnitt nochmal einen Zahn zulegte. Offensiv dominierte in der ersten Hälfte vor allem DeMar DeRozan. Der 24-Jährige erzielte in den ersten 24 Minuten 20 Punkte und war hauptverantwortlich für den großen Vorsprung der Raptors.

Aber auch am Einbruch seines Teams in der zweiten Halbzeit war DeRozan nicht ganz unbeteiligt, verwarf seine letzten 8 Feldwurfversuche und beendete das Spiel mit 24 Punkten. Ansonsten zeigten Kyle Lowry (22 Punkte) und Amir Johnson (17 Punkte, 7/11 FG) insgesamt gute Leistungen und auch Greivis Vasquez machte von der Bank kommend mit 9 Punkten, 9 Assists und 6 Rebounds auf sich aufmerksam.

Die Reaktionen:

DeMar DeRozan (Raptors): "Das zeichnet uns aus: Wir sind hartnäckig. Wir geben niemals auf, bevor das Spiel vorbei ist."

Paul Pierce (Nets): "Man kommt in den Playoffs oft in eine Situation, in der ein, zwei oder drei Jungs alles alleine versuchen, anstatt die Offensiv-Systeme zu laufen. Ich glaube, das ist heute bei uns passiert."

Deron Williams (Nets): "In diesen Situation am Ende einer Partie sollten wir eigentlich am Besten sein. Wir haben das alles schon mal durchgemacht. Sie sind jünger, haben nicht so viel Erfahrung wie wir, aber sie spielen nicht so."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Keine Überraschungen auf beiden Seiten. Nets-Coach Jason Kidd schickt Deron Williams, Shaun Livingston, Joe Johnson, Paul Pierce und Kevin Garnett auf's Parkett. Für Toronto starten wie üblich Kyle Lowry, DeMar DeRozan,Terrence Ross, Amir Johnson und Jonas Valanciunas.

4.: Ziemlich guter Start für die Gäste. 5 der ersten 6 Würfe finden ihr Ziel und jetzt hämmert Lowry auch noch einen Dreier von ganz weit draußen durch die Reuse. Jason Kidd ist bedient und nimmt die Auszeit. Toronto führt mit 13:2.

10.: Offensiv läuft es weiterhin unglaublich gut für die Raptors. Brooklyn findet einfach kein effektives Mittel gegen das ausgewogene Offensiv-Konzept von Toronto. Sowohl Amir Johnson in der Zone, als auch Lowry und DeRozan sind momentan zu viel für die Nets - 33:18 Raptors.

17.: Lowry hat offenbar kleiner Probleme mit seinem rechten Knie, dass ihn schon etwas länger quält. Nichtsdestotrotz kommt der Point Guard zurück in die Partie und spielt weiter. Doch auch ohne den 28-Jährigen sind die Raptors im zweiten Viertel bisher gut zurechtgekommen - 45:29 Toronto.

22.: Langsam aber sicher kämpfen sich die Nets wieder zurück in die Partie - dank Paul Pierce. Auf der einen Seite versenkt er den Korbleger über Valanciunas und in der Defense zieht der Veteran das Offensiv-Foul gegen den Litauer. Toronto führt nur noch mit 49:39.

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25.: Brooklyn macht genau da weiter, wo sie im zweiten Viertel aufgehört haben. Angeführt von Paul Pierce sichern sich die Nets mit einem 20:6-Lauf in den letzten knapp 8 Minuten die erste Führung im Spiel - 52:51 Brooklyn!

31.: DeRozan hat nun 7 Würfe hintereinander daneben gesetzt und ist vollkommen aus dem Rhythmus. Ganz anders dagegen Pierce, der bisher 8 seiner 11 Feldwurfversuche trifft und die Nets mit 60:55 in Führung bringt.

40.: Dwane Casey probiert es kurz mit einem sehr kleinen Lineup. Da Steve Novak im Duell gegen Mirza Teletovic aber in Sachen Rebounds eher wenig Chancen hat, ist das Experiment nach 2 Offensiv-Rebounds der Nets in Folge auch schon wieder vorbei - 71:69 Brooklyn.

44.: Nur 4 Punkte hat DeRozan in der zweiten Hälfte bisher auf dem Konto. Dennoch sind die Raptors immer noch im Spiel drin. Unter anderem dank Greivis Vasquez, der einen Dreier reinmacht und damit Toronto mit 83:79 in Führung bringt.

46.: Mit einem 12:2-Lauf erarbeiten sich die Gäste wieder einen etwas komfortablen Vorsprung. Hilfreich sind dabei aber definitiv auch die Nets, die seit 2 Minuten keinen Punkt mehr erzielt haben und die letzten 3 Abgriffe mit Offensiv-Fouls beendeten - 85:79 Toronto.

Brooklyn Nets vs. Toronto Raptors: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Kyle Lowry. Zugegebenermaßen hatte Lowry eine kleine Schwächephase im dritten Viertel zu überstehen, doch das gilt für eigentlich alle Raptors-Spieler. Doch wie der Point Guard zu Beginn der Partie das Spiel gestaltet hat, war schon recht beeindruckend. Auch am Ende meldete er sich wieder zu Wort und markierte die letzten 4 Punkte für Toronto, um so die Partie letztlich nach Hause zu bringen.

Der Flop des Spiels: Deron Williams. Der Point Guard der Nets enttäuschte nach einem eigentlich vielversprechenden Start. Allein in den ersten 12 Minuten erzielte der 29-Jährige 8 Punkte - danach kam allerdings so gut wie gar nichts mehr. Nur noch magere 2 Pünktchen addierten sich auf das Konto von Williams, der sich auch noch 5 Fouls sowie 5 Turnover leistete. Da können auch die 6 Assists und 4 Rebounds nicht über die insgesamt schwache Leistung von D-Will hinwegtäuschen.

Das fiel auf:

  • Die Nets versuchten von Beginn an das Mismatch von Joe Johnson gegen DeMar DeRozan auszunutzen und suchten den 32-Jährigen sehr oft im Post. Allerdings kam sofort ein zweiter Verteidiger zur Hilfe und machte Johnson und den Nets das Leben schwer. "Joe Jesus" kam weder in der ersten Hälfte (1/5 FG, 4 Punkte), noch im restlichen Spiel so richtig zum Zuge
  • Im Laufe der Partie verbesserte sich das Ball-Movement der Nets aber stetig und so konnte das Team von Jason Kidd immer häufiger Profit aus den durch das Doppeln entstehenden Freiräumen schlagen. Insgesamt verteilten die Nets 17 Assists. In Bezug auf die 28 erfolgreichen Field Goals ist das eine recht gute Quote.
  • Nach einer eher schwachen Leistung in Spiel 3 präsentierte sich Kyle Lowry von Anfang an höchst aggressiv und kam bereits in den ersten 12 Minuten auf 10 Punkte (2/3 3FG). Nach dem starken ersten Viertel ließ der 29-Jährige allerdings ein wenig nach - einerseits wegen seinen Knieproblemen, die ihn schon etwas länger quälen, und andererseits hatte der Point Guard erneut mit Foulproblemen zu kämpfen.
  • So gut Lowry zu Beginn war, so schwach war Terrence Ross. Für den 23-Jährigen gingen seine Horror-Playoffs auch in Spiel 4 munter weiter. Vor der Partie stand Ross bei einer mehr als mageren Wurfquote von 18,7 Prozent (3/16 FG) aus dem Feld und sein erster (und einziger) Wurf in dieser Partie endete als hässlicher Airball. Auch defensiv wirkte der Small Forward in einigen Situationen irgendwie unsortiert. Dementsprechend stand er auch nur 14 Minuten auf dem Parkett.
  • Sowohl die Raptors als auch die Nets überzeugten in der ersten Hälfte mit ihrer Ballsicherheit. Toronto leistete sich nur 5, Brooklyn 4 Turnover. Als die Nets dann allerdings ein, zwei Gänge höher schalteten, nahmen auch die Ballverluste der Raptors zu. Die insgesamt 12 Turnover sind dennoch in Ordnung, wenn man sich den Schnitt von Toronto aus den letzten drei Partien anschaut (19,7).
  • Gegen Ende des zweiten und vor allem im dritten Viertel übernahmen dann die Nets die Kontrolle über die Partie. Mit einer beeindruckenden Aggressivität stellten sie Toronto auf beiden Seiten vor erhebliche Probleme. Besonders in der Offensive ging bei den Raptors überhaupt nichts mehr und die Kanadier trafen nur 4 ihrer 21 Feldwurfversuche im dritten Abschnitt.
  • Ein ganz großes Lob geht mal wieder an die kanadischen Fans. Auch zu Spiel 4 versammelten sich Tausende in Toronto, um die Partie per Public Viewing zu verfolgen - und natürlich, um jeden Korb des eigenen Teams ausgelassen zu feiern.

Die Playoffs im Überblick

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