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NBA

Mehr Playoff-Drama geht nicht

Von SPOX
Kampf, Kampf - und etwas Krampf: Tyrus Thomas (r.) und Derrick Rose bedrängen Stephon Marbury
© Getty

Chicago vs. Boston entwickelt sich zu einem epischen Gefecht. Auch Spiel vier geht dramatisch aus, diesmal zugunsten der Bulls. Während die Cavs in die zweite Runde stürmen, sieht es auch für die Rockets gut aus.

Es sind theoretisch noch maximal drei Spiele möglich - aber schon jetzt ist klar, dass die Erstrunden-Serie zwischen dem Meister Boston Celtics und den Chicago Bulls das Zeug zum Klassiker hat.

Denn nachdem schon zwei der vorherigen drei Duelle in der Overtime beziehungsweise nur mit drei Punkten entschieden wurden, entwickelte sich auch Spiel vier in Chicago zu einem Thriller.

Diesmal waren sogar zwei Verlängerungen nötig, bis die Bulls den amtierenden Champ mit 121:118 niederringen konnten. Damit steht es 2-2, bevor die fünfte Partie in der Nacht auf Freitag in Boston stattfindet.

Salmons der Matchwinner

Nur um zu illustrieren, wie ausgeglichen der Spielverlauf war, die Viertel- und Overtimeergebnisse: 19:18 Boston, 27:27, 24:20 Boston, 31:26 Chicago, 14:14, 11:8 Chicago. Kein Team führte mit mehr als 7 Punkten.

Die Entscheidung besorgte am Ende Bulls-Forward John Salmons, der seine letzten vier Freiwürfe allesamt verwandelte. Zuvor rettete Teamkollege Ben Gordon mit einem Dreier vier Sekunden vor Ende der ersten Overtime die Bulls in die zweite Verlängerung.

Salmons war es auch, der mit dem Schlusspfiff Bostons Verzweiflungsdreier durch Paul Pierce geblockt hat. Wäre der Wurf reingegangen, hätte es die dritte Verlängerung bedeutet.

Rondo der nächste NBA-Superstar

Der Topscorer bei den Bulls war Derrick Rose, der mit 23 Punkten, 11 Rebounds und 9 Assists nur knapp ein Triple-Double verpasste. Dahinter folgten Gordon (22) und Salmons (20). Von der Bank lieferte Kirk Hinrich 18 Zähler.

Auf Seiten der Celtics wussten Pierce (29 Punkte), Ray Allen und Rajon Rondo zu gefallen. Allen fing von Downtown Feuer und traf 5 seiner 11 Dreier für 28 Zähler, Rondo gelang ein amtliches Triple-Double (25 Punkte und je 11 Rebounds und Assists).

Rondo, der erst 23-jährige Spielmacher von Boston, entwickelt sich trotz der Niederlage zum kommenden NBA-Superstar. Sein Schnitt in der Bulls-Serie: unglaubliche 23,3 Punkte, 10,8 Rebounds sowie 10,0 Assists.

Alle Highlights im Video bei ESPN

Houston Rockets - Portland Trail Blazers 89:88: Erfahrung, Erfahrung, Erfahrung - darauf kommt es in den Playoffs an. Und auch wenn die Rockets seit elf langen Jahren keine Playoff-Serie mehr gewinnen konnten, so sind Yao Ming (21 Punkte, 12 Rebounds) und Co. trotzdem um einiges reifer als die Blazers.

Stellvertretend dafür eine Szene beim Stande von 87:85 für Houston, als Coach Rick Adelman den sonst nur sporadisch eingesetzten Chuck Hayes brachte. Der Big Man postierte sich nach Brandon Roys Zug zum Korb perfekt in der Zone und nahm ein Offensivfoul des zweimaligen All Stars auf. "Das war eine wichtige Aktion", freute sich Hayes. "Der Trainer hat sich auf mich verlassen, und mit meiner Defense konnte ich dem Team helfen." Trotz des großen Talents des Teams müssen die Blazers noch viel lernen, um im Konzert der Großen mitspielen zu können.

Auch wenn Coach Nate McMillan sagte: "Es ist erst vorbei, wenn die Rockets vier Spiele gewonnen haben" - Houston ist in Abwesenheit von Tracy McGrady wieder eine Top-Adresse, denn die Texaner haben neben erfahrenen Leuten weitere Komponenten, auf die es in den Playoffs ankommt: Ein starkes Low-Post-Spiel, mit Ron Artest den perfekten zweiten Scorer und eine knüppelharte Defense. So wird man zumindest endlich mal wieder die erste Runde überstehen.

Detroit Pistons - Cleveland Cavaliers 78:99: Was vorher schon alle wussten, ist nun amtlich: Die Cavs sweepen die Pistons. Zur Illustration, wie gut Cleveland ist und wie schlecht Detroit, hier einige Statistiken: Die von LeBron James (36 Punkte, 13 Rebounds, 8 Assists) angeführte Truppe ist erst das dritte Team nach den Celtics von 1980 und den Pacers von 2004, das seinen Gegner in vier Partien jeweils mit zweistelligem Vorsprung schlägt.

James ist nach Larry Bird und Oscar Robertson erst der dritte Spieler, der in einer Serie im Schnitt über 30 Punkte, 10 Rebounds und 7 Assists erzielt, außerdem holte der King erst als zweiter Spieler nach Robertson in seinen ersten 50 Playoff-Partien 1300 Punkte, 400 Rebounds und 350 Assists. "Man ist nur mit einer bestimmten Menge an Talent geboren. Die muss man zu seinem Vorteil nutzen", erklärte James seinen Lauf. "Man muss eine Menge Arbeit investieren. Meine Einstellung hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin."

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Dass Teamkollege Mo Williams mit 24 Zählern das beste Playoff-Spiel seiner Karriere machte, ging bei der James-Show etwas unter. Und die Pistons? Für die steht in der verfrühten Sommerpause der Umbruch an: "Es war eine schwere Saison. Zum ersten Mal haben diese Jungs richtig Probleme gehabt", bedauerte Coach Michael Curry das frühe Aus. "Nachdem wir Chauncey Billups getradet hatten, wusste ich, dass wir nicht mehr dieselben waren."

Philadelphia 76ers - Orlando Magic 81:84: "Jetzt geht die Serie von vorne los", freute sich Forward Hedo Turkoglu, nachdem er die Magic mit seinem Dreier 0,8 Sekunden vor der Schlusssirene zum Sieg geworfen hatte.

Es steht 2:2, Orlando hat den Heimvorteil zurück und darf wieder auf das Weiterkommen hoffen. Dabei war statistisch gesehen eigentlich klar, dass Philly das vierte Spiel verlieren würde, denn die Magic haben in dieser Saison nicht ein Mal zwei Auswärtsspiele in Folge verloren.

Dass ausgerechnet Turkoglu, dem bisher gegen die Sixers praktisch nichts gelungen war, für den Sieg sorgte, war dann aber doch überraschend. "Hedo ist ein ziemlich selbstbewusster Typ", sparte Stan van Gundy, sonst eher ein Coach von der kritischen Sorte, nicht mit Lob. "Er hat manchmal seine Phasen, aber er lässt sich davon nicht beirren." Dwight Howard lieferte unterdessen mit 18 Punkten und 18 Rebounds bereits das achte 15-15-Spiel seiner Playoff-Karriere ab - und das in nur 18 Partien.

Der Spielplan der Playoffs

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