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Olympia

DFB-Frauen für Olympia-Marathon gerüstet

SID
Nadine Angerer
© DPA

Peking - Mit einem Becher Kaffee in der Hand und Badelatschen an den Füßen schlenderte Nadine Angerer nach dem torlosen Auftaktspiel der deutschen Fußball-Frauen gegen Brasilien zum Mannschaftsbus, als wäre sie nur eine Olympia-Touristin.

Doch die Botschaft, die Angerer mit ihrer überragenden Leistung an die Konkurrenz gesendet hatte, war eindeutig: Beim Marathon zum ersehnten Olympia-Gold kann sich die DFB-Auswahl wie beim WM-Triumph vor Jahresfrist zu 100 Prozent auf ihre Nummer 1 verlassen.

"Die ersten paar Minuten war ich sehr nervös. Aber dann ging es von Minute zu Minute besser. Das war bei der WM auch so. Von daher bin ich ganz entspannt", sagte die 29-Jährige.

Bei der Weltmeisterschaft im Vorjahr hatte sie ihr Tor in allen sechs Spielen sauber gehalten und damit für ein Novum gesorgt. Ihr Meisterstück machte sie damals im Finale, als sie beim Stande von 1:0 einen Elfmeter von Welt-Fußballerin Marta hielt.

Zu Null durchs Turnier ist vermessen

Eine Wiederholung des historischen Kunststückes käme der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen sehr gelegen, aber selbst Angerer hält dies für unwahrscheinlich.

"Es wäre vermessen, wenn ich mit der Erwartung ins Turnier ginge, wie bei der WM ohne Gegentor zu bleiben. Ich würde mich natürlich darüber freuen, wenn es wieder so kommen würde, aber wenn ich ehrlich bin, wird es wohl eine einmalige Sache bleiben", sagte die in Schweden bei Djurgadens IF unter Vertrag stehende Angerer.

Seit über zehn Jahren gehört die in Lohr am Main aufgewachsene Angerer zur Nationalmannschaft, wo sie jedoch lange im Schatten von Silke Rottenberg stand. Erst bei der WM in China schaffte sie den persönlichen Durchbruch und ist mittlerweile die unumstrittene Nummer 1.

Lob der Bundestrainerin

Mit ihren Reflexen und Paraden brachte sie die Kickerinnen vom Zuckerhut in der Neuauflage des WM-Endspiels ein ums andere Mal zur Verzweiflung und heimste danach ein dickes Lob von Bundestrainerin Silvia Neid ein: "Sie hat das perfekt gemacht."

Angerer selbst war mit dem Auftakt ebenfalls zufrieden. "Ich bin froh, dass ich ein paar schwere Bälle zu halten hatte. Das gibt Selbstvertrauen. Ich denke, dass ich ganz gut ins Turnier gestartet bin", erklärte sie.

Gegen Nigeria noch eine Schippe drauflegen

Generell benötige sie ein, zwei gute Aktionen, "um ein gutes Gefühl zu entwickeln". Im zweiten Vorrundenspiel gegen Nigeria will sie an diese Leistung anknüpfen und möglichst noch eine Schippe drauflegen.

"Ich kann noch den einen oder anderen Fehler abstellen. Grundsätzlich ist mir wichtig, dass die Null steht. So lange ist mir der Rest relativ egal."

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