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Olympia

"Albatros" kritisiert Verband

SID
gross, schwimmen
© Getty

Hamburg - Der dreimalige Olympiasieger Michael Groß hat dem Deutschen Schwimm-Verband Versagen in der Saisonplanung und damit eine Mitschuld an dem bisher schlechten Abschneiden in Peking vorgeworfen.

Nachdem bereits bei den vergangenen Olympischen Spielen in Athen viel schief gelaufen sei, habe der Verband nicht aus seinen Fehlern gelernt. "Leider sind ein paar Trainings technische Entwicklungen an den Deutschen vorbei gegangen", sagte Groß der "Braunschweiger Zeitung".

Besonders erstaunt zeigte sich der fünfmalige Weltmeister über "die schlechte Saison-Regie". So sei die Olympia-Ausscheidung im April viel zu früh angesetzt worden.

"Amerikaner, Asiaten und alle, die jetzt Weltrekorde schwimmen, haben ihre nationalen Ausscheidungen sechs bis acht Wochen vor den Spielen. Dann können sie ihre Form bis Olympia konservieren, sie verbessern dann nur noch einzelne Feinheiten", meinte der "Albatros" und sprach von einer "Saison-Aufteilung aus DDR-Zeiten". "Unsere Schwimmer konnten hingegen nicht an ihre Form von den Ausscheidungen anknüpfen, mussten sich für Olympia wieder ganz neu aufbauen."

Falsche Prioritäten gesetzt

Groß sieht in den Fehlern des Verbandes eine wesentliche Ursache dafür, dass die deutschen Schwimmer in Peking deutlich hinter ihren Bestzeiten zurückbleiben. "Sie hätten nur so schnell schwimmen müssen wie bei den Deutschen Meisterschaften, und wir hätten schon drei Bronze-Medaillen", meinte Groß.

Die deutschen Schwimmer hätten durchaus noch Anschluss an die Weltspitze, "doch sie rufen ihre Top-Leistungen bei den falschen Veranstaltungen ab - und die anderen bringen sie bei Olympia".

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