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Olympia

Phelps-Festival in Peking

SID
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© DPA

Peking - Die 29. Olympischen Spiele können zum Phelps-Festival werden. Der US-Ausnahmeschwimmer Michel Phelps ist jedenfalls "bereit für die Herausforderung" und für seine angestrebte Gold-Gala.

Und er will die "magische Sieben" übertreffen und Geschichte schreiben. Die sieben Goldmedaillen seines Landsmanns Mark Spitz von München 1972 sind bislang das Nonplusultra - Phelps startet achtmal und gilt dabei immer als Topfavorit.

Spitz schätzt die Chancen auf einen Goldrausch sehr hoch ein. "Ich erwarte eine unglaubliche Erfolgsstory von ihm. Wir haben seine beste Zeit noch gar nicht gesehen", prognostizierte der 58-Jährige.

Spitz als Inspiration

Und er erwartet von Phelps eine ähnliche Dominanz, wie er selbst sie vor 36 Jahren zeigte. "Ich wäre ihm nicht einmal böse, wenn er meinen Rekord brechen würde. Schließlich war ich seine Inspiration für dieses Ziel", sagte Spitz.

Phelps hat in Peking das gleiche Programm wie 2004 in Athen, als ihm mit 19 Jahren ein goldener Sechserpack gelang, der zudem noch mit zweimal Bronze garniert wurde.

Er schwimmt erneut beide Lagen-Distanzen, beide Schmetterlings-Strecken, die 200 Meter Freistil sowie alle drei Staffeln. Auf allen fünf Einzelstrecken ist er Weltmeister und hält bis auf die 100 Meter Schmetterling auch jeweils den Weltrekord.

Und deshalb ist die Frage längst nicht mehr nur, ob er den Spitz-Rekord brechen kann, sondern was eigentlich dagegen spricht, dass er nicht sogar achtmal Gold holt?

Lochte und Crocker ärgste Rivalen

"Schwer zu sagen", meinte sein Trainer Bob Bowman. Es könne so viel passieren. Sein Ziel sei es erstmal, Phelps so fit wie möglich an den Start zu bringen. Und dann werde man sehen.

Die Einzigen, die dem 23-Jährigen die große One-Man-Show verderben könnten, sind seine Landsleute Ryan Lochte (200 Meter Lagen) und Ian Crocker (100 Meter Schmetterling). Bei den US-Trials hielt Phelps beide auf Distanz. Aber in Peking werde es noch härter, gegen sie zu gewinnen, glaubt er.

US-Cheftrainer Mark Schubert sieht die 200 Meter Lagen als Highlight. Das werde wie einst der 100-Meter-Sprint zwischen Carl Lewis und Ben Johnson, "natürlich ohne Doping", so Schubert. Phelps hält sich bislang mit Prognosen zurück.

Er war noch nie ein Lautsprecher, sondern immer ein Mann der Zahlen, der Star der Statistiken: sechs Olympiasiege, 17 WM-Titel, 22 Weltrekorde. Auch finanziell schwimmt er auf einer Erfolgswelle, verdient mit Werbung rund fünf Millionen Dollar im Jahr und ist somit der bestbezahlte US-Schwimmer überhaupt.

Multi-Millionär und Malocher

Doch Phelps ist nicht nur Megastar und Multi-Millionär, sondern vor allem ein Malocher. "Michael trainiert härter als jeder andere auf der Welt", sagt sein ehemaliger Staffel-Kollege Neil Walker.

Bowman wird nicht müde zu betonen, dass sich sein Star keinen freien Tag gönnt. Sonntage gäbe es für ihn eben so wenig wie Feiertage. Und eine Erkältung sei noch lange kein Grund, zu Hause zu bleiben, so Bowman.

Nach den sechs Gold- und zwei Bronzemedaillen in Athen hatten er und Phelps entschieden, noch härter zu trainieren. Bei der WM 2007 in Melbourne schwamm Phelps fünf Weltrekorde und holte sieben Titel. Den achten verpasste er nur, weil die US-Staffel nach einem Fehlstart disqualifiziert wurde.

Eine derartige Dominanz zieht automatisch Doping-Fragen nach sich. Allerdings kann Phelps darauf verweisen, dass er von 2001 bis Juni 2007 insgesamt 59 Mal von der nationalen Anti-Doping-Agentur (USADA) kontrolliert. Hinzu kamen weitere Tests bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen - alle waren negativ.

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