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Olympia

Wundertüte Deutschland-Achter

SID
Achter, Olympia
© DPA

Peking - Kaum Vorbereitung, wenig Erfahrung, fehlende Wettkampfpraxis - vor dem Start in die olympische Ruder-Regatta ist die Ungewissheit im Deutschland-Achter groß. Die erst vor zwei Monaten in aller Eile zusammengestellte Crew gilt als unbekannte Größe.

Der Auftrag für den neuen Trainer Christian Viedt, in denkbar kurzer Zeit eine konkurrenzfähige Mannschaft zu formen, kam einer Herkulesaufgabe gleich. Doch mit jeder Trainingseinheit in der feuchten Hitze von Peking wächst die Zuversicht.

Schlagmann Andreas Penkner ist guter Dinge: "Man sollte vorsichtig damit sein, uns mit Skepsis zu betrachten. Wir sind auf dem richtigen Weg."

Achter-Umbau sorgte für Diskussionen

Skeptiker gibt es mehr als genug. Der ungewöhnliche Zeitpunkt des Achter-Umbaus, dem alle Weltmeister von 2006 und der bisherige Trainer Dieter Grahn Anfang Juni zum Opfer fielen, sorgte für lebhafte Diskussionen.

Statt auf die erfahrenen Kräfte setzt die Verbandsspitze nun auf die Athleten, die bei der Kleinboot-DM zu Saisonbeginn im Zweier ohne Steuermann das Geschehen dominierten. Den Einwänden, dass eine zweimonatige Vorbereitung mit nur einem Härtetest beim Weltcup-Finale in Posen nicht ausreicht, kann Penkner wenig abgewinnen: "Natürlich war die Zeit knapp. Aber genau deshalb sind wir die Sache mit höchster Konzentration angegangen."

Kühlwesten zur Akklimatisierung

Kühlwesten und ein kleiner Pool, in dem die Ruderer nach der Belastung die Beine kühlten, trugen zur besseren Akklimatisierung bei. Mit insgesamt 13 Trainingseinheiten binnen neun Tagen im Shunyi-Park stimmte sich die Mannschaft auf den Vorlauf gegen Olympiasieger USA, den WM-Dritten Großbritannien und Gastgeber China ein.

Gleich beim ersten Auftritt will sie ein Ausrufezeichen setzen. "Das lange Warten ist zu Ende, die Stimmung positiv. Wir wollen diesen Vorlauf gewinnen", sagte Trainer Viedt voller Hoffnung auf den direkten Finaleinzug.

Ruderer nehmen an der Eröffnungsfeier teil

Viel wird davon abhängen, wie die unerfahrene Crew mit insgesamt sechs Olympia-Neulingen der Aufgabe psychisch gewachsen ist. Die Teilnahme an der Eröffnungsfeier, auf die die Ruderer noch in Athen verzichtet hatten, sollte Begeisterung wecken.

Darüber hinaus setzte Viedt in den vergangenen Tagen auf die Hilfe von Peter Thiede. Immerhin ist der erfahrene Steuermann zum vierten Mal bei Olympia dabei. Er empfahl seinen jüngeren Mitstreitern, das bevorstehende Abenteuer nicht mit zu großem Respekt anzugehen: "Leute, das ist doch nur ein bisschen Schiffchen fahren."

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