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NBA

Hawks: Neuer Headcoach aus Europa?

Von SPOX
Ettore Messina arbeitete 2011/2012 als Assistant Coach von Mike Brown für die L.A. Lakers
© getty

Die Atlanta Hawks könnten als erstes NBA-Team überhaupt einen europäischen Headcoach verpflichten, ZSKA-Trainer Ettore Messina soll durchaus interessiert sein. Jerry Sloan lehnt derweil den Trainer-Job bei den Milwaukee Bucks ab, Rekonvaleszent Greg Oden sieht laut einem Trainingspartner "unglaublich" aus.

Hawks an Messina interessiert: Die Oklahoma City Thunder haben mit ihrem D-League-Team in diesem Jahr gezeigt, dass es funktionieren kann, jetzt wollen die Atlanta Hawks eventuell den großen Schritt wagen und als erstes NBA-Team überhaupt einen europäischen Coach verpflichten.

Bei den Tulsa 66ers war Darko Rajakovic ein Hit und führte seine Mannschaft in die zweite Runde der D-League Playoffs, wo die 66ers am späteren Champion, Tim Ohlbrechts Rio Grande Valley Vipers, scheiterte.

Die Hawks denken laut "Yahoo! Sports" schwer über Ettore Messina nach. Der Italiener, der bereits als Assistant Coach für die L.A. Lakers gearbeitet hat, ist derzeit Trainer von ZSKA Moskau und stand zuletzt mit dem russischen Topteam im Euroleague Final Four.

Der 53-Jährige hat bereits vier Euroleague-Titel gewonnen und wurde zwei Mal zum Coach of the Year gewählt, dazu kommen fünf nationale Titel in Russland und vier in Italien. Mit anderen Worten: In Europa muss Messina niemandem mehr etwas beweisen, ein Headcoaching-Job in der NBA dagegen wäre eine völlig neue Herausforderung.

Und in Berufung auf Insiderinformationen vermeldet "Yahoo! Sports", dass Messina durchaus interessiert wäre, Pionierarbeit für Europas Trainerriege zu leisten.

Danny Ferry steht demnach in stetigem Kontakt mit Messina, der allerdings nur einer von mehreren Kandidaten auf den Trainerposten bei den Hawks ist. Mitte der Woche traf sich General Manager Danny Ferry mit Nate McMillan, der seit seinem Rauswurf bei den Portland Trail Blazers auf der Suche nach einer neuen Anstellung ist.

Der aktuelle Headcoach Larry Drew soll derweil nur geringe Chancen haben, dass sein auslaufender Vertrag verlängert wird. Atlantas Favorit Stan van Gundy hat angeblich nur wenig Interesse, bei den Hawks anzuheuern.

Ferry gilt als großer Fan des europäischen Basketballs, der während seiner Zeit bei den Cavaliers sogar den damaligen Trainer Mike Brown zu Messina schickte, um dessen Offensiv-Systeme zu studieren.

Der erste europäische Trainer bräuchte vor allem zwei Dinge, um in der NBA Fuß fassen zu können: Er müsste gut Englisch sprechen und er bräuchte ein Front Office, dass bedingungslos hinter ihm steht. Beides wäre bei Messina und den Hawks wohl gegeben.

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Sloan hat keine Lust auf die Bucks: Nach seinem Aus bei den Utah Jazz ist Jerry Sloan ohne Arbeit. Trotz seines fortgeschrittenen Alters - Sloan feierte im März seinen 71. Geburtstag - ist er aber nicht bereit, seine Trainerlaufbahn zu beenden.

In diesem Sommer gibt es einige offene Trainerstellen, und der Finals-Verlierer von 1997 und 1998 hat deutlich gemacht, dass er grundsätzlich verfügbar wäre.

Nach Milwaukee zieht es Sloan indes nicht. Laut David Aldridge von "NBA.com" ließ sein Agent verlauten: "Jerry hat nicht das Gefühl, dass es der passende Posten für ihn ist. Er und Bucks-Manager John Hammond hat ein tolles Treffen, aber Jerry möchte eine Mannschaft übernehmen, mit der er vorne mitspielen kann. Er will Milwaukee nicht schlecht reden, aber eine Truppe, die erst noch einige Jahre aufgebaut werden muss, ist nicht das Richtige für ihn."

Kandidaten, die in den nächsten Jahren um den Titel mitspielen können, sind allerdings rar gesät. Eigentlich kommen nur zwei Teams in Frage: Sloan könnte bei den Brooklyn Nets anheuern und sich wieder mit Point Guard Deron Williams zusammen tun. Die beiden hatten bei den Utah Jazz so ihre Probleme, zuletzt hatte Williams aber nur Positives über Sloan zu sagen gehabt.

Die zweite Möglichkeit wären die L.A. Clippers, sollten die sich von Vinny Del Negro trennen. Den Clippers wurde ihre Plan- und Ideenlosigkeit in der Offense in den Playoffs zum Verhängnis, Sloan ist derweil ein Coach mit großem taktischen Verständnis und einem enorm komplexen Playbook in der Hinterhand.

Und er hätte aller Voraussicht nach mit Chris Paul (der seinen Vertrag wohl verlängern wird) einen Point Guard zur Verfügung, der dieses auch umzusetzen wüsste.

Oden arbeitet am Comeback: Lange nichts gehört von Greg Oden. Der Center, der 2007 als Nummer-Eins-Pick gedraftet wurde und seitdem praktisch nur verletzt war, hatte sich in den letzten Monaten völlig zurückgezogen, um seine lädierten Knie vernünftig heilen zu lassen.

2013/2014 will der 25-Jährige wieder angreifen und seine Karriere wiederbeleben. Das Team, das ihn holt, wird ein gewaltiges Risiko eingehen, denn niemand kann absehen, ob Odens Körper den Strapazen einer NBA-Saison inzwischen besser gewachsen ist. Er wird wohl nur einen niedrig dotierten oder nicht voll garantierten Vertrag bekommen.

Sollte Oden jedoch fit sein und bleiben, könnte er ein absoluter Steal in der diesjährigen Free-Agency-Class sein. In 21 Spielen der Saison 2009/2010 kam der Big Man für Portland auf 11,1 Punkte bei einer Quote von 60,5 Prozent, dazu 8,5 Rebounds und 2,3 Blocks. Zahlen, die das große Potenzial andeuten.

Draft-Kandidat DeShaun Thomas, der wie Oden am College für die Ohio State Buckeyes spielte, trainiert derzeit gemeinsam mit Oden in dessen Heimat Indiana und ist begeistert von dem 2,13-Meter-Mann: "Er sieht unglaublich aus", so Thomas. "Er läuft, er stemmt Gewichte. Es riecht nach einem Comeback. Er scheint auf dem richtigen Weg zu sein."

Interessenten wird es (für den richtigen Preis) wohl genug geben. Angeblich soll sich Oden aber schon auf zwei favorisierte Destinationen festgelegt haben: Einerseits Cleveland, wo er aufgrund seiner College-Zeit immer noch eine Art Held ist, und Miami.

Bei den Cavs könnte er eine größere Rolle übernehmen und mit einem jungen Team wachsen, mit den Heat könnte er als Role Player sofort um die Meisterschaft mitspielen. Die Entscheidung hängt wohl auch davon ab, wie viele Minuten er sich in der kommenden Saison zutraut.

Der NBA-Spielplan im Überblick

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