NBA

Boston fordert die Knicks - Freilos für Miami?

Von Cliff Schmit
Keine Freunde fürs Leben: Kevin Garnett und Carmelo Anthony treffen in ersten Runde aufeinander
© getty
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New York Knicks (2) - Boston Celtics (7)

Saisonbilanz: 3:1 (96:102, 89:86, 100:85, 108:89)

Ausgangslage: Zum ersten Mal seit 2007 kommt der Gewinner der Atlantic Division nicht aus Boston sondern aus New York. Fügt man die historische Rivalität zwischen den beiden Städten insgesamt und zwischen den beiden Franchises im Besonderen noch hinzu, dann ist klar, dass die Serie zwischen den Knicks und den Celtics bei weitem keine gewöhnliche ist.

Im Gegensatz zu den Auseinandersetzungen der jüngeren Vergangenheit steigen die Knicks dieses Mal jedoch als leichter Favorit in den Ring. Die Mannschaft von Mike Woodson beginnt die Playoffs nämlich mit der Gewissheit und dem Selbstvertrauen, die beste Saison seit sechszehn Jahren im Big Apple gespielt zu haben.

Die lange Verletzungspause von Amar'e Stoudemire, der voraussichtlich auch die gesamte Auftaktrunde verpassen wird, hat den Knicks dabei weniger geschadet, als dass sie das Spiel der New Yorker geradliniger und zielstrebiger hat werden lassen.

Natürlich ist Carmelo Anthony in einer auf Distanzwürfe ausgerichteten Offensive noch immer die unumstrittene erste Angriffsoption, den Verantwortlichen ist es allerdings gelungen dem 29-Jährigen ein ordentliches Arsenal an Rollenspielern zur Seite zu stellen.

Neben Jason Kidd, Raymond Felton und Steve Novak kommt dabei vor allem dem explosiven "Sixth Man of the Year"-Kandidaten J.R. Smith eine wichtige Rolle zu. Der 27-Jährige legt von der Bank kommend knapp 18 Punkte im Schnitt auf, darf in den entscheidenden Spielphasen jedoch nicht überdrehen.

Bei den Celtics gibt es nach einer mehr als durchwachsenen Saison vor Playoff-Beginn jede Menge Fragezeichen. Die größte Unbekannte ist dabei immer noch der ungewisse Gesundheitszustand von Kevin Garnett, der nur drei Partien seit Mitte März absolvieren konnte. Wollen die Kelten die Knicks nur annähernd ärgern, benötigen sie unbedingt einen fitten und hungrigen Garnett.

Nach dem Saison-Aus für Rajon Rondo wird beim Team von Doc Rivers aber auch viel vom Backcourt abhängen. Neben Courtney Lee und Avery Bradley muss in erster Linie Jason Terry in den Playoffs gehörig zulegen.

Ein weiterer Faktor in dieser Serie könnte auch die allgemeine Gefühlslage in der Stadt Boston nach den jüngsten Anschlägen sein. Im Hexenkessel des TD Garden bekommen die Gegner ohnehin nichts geschenkt. Die traurigen Ereignisse der vergangenen Tage haben die Bostoner sicherlich noch etwas näher zusammenrücken lassen und könnten auf dem Weg zum Upset eine Extraportion Motivation freisetzen.

Players to watch: Carmelo Anthony vs. Jeff Green. Carmelo Anthony ist ohne Zweifel ein begnadeter Punktesammler, was der Gewinn des Topscorer-Titels vor wenigen Tagen nur allzu gut unterstrichen hat. Will der 29-Jährige allerdings in einer Reihe mit Lebron James oder Kevin Durant genannt werden, muss er endlich in den Playoffs nachhaltig abliefern und seinem Team einen tiefen Run ermöglichen. 2009 hat er bereits in Denver bewiesen, dass er eine Mannschaft führen kann. Gegen die hartnäckigen Celtics werden die Knicks einen vielseitig glänzenden Anthony gut gebrauchen können.

Die undankbare Aufgabe Anthony zu stoppen wird bei den Celtics Jeff Green zukommen. Der 26-Jährige Small Forward ist der X-Faktor schlechthin für Boston, muss er sich doch in der Defensive gegen Anthony aufreiben und im Angriff zudem neben Pierce und Garnett für Entlastung sorgen.

Prognose: Langweilig wird diese Paarung zwischen zwei routinierten Teams auf keinen Fall: zwei rivalisierende Franchises, vollgepackt mit Superstars, zukünftigen Hall-of-Famern und beinharten Hunden. In einer äußerst ausgeglichenen Serie wird schlussendlich die Offensivmaschinerie der Knicks den Ausschlag geben. Knicks in 7

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