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Olympia

Doping: Medaillengewinner ausgeschlossen

SID
Issat Artykow wurde des Dopings überführt
© getty

Bei den Olympischen Spielen sind die ersten beiden Medaillengewinner des Dopings überführt worden. Wenige Stunden nach dem kirgisischen Gewichtheber Issat Artykow wurde Sergei Tarnowtschi aus Moldau, der im Canadier-Einer über 1000 m Bronze gewonnen hatte, am Donnerstag nachträglich disqualifiziert.

Sebastian Brendel (Potsdam) war in diesem Rennen Olympiasieger geworden. Ein vor dem Wettbewerb durchgeführter Dopingtest erbrachte ein positives Ergebnis. Dies teilte der internationale Kanu-Verband ICF mit.

Gewichtheber Artykow, der in der Klasse bis 69 kg Bronze gewonnen hatte, wies in einer Probe Spuren des Stimulans Strychnin auf. Das gab der Internationale Sportgerichtshof CAS am Donnerstag bekannt. Strychnin wird im Welt-Anti-Doping-Code unter dem Punkt "Spezifische Stimulanzien" geführt. Die Substanz ist im Allgemeinen für ihre Verwendung als Rattengift bekannt.

Der 19-jährige Tarnowtschi wurde wie der 22-jährige Artykow von den Olympischen Spielen ausgeschlossen, die Medaillen wurden ihnen aberkannt. Während im Gewichtheben der Kolumbianer Luis Javier Mosquera Lozano als Vierter des Wettkampfs nachrückte, nimmt im Canadier nun der Russe Ilia Schtokalow den Bronze-Rang ein. Beim Rennen im Canadier-Zweier mit seinem Bruder Oleg darf Tarnowtschi nach Regel 7.8 der ICF-Anti-Doping-Regeln nicht antreten.

Zudem bestätigte der CAS am Abend den Ausschluss des brasilianischen Radsport-Vizemeisters Kleber da Silva Ramos und der chinesischen Schwimmerin Chen Xinyi. Da Silva Ramos war schon vor den Spielen positiv auf das EPO-Präparat Cera getestet worden, bei Chen war das Diuretikum Hydrochlorothiazid nachgewiesen worden.

Dunkler Schatten im Gewichtheben

Artykows Fall bringt das Gewichtheben einmal mehr in Verruf. Die Sportart gilt als stark dopingbelastet. Allein 31 Nachtests der Spiele in Peking und London fielen positiv aus, auch Medaillengewinnern wurde die Einnahme verbotener Substanzen nachgewiesen.

In Rio standen mehrfach Heber mit Dopingvergangenheit auf dem Podest. So war etwa Lascha Talachadse (Georgien), Weltrekordler und am Dienstag Sieger der Königsklasse über 105 kg, bereits wegen der Einnahme von Stanozolol zwei Jahre gesperrt gewesen. Der zweitplatzierte Gor Minasjan (Armenien) war 2013 mit Nandrolon erwischt und ebenfalls für zwei Jahre aus dem Verkehr gezogen worden.

Die Mitglieder der deutschen Gewichtheber-Nationalmannschaft hatten ihren Unmut über die eklatanten Doping-Probleme während der Spiele in Rio mehrfach zum Ausdruck gebracht. "Es muss sich etwas verändern. Fair Play gehört hier her. Das ist nicht der Fall", sagte Bundestrainer Oliver Caruso.

Gewichtheber aus Russland und Bulgarien durften aufgrund der hohen Anzahl an Dopingfällen nicht an den Olympischen Spiele in Rio teilnehmen. Sperren für Kasachstan und Weißrussland sind vom Weltverband IWF ausgesprochen, aufgrund laufender Verfahren aber noch nicht umgesetzt. Caruso fordert den Ausschluss von weiteren Ländern.

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