US-Sport

NCAA: Athleten sollen ab 2021/22 Geld mit ihrem Namen verdienen dürfen

Von SPOX
Der amerikanische Universitätssport steht vor einer großen Veränderung.

Die National Collegiate Athletic Association (NCAA) hat ihren Plan verkündet, ihre Regelungen zum Namen und Bildnis ihrer Athleten zum akademischen Jahr 2021/22 zu ändern. Das würde bedeuten, dass Sportler an den amerikanischen Universitäten erstmals Geld durch unter anderem Werbeverträge, eigene Firmen oder in sozialen Medien verdienen dürfen.

Der Aufsichtsrat der NCAA hat sich laut der offiziellen Mitteilung dazu entschieden, die entsprechenden Regeländerungen zu unterstützen und den drei Divisionen des Verbandes vorzuschlagen. Die Divisionen sollen im Laufe des restlichen Jahres zu einer Entscheidung gekommen, ob und in welcher Form sie die Regeländerungen implementieren wollen.

Spätestens im Januar 2021 sollen die Entscheidungen getroffen werden, damit die NCAA die nötigen Maßnahmen einleiten kann, um die Regeländerungen rechtzeitig zum akademischen Jahr 2021/22 und den entsprechenden Sport-Spielzeiten umzusetzen.

Die vorgeschlagenen Regeländerungen hat die NCAA laut eigenen Angaben nach Beratung mit ihrer "Federal and State Legislation Working Group" entworfen. Anpassungen der Regelungen zum Namen und Bildnis der College-Athleten wäre ein riesiger Schritt für die NCAA, über den seit vielen Jahren heftig diskutiert auf nationaler Bühne diskutiert wird.

"Werbung und Sponsoring durch dritte Parteien zu erlauben ist unbetretenes Territorium", sagte Michael Drake, Vorsitzender des NCAA-Aufsichtsrats und Präsident der bekannten Ohio State University.

NCAA: "Ich hoffe, das ist kein weiterer Trick"

Welche Rolle die Regierungen der einzelnen Bundesstaaten bei den Regeländerungen spielen, ist wohl noch unklar. "Wir warten optimistisch auf Veränderungen, waren aber schon einmal auf diesem Weg", sagte Chip LaMarca, ein Distrikt-Repräsentant im Bundesstaat Florida.

LaMarca hatte sich im vergangenen März für eine ähnliche Regeländerung für Florida, eine Hochburg der beliebtesten College-Sportarten wie Basketball, Leichtathletik und American Football, ausgesprochen, wartet seitdem aber auf die nötige Unterschrift von Gouvernour Ron DeSantis, um die Regelung durchzusetzen.

"Ich hoffe, das ist kein weiterer Trick der NCAA mit einem versteckten Ball, um diese Angelegenheit erstmal weit weg von sich zu treten", erklärte LaMarca mit einer Football-Analogie und ergänzte: "Diese globale Pandemie fordert unsere Wirtschaft heraus, deswegen müssen wir nun mehr denn je unseren Studenten die Flexibilität geben, sowohl ihre Ausbildung fortzusetzen als auch für sich selbst und ihre Familien zu sorgen."

Die bisher vorgeschlagenen Regeländerungen der NCAA betreffen bisher noch keine Lizenzrechte. Eine Änderungen in diesem Bereich wäre wohl nötig, um zum Beispiel das sehr beliebte Videospiel NCAA Football wieder auf den Markt kommen zu lassen.

Die Universitäten verlieren ihre Stars

Die Diskussion um mögliche Regeländerungen bezüglich des Namen und Bildnis der NCAA-Athleten ist keineswegs neu, hat sich aber in den letzten Jahren und Monaten deutlich zugespitzt. Neben den vorherigen Gründen wurde das System der amerikanischen Colleges stark hinterfragt, seitdem junge, namhafte Basketball-Spieler wie LaMelo Ball, R. J. Hampton oder Jalen Green sich nach der Highschool entscheiden, nicht an einem College zu spielen.

Ball und Hampton haben die vergangene Saison in der australischen Basketball-Liga verbracht und gelten für den kommenden NBA Draft als mögliche Top-15 Picks. Green hätte nach seiner Highschool-Karriere für das College-Team seiner Wahl spielen können, entschied sich aber, in der G-League der NBA zu spielen, wo er umgehend Geld verdienen darf und wird.

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