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Olympia

68 Mal Edelmetall? Alles noch im Korridor!

Franz Anton und Jan Benzien starten für Deutschland im Rio im Kanu

Leichtathletik: 2x Gold, 3x Silber, 2x Bronze

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Moderner Fünfkampf: 1x Gold

Bei den Damen kristallisiert sich schon im Vorfeld ein spannender Zweikampf heraus: Laura Asadauskaite aus Litauen, Olympiasiegerin von London, Europameisterin. Gegen Lena Schöneborn, Olympiasiegerin von Peking, Weltmeisterin 2015. Wer schießt, fechtet, schwimmt, reitet und läuft besser? Mit 29 ist Schöneborn nach eigener Aussage "ein alter Hase", vielleicht auf dem Zenit ihrer Schaffenskraft angelangt, die letzten Ergebnisse im Weltcup waren überragend. Sie ist das Gesicht der Sportart und setzt sich erneut die Krone auf. Bei den Männern freuen sich Christian Zillekens und Patrick Dongue über die gelungene Qualifikation.

Radsport: 3x Gold, 3x Silber, 3x Bronze

Straße, Bahn, BMX, Mountainbike - nicht überall ist der BDR gleich prominent vertreten, doch in der Summe könnte eine stattliche Ausbeute herausspringen. Auf dem Asphalt gehört Lisa Brennauer im Rennen und gegen die Uhr zu den besten Starterinnen und darf auf eine Medaille hoffen. Zeitfahr-Koryphäe Tony Martin dürfte es angesichts des welligen Terrains schwerer haben, abschreiben sollte man ihn allerdings nur auf eigene Gefahr. Auf der Bahn, ja, da klingelt es! Kristina Vogel kann sowohl im Einzel als auch an der Seite von Miriam Welte auf Gold hoffen, ebenso wie der Männer-Teamsprint, Keirin-Weltmeister Joachim Eilers, Omnium-Fuchs Roger Kluge ... Die Konkurrenz gerade bei den Männern ist groß, so ist ja auch Bradley Wiggins, Tour-Sieger von 2012, wieder auf dem schrägen Oval unterwegs. Dennoch: Die Sprints sind unser Ding. In den BMX-Kategorien haben wir nichts zu bestellen, dafür stellen wir auf dem Mountainbike die 44 Jahre alte Sabine Spitz. Die hat in Peking Gold geholt und ist verrückterweise immer noch für eine Medaille gut.

Reiten: 4x Gold, 1x Silber, 2x Bronze

Jetzt, da sich Wunderpferd Totilas nur noch um den Nachwuchs kümmert, ist bei der Dressur-Equipe wieder Ruhe eingekehrt. Traditionell ist im Viereck niemand so gut wie wir, und gerade die Mannschaft hat Gold fest eingeplant. Kristina Bröring-Sprehe ist Weltranglistenerste, Dorothee Schneider deutsche Meisterin, dazu Sönke Rothenberger und natürlich die ewige Isabell Werth. Oh, und wenn alle Stricke reißen, wartet noch Hubertus Schmidt. Hubertus - geil! In Sachen Namen und Status stehen Dressurreiter eben nur knapp unter dem Hochadel (kein Wunder, dass sich Bröring-Sprehe im Vorfeld nicht für den Playboy nackig machen wollte). Was ist im Einzel? Auch da kann eigentlich jedes deutsche Ross eine Medaille gewinnen, die Konkurrenz kommt aus den Niederlanden und mit Titelverteidigerin Charlotte Dujardin von der Insel. Drei Medaillen in den beiden Entscheidungen sind realistisch.

Die Springreiter? "Unsere Spitzenpferde sind alle top in Schuss. Ich würde sie bis Rio am liebsten in eine Glasvitrine stellen, damit nichts mehr drankommt", tönte Bundestrainer Otto Becker, der unter anderem die lebende Legende Ludger Beerbaum an den Start bringt. Auch hier rechnen wir mit mehrfach Edelmetall. Military? Da verteidigen wir mit Titelverteidiger Michael Jung das Doppelgold aus London. Um es mit dem Namen von Andreas Ostholts Pferd zu sagen: So is et. Dem nach Chlor stinkenden Rio-Wasser hat man übrigens vorgesorgt und die Pferde schon in Deutschland an Apfelschorle gewöhnt. Prost!

Ringen: 1x Gold, 1x Bronze

Erinnert ihr euch noch daran, dass Ringen 2013 kurzzeitig von Olympia ausgeschlossen wurde? Nicht mehr zeitgemäß und so. Papperlapapp! Griechisch-Römisch und Freistil sind schließlich seit 1896 dabei - und das ist nach der einen oder anderen Reform auch in Rio so. Der Deutsche Ringer-Bund bringt sieben Männlein und Weiblein an den Start, allesamt im griechisch-römischen Stil. Wir hoffen vor allem auf Frank Stäbler, der in der Klasse bis 66 Kilo schon bei der WM 2015 in Las Vegas alle Gegner auf der Matte dominierte und den Titel holte. Bei den Damen ist Aline Focken (bis 69 kg) amtierende WM-Dritte, auch sie wiederholt ihren Erfolg. Ansonsten sollte man ein Auge auf die Russen - jup, die sind dabei - und die Japanerinnen haben. Saori Yoshida hat zwölf WM-Titel und drei Olympiasiege auf dem Konto, ihre Landsfrau Kaori Icho steht bei zehnmal WM-Gold.

Rhythmische Sportgymnastik:

Ein reiner Frauensport! Sexismus! Diskriminierung! Buuuh! Andererseits: passt schon. Die deutsche Meisterin Jana Berezko-Marggrander ist am Start, ebenso das deutsche Team. Medaillen mit Band, Keulen, Seil und Reifen gegen die Osteuropäerinnen zu holen, bleibt aber nur ein schöner Traum.

Rudern: 1x Gold, 2x Silber

Schockschwere Not! Deutschland war eigentlich immer Rudern, der Deutschland-Achter die Gold-Garantie schlechthin. Aber in Rio schicken wir in nur zehn von 14 Klassen Boote an den Start - und der Achter wurde in Luzern vom Oranje-Schlitten distanziert. "Die Holländer sind Olympia-Favorit", sagt dementsprechend auch Trainer Ralf Holtmeyer. Was wir nicht glauben wollen! Der Achter muss als Erster über die Ziellinie! Darüber hinaus machte der Damen-Doppelvierer zuletzt immer fleißig Fahrt und hat eine Medaille sicher, das männliche Pendant kann das Podest zumindest angreifen. Wir legen uns auf drei Medaillen fest, wie schon in London. Zweimal Gold wird es diesmal aber leider nicht.

7er-Rugby:

Sieben Mann (bzw. Frau) pro Team, ein Spiel dauert zweimal sieben Minuten - es wird eine Menge Punkte geben beim Olympia-Comeback des Sports in seiner fettreduzierten Light-Variante. Aus deutscher Sicht gestaltet sich die Chose leider recht simpel: Männer und Frauen verpassten das Turnier. Deshalb drücken wir vor allem den Fidschi-Männern die Daumen: Sie könnten die erste Goldmedaille überhaupt für den Zwergenstaat im Pazifik holen. "Die ganze Nation betet für diese Mannschaft", betonte Premier Frank Bainimarama. Bloß keinen Druck! Ansonsten sind die üblichen Rugby-Verdächtigen aus Australien, Neuseeland oder Südafrika stark.

Schießen: 1x Gold, 2x Bronze

Wusstet ihr, dass es drei Disziplinen gibt? Pistole, Gewehr - und Flinte! Wieso erfahren wir das erst jetzt? Hoffentlich handelt es sich um Vorderlader-Musketen, mit Steinschloss und Zündkraut. Frei nach dem Motto: "Über Kimme und Korn stets nach vorn." Bei Gleichstand wird dann flugs das Bajonett aufgespannt und ... kleiner Scherz. Wird aber trotzdem lässig, zumal wir nach guten Ergebnissen zuletzt das Trauma von London überwinden konnten. Drei Medaillen erhofft sich der deutsche Schützenbund, unter anderem von Daniel Brodmeier und Henri Junghänel am Gewehr oder Christian Reitz mit der Pistole. Auch da hätten wir Verbesserungsvorschläge: K.o.-System, Paintball-Munition, Rücken an Rücken, zehn Schritte ...

Schwimmen: 1x Gold, 1x Bronze

Kleine Geschichtsstunde: 1896 gab es in Athen die Disziplin "Matrosenschwimmen", bei der nur Matrosen der im Hafen von Piräus liegenden Kriegsschiffe teilnehmen durften. Modernisiert könnte man daraus eine Art Triathlon machen: Von Flugzeugträger zu Flugzeugträger schwimmen, dann hochklettern, und dann die Landebahn entlang. Genug gealbert - und Daumen gedrückt für Marco Koch! Im Becken gab es 2012 keine einzige Medaille, diesen Fluch könnte der Weltmeister über seine 200 Meter Brust brechen. Als Weltmeister ist er Favorit - und haut einen raus! Darüber hinaus gibt es noch einmal Bronze, vielleicht ja von Europameisterin Franziska Hentke über 200 Meter Schmetterling oder sensationell von Paul Biedermann über die 200 Freistil. Im Freiwasserschwimmen gehen wir nach dem Rücktritt von Thomas Lurz dagegen leer aus. Trotzdem: Es geht aufwärts. "Wir rutschen näher ran", weiß auch Bundestrainer Henning Lambertz.

Sind mal keine Deutschen im Wasser, richten sich so ziemlich alle Augenpaare dieser Welt auf Michael Phelps. 18 (!) Mal Olympiagold hat der Flaggenträger der USA schon auf dem Konto, über zwei Schmetterlingstrecken und die Lagenstaffel sollen weitere folgen. Landsfrau Katie Ledecky dürfte ebenfalls abräumen - und wir hoffen einfach auf irre Rennen wie z.B. die Freistilstaffel 2008 in London. Gänsehaut, bis heute!

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