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NBA

Heat vs. Spurs: Neue Ära oder finale Chance

Von Marc-Oliver Robbers
LeBron James (l.) wurde bereits viermal zum MVP der Regular Season gewählt
© getty

In den diesjährigen Finals treffen zwei der besten Teams der letzten Jahre aufeinander. Während die San Antonio Spurs bereits eine Ära geprägt haben, stehen die Miami Heat noch am Anfang. Der Meister steht zum dritten Mal in Serie in den Finals, für San Antonios Alt-Stars ist es dagegen wohl die letzte Chance auf den Titel. Doch bei Miami läuft es nicht rund und der Kader der Spurs bereitet den Heat Matchup-Probleme.

Miami Heat (1) - San Antonio Spurs (2)

Saisonbilanz: 2-0 (105:100, 88:86)

Ausgangslage: Nun also doch. Mit den Miami Heat hat sich der haushohe Favorit am Ende doch durchgesetzt. Sieben teils nervenaufreibende Spiele waren gegen die Indiana Pacers nötig und die heile Welt des Meisters bröckelte zwischenzeitlich bedenklich.

Letztendlich hatte Miami es einem überragenden LeBron James zu verdanken, der das Team über weite Strecken der Serie alleine trug, aber seine Spielweise in Game 7 so umstellte, dass sich auch seine strauchelnden Teamkollegen fingen. Allen voran Dwyane Wade, der seit Monaten mit Knieproblemen kämpft und sich nur so durch die Playoffs schleppt. Dazu kommt Chris Bosh, der sich mit einer Knöchelverletzung herumplagt und die nach ihrer Form suchenden Distanzschützen Ray Allen und Shane Battier.

Das alles konnte der Meister in den ersten Runden übertünchen. Die Milwaukee Bucks, denen bereits gegen Ende der Regular Season die Puste ausging, waren nicht mehr als ein Sparringpartner. Locker und leicht fuhren die Heat den Sweep ein.

Auch in den Conference Semi-Finals hatte der Meister letztendlich leichtes Spiel. Zwar klauten die Chicago Bulls das erste Spiel aus Miami, aber den stark dezimierten Bulls fehlte am Ende doch deutlich die Substanz, um die Heat ernsthaft in Gefahr zu bringen.

LeBron und Co. pflügten im gleichen Tempo durch die Playoffs wie in der Regular Season. Bis die Pacers kamen. Die bereits erwähnten Probleme, aber auch die körperbetonte Spielweise von Indiana setzte dem Meister unerwartet zu. Zwar hatten die Pacers bereits in der Saison bewiesen, dass sie in der Lage sind, die Heat zu ärgern, aber dennoch rechneten die meisten Experten damit, dass sich die Erfahrung und Klasse von Miami früher durchsetzen würde.

Doch vor allem die Dominanz von Pacers-Center Roy Hibbert stellte den Favoriten vor große Probleme. Probleme, die auch Tim Duncan und die San Antonio Spurs verursachen können. Die Texaner sind ein Phänomen, oftmals abgeschrieben, stehen die alten Haudegen nun doch wieder in den Finals. Zum fünften Mal in den letzten 14 Jahren.

Die Regular Season war lange überragend, doch gegen Ende bauten die Spurs ein wenig ab. Gregg Popovich rotierte viel, schonte seine Stars, musste aber auch Verletzungen Manu Ginobili von Tony Parker verkraften. 10 der letzten 20 Saisonspiele gingen verloren und wieder einmal wurde San Antonio vorschnell abgeschrieben. Selbst den Los Angeles Lakers ohne Kobe Bryant wurde in der ersten Runde eine realistische Chance eingeräumt.

Die Spurs antworteten auf ihre eigene ganz nüchterne Weise - mit einem Sweep. Auch die jungen Golden State Warriors stellte San Antonio nur kurzzeitig vor Probleme. Nach einigen Anpassungen setzten sich Duncan und Co. in sechs Spielen durch.

In den Conference Finals wartete mit den Memphis Grizzlies der junge Klon der Spurs. Die beiden Big Men der Grizzlies erinnern in ihrer Spielweise schon stark an die Twin Tower der 90er Jahre. Wieder nährten sich Zweifel, ob San Antonio tough genug sei, um gegen das beste Defensivteam der Liga zu bestehen. Doch das unerfahrene Memphis sah letztendlich keine Sonne und wurde in vier Spielen in die Off-Season geschickt.

Die Spurs stehen stattdessen wieder in den Finals. Zum ersten Mal seit 2007. Für Duncan, Ginobili und vielleicht auch Tony Parker wird es die letzte Chance auf den Ring sein. Vor allem die ersten Beiden wollen ihre makellose Finals-Bilanz aufrechterhalten und als fünffacher Champion in die Geschichte eingehen.

Die Vorzeichen haben sich dabei durchaus in Richtung Texas verschoben. San Antonio hatte zehn Tage Pause und konnte die Akkus wieder auflaufen. Zwar birgt das auch immer die Gefahr, Rost anzusetzen, aber bei einem erfahrenen Team wie die Spurs überwiegen die Vorteile.

Auch die Matchups dürften zumindest kein Nachteil sein. Duncan wird die Zone ähnlich dichtmachen wie Hibbert und am offensiven Brett kann weder Bosh noch Udonis Haslem The Big Fundamental halten. Gleiches gilt für das Duell Parker vs. Mario Chalmers. Der Franzose ist Miamis Rollenspieler haushoch überlegen. Gleichzeitig besitzt San Antonio mit Danny Green und Kawhi Leonard exzellente Verteidiger gegen Wade und James.

Viel wird davon abhängen, inwiefern LeBron Unterstützung erhält. Miami ist auf einen starken Wade angewiesen. Das hat Spiel 7 eindrucksvoll gezeigt. "Mein Team hängt von mir ab. Ich werde weiter mit Schmerzen spielen, weil es mein Job ist", sagte der Shooting Guard nach dem Sieg gegen die Pacers. Doch wie lange macht sein malades Knie das mit?

Und da kommt Bosh ins Spiel. Der Center, der bislang unterirdische Playoffs spielt, muss schleunigst seinen Wurf wiederfinden. Sein eigentlich gefährlicher Midrange-Jumper ist der Schlüssel, um Duncan und Splitter aus der Zone zu ziehen. Auch Ray Allen (36,5 % 3er-Quote) und Shane Battier (23 %) werden für Miamis Spacing gebraucht. Beide strauchelten bislang durch die Playoffs.

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Flashback: Ein Playoff-Duell zwischen beiden Teams gab es noch nicht, dafür aber ein Finals-Duell der beiden Superstars. 2007 standen sich Duncans Spurs und die Cleveland Cavaliers um James gegenüber. Es wurde eine ganz klare Sache und ein bitterer Finals-Sweep für den damals 21 Jahre alten James.

Doch schon damals war klar, dass dieser James einmal die Liga dominieren würde. "In nicht mehr allzu ferner Zeit wird das deine Liga sein. Ich bin dankbar, dass du uns dieses Jahr lässt", flüsterte Duncan ihm nach dem verlorenen Finale ins Ohr. Die Zeit ist längst gekommen, aber Duncan will James nun ein weiteres Jahr stehlen.

Prognose: Auf dem Papier ist der amtierende Champion natürlich Favorit, doch die Umstände lassen auf eine enge Serie hoffen. Miami hat massig Probleme und Indiana hat mehrfach bewiesen, dass die Heat verwundbar sind. Zudem konnten sich die alten Herren aus San Antonio lange, wirklich lange ausruhen. Die Matchups versprechen zudem leichte Vorteile für die Spurs. Sollten die Heat weiter zu einer One-King-Show verkommen, wird San Antonio sich den fünften Titel krallen. Spurs in 6.

Seite 2: Heat vs. Spurs im Head-to-Head

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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