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NBA

James: "Bin 50-mal so gut wie 2007"

Von Marc-Oliver Robbers
LeBron James und Dwyane Wade erzielten gegen die Pacers in Spiel 7 zusammen 53 Punkte
© getty

Die Miami Heat haben es doch noch geschafft. Nach einer langen Serie, viel Kritik und internen Unstimmigkeiten steht der Meister zum dritten Mal in Serie im Finale. LeBron James' Schlachtplan bringt den strauchelnden Dwyane Wade gegen die Indiana Pacers zurück ins Spiel. Auch Ray Allen findet endlich in die Playoffs. Es bleiben aber Fragezeichen und eine vollmundige Ansage.

Es wurde eine Reaktion erwartet und die kam mit aller Wucht. Nach dem desaströsen Auftreten in Spiel 6, den internen Querelen zwischen den Superstars und all der einprasselnden Kritik zeigten die Miami Heat die Reaktion eines Champions und zogen mit einem 99:76 über die Indiana Pacers zum dritten Mal in Serie in die Finals ein.

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Und einer bewies erneut, dass er momentan wohl der beste Basketballer auf diesem Planeten ist. LeBron James nahm sich die Kritik der Co-Stars Dwyane Wade und Chris Bosh zu Herzen und tat alles dafür, dass seine strauchelnden Nebenleute ihr Selbstvertrauen wiederfanden.

James stellt Spiel um

Der MVP nahm in den ersten acht Minuten des Spiels nur einen Wurf, gab stattdessen immer wieder Wade und Bosh den Ball. Vor allem der Shooting Guard dankte es mit einer guten Vorstellung. "LeBron war wie ein Coach auf dem Parkett. Spielzüge anzusagen, uns früh in eine Situation zu bringen, in der er dachte, dass sie uns Erfolg verspricht, war richtig gut. Er hat verstanden, wie alle von uns, dass wir das Spiel nicht gewinnen können, wenn nur LeBron großartig ist", sagte Wade.

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Die Aussage zeigt, dass selbst nach dem Finaleinzug nicht alles Gold ist, was glänzt, aber der Erfolg hat die Wogen in Florida etwas geglättet und so lange dieser da ist, werden alle Stars ihr Ego zurückstecken und die Füße still halten.

Wade und James mit Schlachtplan

Beim Shootaround hatten die beiden Superstars ihre Köpfe zusammengesteckt und einen Schlachtplan für Wade erarbeitet. Auf der einen Seite übernahm James die aufreibende Verteidigung von Paul George, der die Heat in den vergangenen Spielen vor große Probleme stellte und der zweite Plan war es, Wade in seinen Flow zu bekommen.

"Einfach um ihn fühlen zu lassen, dass er Teil der Offensive ist und seinen Rhythmus bekommt. Genau das hat er dann auch das ganze Spiel über gezeigt. Er hat angefangen, Korbleger zu machen, er hat den Korb attackiert und er hat seine Freiwürfe getroffen", lobte James seinen Mitspieler.

Wade hatte sich bereits am Sonntag mit Coach Erik Spoelstra zusammengesetzt. Diese beiden Gespräche hätten ihm geholfen, seine schon die ganzen Playoffs andauernden Probleme zu überwinden, gab er an. Tatsächlich zeigte Wade mit 21 Punkten und 9 Rebounds seine beste Leistung seit langem.

"So kennen wir Dwyane. Er ist auf einem unglaublichen Weg. Wir alle haben ihn über Jahre gesehen. Wenn man sich auf ihn verlässt und ihn wirklich dringend braucht, ist er immer für dich da", lobte Spoelstra seinen Schützling.

Knieprobleme bleiben

Dennoch kämpft Wade weiter mit Knieproblemen. "Ich werde weiter mit Schmerzen spielen, weil es mein Job ist. Mein Team hängt von mir ab. Ich hatte es schon vor ein paar Serien gesagt, ich würde es lieben, einer der Spieler zu sein, der sich nie damit befassen muss und von Verletzungen verschont bleibt, aber das ist mir nicht vergönnt. Ich werde einen Weg finden", sagte der Shooting Guard.

Einen Weg hatte auch Ray Allen gefunden. Der Veteran spielte zuvor eine gruselige Serie und schoss nur 28 Prozent aus dem Feld. In Spiel 7 fand er aber seinen Rhythmus. Beim Stand von 23:23 versenkte der Ex-Celtic seinen ersten Dreier zur Führung der Heat. Miami gab diese nicht mehr ab und Allen legte noch zwei Dreier nach. "Ich glaube, wir hatten heute bessere Würfe. Wir haben sie gestoppt und sind so ins Laufen gekommen. Der Ball lief besser." Am Ende erzielte er 10 Zähler.

Transition Game, Ball-Movement und Reboundarbeit. Das waren die Hauptpunkte für Miamis Sieg. Erstmals in der Serie sicherten sich die Heat die Überlegenheit unter den Brettern. Vor allem offensiv dominierten sie und generierten dadurch immer wieder Second-Chance-Möglichkeiten, die die eigentlich schwache Quote von 39,5 Prozent in den Hintergrund rücken ließen.

"50-mal so gut wie 2007"

Und dann war da ja noch James. Der Superstar freute sich nicht nur über die Finalteilnahme, auch seine eigene Leistung von 32 Punkten, 8 Rebounds und 4 Assists machte ihn sichtlich glücklich: "Es gibt die Meinung, dass sich herausragende Spieler in einem Spiel 7 steigern und den höchsten Level erreichen müssen. Ich bin glücklich, dass ich in meiner Karriere in siebten Spielen so gut bin", sagte James. Und man hatte durchaus den Eindruck, dass der Forward zu jeder Zeit der Partie noch eine Schippe hätte drauflegen können.

Viermal stand der Ausnahmespieler in einem entscheidenden Spiel einer Serie auf dem Parkett. Sein Punkteschnitt beträgt dabei 33,8 Zähler im Schnitt. Da kommt nicht einmal Michael Jordan heran. Gleichzeitig ließ er George nicht zur Entfaltung kommen und hielt den Most Improved Player bei nur 7 Punkten. So langsam aber sicher verstummt auch das Gerede, dass James in wichtigen Partien gerne einmal untertaucht.

Wie 2007, als er das letzte Mal in den Finals auf die San Antonio Spurs traf. Der damals 21 Jahre alte James bekam von Duncan und Co. eine Abreibung verpasst. Mit einem Sweep beendeten die Texaner das Abenteuer Finals für Cleveland und den Jungstar.

"Ich muss definitiv besser werden. Ich muss zehnmal so gut werden", sagte James damals. Darauf angesprochen, entgegnete LeBron am Montag: "Ich bin jetzt ein viel besserer Spieler. Ich bin 20-, 40-, 50-mal so gut wie 2007." An diesen Worten wird er sich ab Donnerstag messen lassen müssen.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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