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Wenn Obama den Rivalen anfeuert ...

Von Stefan Petri
Cubs-Infielder Javier Baez feierte den Sieg über die Giants feucht-fröhlich
© getty
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American League Championship Series

Cleveland Indians (94-67) - Toronto Blue Jays (89-73)

(Division Series: Indians - Red Sox 3-0, Blue Jays - Rangers 3-0)

Ausgangslage:

Die Cubs bekommen die meiste Presse für ihre Durststrecke seit 1908 - aber bei den Indians ist der letzte Titel auch schon eine ganze Weile her. 68 Jahre, um genau zu sein. Mit der zweitbesten Bilanz in der American League sicherte man sich die Central Division mehr als souverän vor den Detroit Tigers, aber dann verletzten sich im September zuerst Starting Pitcher Danny Salazar und anschließend Carlos Carrasco, zwei Säulen der eigentlich so starken Starting Rotation.

Dementsprechend wenig Chancen wurden den Indians dann gegen die Offensiv-Power der Red Sox eingeräumt, aber die Starter kamen in den drei Spielen auf ein ERA von 2.70 - und der Bullpen um den überragenden Ex-Yankee Andrew Miller machte den Rest. Umgekehrt stürzte man sich per Long Ball auf die Red Sox und beendete die Karriere von David Ortiz vorzeitig. Den Sweep in der Hölle von Fenway perfekt zu machen, das bringt Selbstbewusstsein. In Cleveland machen die kleinen Dinge den Unterschied. So ist der Geheimtipp von Altmeister Coco Crisp an seine Mitspieler nichts anderes als tief durchzuatmen.

Rückblick: Chicago Cubs - den Bock endlich umstoßen

Tieeeeef durchgeatmet haben auch die Blue Jays, nachdem Edwin Encarnacion im elften Inning gegen die Baltimore Orioles per Three-Run-Walkoff-Homerun das Wild Card Game entschied. Wobei man eigentlich auch schon in den Wochen zuvor mehr oder weniger im Playoff-Modus war, blieb das Wild Card Race doch lange extrem spannend.

Egal, der Blast von Encarnacion schien die Keulen der Kanadier aufgeweckt zu haben: Die Rangers-Asse A.J. Hamels und Yu Darvish wurden förmlich weggeprügelt, plötzlich verbreitet die Mitte des Lineups um Josh Donaldson, Encarnacion und Jose "Batflip" Bautista wieder Angst und Schrecken. Dass dann Donaldson den Sweep auch noch mit einem verrückten Hechtsprung sicherte: legendär! "Wir pitchen gut, wir spielen gute Defense und haben derzeit auch Erfolg mit dem Homerun. Das ist für unsere Offense enorm wichtig", so Donaldson, MVP von 2015. Auch im letzten Jahr erreichte man bereits die ALCS, damals war gegen den späteren Champion aus Kansas City Schluss. Und diesmal?

Players to watch:

Einen absoluten Superstar sucht man im Lineup der Indians vergebens. Am ehesten vielleicht First Baseman Mike Napoli, der den Ball Club in der Regular Season mit 34 Jacks und 101 RBI anführte. Er weiß aus Boston bereits, wie sich eine Championship anfühlt und wird als Leader enorm wichtig sein. Bei den Indians werden die Runs eher durch lange Rallys denn durch den Homerun erarbeitet - wobei sie, wie gegen Boston bewiesen, durchaus auch Bälle ins Publikum schicken können.

Der Star des Teams ist - neben Cy-Young-Gewinner Corey Kluber, der in Game 1 starten wird - vor allem der Bullpen von Manager Tito Francona. Mit Miller, Bryan Shaw und Cody Allen kann Francona früh zum Telefonhörer greifen, und wenn alle Stricke reißen, kommt eben Rick Vaughn zum Einsatz. Nein, ernsthaft: Der Bullpen könnte der vielleicht größte Vorteil von Francona sein, da die Blue Jays bei den Starting Pitchern insgesamt wohl stärker sind. Verkraften Miller und Allen eine ähnliche Workload wie gegen Boston, ist alles drin.

Bei Toronto wird es darauf ankommen, dass die großen Stars ihr Level halten. Donaldson und Encarnacion legten gegen Texas überragende Statistiken hin, und dann gibt es da ja auch noch Bautista und Troy Tulowitzki (.462/.462/.846), der ebenfalls eine richtig gute Serie hinlegte. Gelingen in den entscheidenden Momenten wieder die ganz großen Hits?

In Sachen Rotation liegt das Hauptaugenmerk vor allem auf den dritten und vierten Startern, den da liegt man auf dem Papier im Vorteil: Vor eigenem Publikum müssen die jungen Marcus Stroman und Aaron Sanchez liefern. Gerade Sanchez, der in Game 3 in der ALDS sechs Runs zuließ, sollte sein Matchup gegen Mike Clevinger (5.26 Regular Season ERA) unbedingt gewinnen.

SPOX-Prognose:

Auf dem Papier eine enorm enge Serie, ebenso schon in der Regular Season, klammert man einen 17:1-Erfolg der Blue Jays aus. Toronto hat die Erfahrung und die bessere Rotation, Cleveland den Trainerfuchs und den Bullpen. Es geht in ein siebtes Spiel, dann macht ein Homerun den Unterschied - und davon schlagen die Blue Jays mehr. Blue Jays in 7.

Spielplan:

Game 1: Indians - Blue Jays (Sa., 2 Uhr)

Game 2: Indians - Blue Jays (Sa., 22 Uhr)

Game 3: Blue Jays - Indians (Di., 2 Uhr)

Game 4: Blue Jays - Indians (Di., 22 Uhr)

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