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NBA

Das böse Erwachen aus einem Traum

Von Philipp Dornhegge
J.R. SMith und Amare Stoudemire waren mit den Schiedsrichtern in Spiel vier nicht zufrieden
© Getty

Die New York Knicks stehen nach einer 82:93-Niederlage (BOXSCORE) in Spiel vier bei den Indiana Pacers vor dem Saisonaus. Mit einem Sieg bei drei Niederlagen müssen die Knickerbockers nun die restlichen drei Spiele der Serie gewinnen, um doch noch in die Conference Finale einzuziehen.

Carmelo Anthony erzielte 24 Punkte für die Gäste, J.R. Smith 19 und Raymond Felton 14. Dazu steuerte Tyson Chandler ein Double-Double bei (12 Punkte, 10 Rebounds).

Allerdings war der Center der einzige, der an den Brettern mit der geballten Power der Pacers mithalten konnte. Insgesamt dominierte Indiana den Kampf um die Rebounds deutlich mit 54:36.

Bei den Gastgebern war George Hill mit 26 Punkten bester Scorer. Dazu kamen Paul George auf 18 Punkte, 14 Rebounds und 7 Assists, David West auf 10 Punkte und 10 Rebounds.

Lance Stephenson (13) und Reservist D.J. Augustin punkteten ebenfalls zweistellig.

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Die Reaktionen:

George Hill (Pacers): "Wir spielen physisch und lassen nichts zu. Das ist unsere Identität. Aber vor allem haben wir Spaß, wenn wir intensiv verteidigen."

Paul George (Pacers): "Wir wollten diesen Sieg. Die Tatsache, dass wir bei einer 2-1-Führung so konzentriert gespielt haben, zeigt, wie fokussiert diese Mannschaft derzeit ist."

David West (Pacers): "Über den Sieg in Spiel eins waren wir selbst etwas überrascht. Aber wir haben viel darüber gesprochen, dass wir diesen Vorteil in den Heimspielen auf keinen Fall wieder herschenken dürfen. Das ist uns gelungen. Unser nächstes Ziel ist es, auch in New York wieder alles zu geben und auf feindlichem Terrain die Chance aufs Weiterkommen zu nutzen."

Mike Woodson (Trainer Knicks): "Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Man muss immer noch vier Spiele gewinnen, um eine Serie für sich zu entscheiden. Wir werden jetzt nach Hause fahren und hoffentlich im Madison Square Garden unsere Aufgabe erledigen. Dann wollen wir schauen, ob wir hier nicht ein siebtes Spiel erzwingen können."

Carmelo Anthony (Knicks): "Wir müssen das nächste Spiel gewinnen. Aber es nützt nichts, wir dürfen die Köpfe nicht hängen lassen. Denn es gibt immer noch mindestens ein Spiel zu spielen, und das wollen wir selbstbewusst angehen. Wir glauben daran, dass wir es packen können."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Bei den Knicks standen Martin, Smith und Shumpert in Frage, letztlich können aber doch alle spielen. Die Starting Five der Gäste sieht deshalb so aus: Felton, Shumpert, Anthony, Martin und Chandler. Bei den Packers beginnen wie gewohnt Hill, Stephenson, George, West und Hibbert.

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3.: Es dauert satte drei Minuten, ehe sich die Knicks erstmals auf dem Scoreboard eintragen. Anthony trifft einen Freiwurf nach einer Defensive-3-Second-Violation, danach scort er auch aus dem Spiel. Zum Glück hatten auch die Packers noch nicht viel zustande gebracht, 5:3 für Indiana.

12.: Denkbar ungünstiges Viertelende für die Knicks: Kidd und Anthony mit Fehlwürfen, der Topscorer dazu mit einem Ballverlust. Auf der anderen Seite bauen Hibbert und der so oft überforderte Young die Führung des Gastgebers auf 23:16 aus.

14.: Mahinmi und Stoudemire geben es sich beim Rebound-Kampf ordentlich, der Knickerbocker wird allerdings von den Referees mit einem Fou belangt. Das gefällt Stoudemire gar nicht, der gleich auch noch ein technisches Foul kassiert. Augustin lässt sich an der Linie nicht zwei Mal bitten, und dann trifft der viel gescholtene Young auch noch einen Dreier! 27:19 Pacers.

24.: Auch das Ende des zweiten Viertel droht zur Katastrophe zu werden. Hill und George mit einem 7:0-Lauf, doch Anthony trifft immerhin noch mal einen Jumper. Dennoch 48:34 zur Halbzeit ist eine Ansage der Pacers.

31.: Das Spiel droht für die Knicks jetzt endgültig vor die Hunde zu gehen. Hills Freiwürfe bedeuten eine 61:43-Führung der Pacers, New York bekommt kaum mal zwei Körbe in Folge zustande.

36.: Ein weiteres Lebenszeichen vom nahezu unsichtbaren Stoudemire. Mit zwei Freiwürfen verkürzt der Power Forward auf 56:67. Die Knicks kommen noch mal.

41.: So viel zum Comeback der Knicks. Kaum hat man dran geglaubt, dass noch was gehen könnte, kommt die nächste Dürre. Drei Minuten ohne Punkte der Gäste bedeuten einen 7:0-Lauf der Pacers, Hibbert erhöht auf 76:61. Vorentscheidung?

48.: Chandlers Dreipunktspiel verkürzt gute zwei Minuten vor Schluss noch mal auf elf Punkte, aber danach bleibt Indiana cool. Die Packers bringen die Partie souverän von der Freiwurflinie nach Hause.

Indiana Pacers vs. New York Knicks: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: George Hill. Nach durchwachsenen Spielen gegen die Hawks hat Hill gegen die Knicks in beeindruckender Weise zu seiner Bestform gefunden, überzeugt auch als Rebounder und Passgeber.

In Spiel vier machte er Scorer sein bestes Spiel der Playoffs. Mit 26 Punkten gab er den Ton an, dazu schoss er hochprozentig (9/14 Field Goals) und gewann das Duell mit Raymond Felton überlegen.

Der Flop des Spiels: J.R. Smith. Carmelo Abthony spielte erneut nicht in Bestform, doch was J.R. Smith in den Playoffs abliefert, grenzt schon an eine Frechheit. Der beste sechste Mann der Liga trifft nicht einmal jeden dritten Wurf und war auch in Indiana völlig neben der Spurs (7/22 Field Goals).

Andere Spieler tragen dann in anderen Bereichen etwas zum Spiel der Mannschaft bei, sei es durch Rebounds oder Assists. Bei Smith stechen vor allem 2 Turnover und 4 Fouls heraus.

Analyse: Rebounds, Rebounds, Rebounds. Wollen die Pacers in dieser Saison weit kommen, ist die Arbeit an den Brettern der Schlüssel. Mit ihrer Größe haben Roy Hibbert, David West und Co. exzellente Voraussetzungen, um viele Rebounds abzugreifen.

Ja, die Pacers haben immer mal wieder Probleme mit ihrer Wurfquote. Aber genau deshalb sind viele Putbacks am offensiven Brett ja so wichtig.

Und das vorwiegend mit Small Ball agierende Knicks-Team ist genau der richtige Gegner, um dort zu dominieren. Mit 54:36 Rebounds in Spiel vier waren Verhältnisse geschaffen, die New York nicht ausgleichen konnte. Zumal die Packers ihre größte Schwäche, die Ballverluste, gut im Griff hatten.

Nur 12 Turnover gaben dem Gegner wenig Gelegenheit, ins Laufen zu kommen und aus der Transition zu Dreiern hochzusteigen (nur 3 Fastbreak-Punkte). Stattdessen mussten sich die Knicks fast immer im Halfcourt gegen die überragende Defense der Packers durchsetzen, die FG-Quote von 35,7 Prozent belegt, dass das nur mäßig gelang.

Besonders mit einer starken ersten Hälfte (48:34) legte Indiana den Grundstein für einen ungefährdeten Erfolg, der der Nummer drei im Osten eine 3-1-Führung über die Nummer zwei bescherte. Bei der Rückkehr in den Madison Square Garden am Donnerstag steht nun der vermeintliche Favorit unter gehörigem Druck. Seit Saisonbeginn hatte der zweimalige Meister als klares Ziel den Titelgewinn ausgerufen, die beste Regular Season seit einer gefühlten Ewigkeit gab denn auch Anlass zur Hoffnung.

Aber schon die Serie gegen Boston und nun die gegen Indiana zeigen, dass sich Dreier-Feuerwerke und eine nur mittelmäßigen Defense eben in den Playoffs nicht unbedingt in Erfolg ummünzen lassen. Die betroffenen Mienen der Spieler gegen Ende der Partie bewies, dass die Knicks wissen, was die Stunde geschlagen hat.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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