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NFL

NFL-Profis am Pranger

SID
Plaxico Burress (2. v.r.) wurde von den Giants suspendiert, weil er sich selbst ins Bein schoss
© Imago

Sie sind Multi-Millionäre, Medien-Menschen, Idole. Sie haben Ruhm und Reichtum, ziehen Blicke auf sich und Neider an. Und wie der Fall Plaxico Burress beweist, kommen die Profis der National Football League NFL auch immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt.

Der Wide Receiver von Meister New York Giants hatte sich in der Nacht zum 29. November in einem Manhattaner Nachtclub versehentlich mit einer Pistole in den rechten Oberschenkel geschossen.

Die Giants haben Burress daraufhin bis Saisonende suspendiert, und die Juristen nahmen ihre Untersuchungen auf. Dem 31-Jährigen droht wegen zweimaligen Verstoßes gegen das Waffengesetz eine Haftstrafe zwischen dreieinhalb und 15 Jahren.

Sein Beispiel hat in der NFL eine heftige Diskussion zum Thema Waffenbesitz und Selbstschutz ausgelöst. Die Profis stehen am Pranger, denn Burress ist nur der jüngste von vielen Fällen.

 

"Warum ist es falsch, eine Waffe zu tragen?"

Warum trug der Star, der den Giants im Februar im Super Bowl mit dem entscheidenden Touchdown die Meisterschaft sicherte, eine geladene Pistole in der Öffentlichkeit?

Einige meinen, Burress habe die Waffe zur eigenen Sicherheit mitgeführt, denn drei Tage zuvor wurde Mitspieler Steve Smith mit vorgehaltener Pistole ausgeraubt, nachdem ihn sein Chaffeur vor seinem Reihenhaus abgesetzt hatte.

Burress schweigt bisher, andere NFL-Profis reden dagegen offen. "Warum ist es falsch, eine Waffe zu besitzen, um sich damit zu schützen?", meint Maurice Drew-Jones von den Jacksonville Jaguars.

Vonnie Holliday von den Miami Dolphins schätzt, dass rund 20 Prozent aller NFL-Profis mindestens eine Waffe haben. Leonard Davis von den Dallas Cowboys beziffert die Zahl sogar auf 90 Prozent.

Öffentlich bekannte Gehälter sind ein Problem

"Wer eine Waffe zur eigenen Sicherheit trägt, hat das gute Recht dazu", betont Cornerback Patrick Surtain von den Kansas City Chiefs.

Als größtes Problem sehen die Athleten ihre öffentlich bekannten Millionen-Gagen. "Leute betrachten dich anders, weil du viel Geld verdienst und einen gewissen Status hast", sagt Terrell Owens von den Dallas Cowboys.

"Wir werden gut bezahlt, aber wir sind trotzdem noch Kinder", meint Chris Hope von den Tennessee Titans, "die meisten von uns sind 25, 26 Jahre und somit in der Blüte ihres Lebens. Wir gehen aus, haben Spaß, reisen viel, kaufen uns schöne Klamotten oder Schmuck, denn wir können es uns leisten."

NFL-Profis sind leicht auszumachen. Kleidung, körperliche Ausmaße, Nobel-Karossen, Brillanten oder Goldkettchen sind Markenzeichen der Multi-Millionäre.

 

"Ich bete immer, bevor ich mein Haus verlasse", betont Fred Taylor von den Jacksonville Jaguars. Doch mitunter sind Spieler nicht einmal in ihren eigenen vier Wänden sicher, wie das Beispiel Sean Taylor zeigt.

Der Safety der Washington Redskins wurde im Vorjahr in seinem Schlafzimmer von einem Einbrecher angeschossen und starb wenige Stunden später an den Verletzungen.

In der Neujahrsnacht 2007 wurde Darrent Williams von den Denver Broncos nach einem Streit in einem Nachtclub aus einem vorbeifahrenden Wagen erschossen.

Und am 2. September erlitt Jacksonvilles Richard Collier lebensbedrohliche Verletzungen, als ein Mann in seinem Auto auf ihn schoss. Er überlebte zwar, ist aber von der Hüfte an abwärts gelähmt und verlor zudem seinen linken Unterschenkel.

NFL-Klubs beschäftigen Sicherheitsspezialisten

Die NFL weist seit längerem auf die Gefahren eines Waffenbesitzes hin und rät ihren rund 1500 Profis davon ab, sich Waffen zuzulegen. Jeder Verein hat mittlerweile Sicherheits-Spezialisten, die ebenso wie die Trainer versuchen, präventiv zu arbeiten.

"Wenn du irgendwo hingehst, wo du einen Bodyguard oder eine Waffe brauchst, ist es der falsche Ort für dich", lautet die Nachricht. Und die Spielergewerkschaft hat sogar Seminare zum Thema Selbstschutz im eigenen Haus abgehalten.

"Die haben zwar nicht für Waffen geworben, aber wenn man laufend über Hauseindringlinge spricht, versetzt man die Zuhörer gehörig in Angst. Viele Spieler denken deshalb wahrscheinlich, dass sie eine Waffe haben müssen", sagt Larry Foote von den Pittsburgh Steelers.

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