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Olympia

Olympia 2021: Florian Wellbrock im Schongang ins 1500-m-Finale

SID

Einen Tag nach der Enttäuschung über 800 m hat Goldkandidat Florian Wellbrock seine Paradestrecke in Angriff genommen: Über 1500 m Freistil zog der Doppel-Weltmeister souverän ins Finale ein.

Florian Wellbrock hatte es eilig. "Nur drei Fragen" gestand der Doppel-Weltmeister den Journalisten zu, nachdem er als Dritter souverän ins Finale über 1500 m Freistil geschwommen war. Nichts soll den 23-Jährigen von seiner Goldmission abbringen - auch nicht der erste Rückschlag. "Haken dran, und weiter geht's", meinte er über den enttäuschenden vierten Platz tags zuvor über 800 m.

Lange zu knabbern hatte der größte deutsche Hoffnungsträger nicht an der ersten verpassten Medaillenchance. "Das ging eigentlich relativ schnell", sagte Wellbrock. Der Fokus ist ganz auf Sonntag (3.44 Uhr Uhr) gerichtet, wenn er seinen WM-Triumph über seine Lieblingsstrecke im olympischen Becken von Tokio wiederholen will.

Dann wird auch seine Mutter wieder vor dem Fernseher mitfiebern. "Ich leide mit Flo, ich weiß nicht, wie es ihm gerade geht", sagte Anja Wellbrock in der ARD: "Das ist mein kleiner Sohn, am liebsten würde ich ihn jetzt in den Arm nehmen und trösten. Das sind so Muttergefühle."

Olympia: Lukas Märtens scheidet aus

Die kamen vor allem nach dem verschenkten Edelmetall über 800 m auf. Wellbrock hatte eine Medaille durch einen zu früh angezogenen Endspurt verschenkt. Nach der ersten Enttäuschung nahm er das Positive mit: Bei der WM in Südkorea vor zwei Jahren war er im Vorlauf gescheitert, fünf Tage später krönte er sich zum Weltmeister über 1500 m - und schrieb Schwimmgeschichte, weil er zuvor schon im Freiwasser Gold gewonnen hatte.

Am Freitag spulte Wellbrock als überlegener Sieger seines Vorlaufs in 14:48,53 Minuten souverän sein Programm ab, die Konkurrenten Michailo Romantschuk (Ukraine) und Robert Finke (USA) schwammen nach ihm etwas schneller, Rio-Olympiasieger Gregorio Paltrinieri (Italien) war etwas langsamer.

Olympia-Neuling Lukas Märtens, Wellbrocks Trainingspartner, schied als Elfter aus. Auch die deutschen Lagenstaffeln verpassten die Endläufe: Die Frauen belegten ebenso wie die Männer nur Platz elf. In die Weltspitze sind die deutschen Schwimmer nur auf den langen Freistilstrecken vorgestoßen.

US-Schwimmerin sauer: "Bullshit"

Als am Morgen die Südafrikanerin Tatjana Schoenmaker ihre Müdigkeit besiegt und den dritten Weltrekord der Spiele aufgestellt hatte, waren die Deutschen nur Zuschauer gewesen. "Ein bisschen müder als sonst" sei man in den Finals zu ungewohnter Zeit, gab Schoenmaker nach ihrem Goldrennen über 200 m Brust zu, die neue Bestmarke von 2:18,95 Minuten hatte sie deshalb auch "gar nicht erwartet".

Mehr erwartet haben offenbar die Amerikaner: Sechs Goldmedaillen nach sechs Finaltagen, genauso viele wie die Australier, waren einem Journalisten zu wenig. "Bullshit", antwortete Lilly King auf die Frage, ob sich die erfolgsverwöhnten US-Schwimmer weniger über Silber und Bronze freuten. "Eine Medaille zu gewinnen, ist der größte Moment in der Karriere eines Schwimmers", sagte die Doppel-Olympiasiegerin von Rio, die hinter Schoenmaker Zweite wurde.

Über Silber überhaupt nicht freuen wollte sich Ryan Murphy, der nach seiner Niederlage über 200 m Rücken Dopingvorwürfe gegen den russischen Doppel-Olympiasieger Jewgeni Rylow erhob. "Ich schwimme in einem Rennen, das wahrscheinlich nicht sauber ist", klagte Murphy.

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