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Olympia

Olympia, Handball - DHB-Kadercheck: Gislasons Liebling, One-Man-Show und ein Zerstörer

Das DHB-Team peilt in Tokio eine Medaille an.

Rückraum links

NameVereinLänderspieleTore
Julius KühnMT Melsungen79252
Paul DruxFüchse Berlin102190
Finn LemkeMT Melsungen8331

Auch im linken Rückraum ließ sich Gislason bei den beiden finalen Olympia-Tests gegen Brasilien (36:26) und Ägypten (29:27) nicht zu tief in die Karten blicken. Einmal stand der ganz frisch verheiratete Kühn in der Anfangsformation, einmal Drux.

Dennoch darf man davon ausgehen, dass Kühn zumindest zu Beginn bevorzugt wird, um hoffentlich schnell Selbstvertrauen aufbauen zu können. Der Zwei-Meter-Riese mit dem gewaltigen Wurf war in der abgelaufenen HBL-Saison mit durchschnittlich 5,5 Treffern pro Partie bester Melsunger Torjäger und nach Schiller zweittreffsicherster deutscher Spieler. Allerdings spielte Kühn eine maue WM. Sein altbekanntes Manko: Er tut sich schwer, eigene Abschlüsse zu kreieren.

Drux wurde in der vergangenen Spielzeit durch eine Knieoperation im März zurückgeworfen. In 32 Spielen traf er lediglich 72 Mal. Trotzdem ist der Füchse-Kapitän ein enorm wichtiger Spieler für die deutsche Auswahl. In Ägypten funktionierte das Angriffsspiel immer dann, wenn er gemeinsam mit Kai Häfner und Philipp Weber die Rückraumachse bildete. Außerdem ist Drux in der Deckung unverzichtbar. Lemke wird ausschließlich in der Abwehr zum Einsatz kommen.

Fazit: Bei Drux und vor allem bei Kühn fehlte es in der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren an Konstanz. Da anders als bei der vergangenen WM nur zwei statt vier linke Rückraumspieler (Fabian Böhm und Lukas Stutzke wurden nicht nominiert) im Kader stehen, müssen eigentlich zwingend beide auf hohem Niveau agieren.

Rückraum Mitte

NameVereinLänderspieleTore
Philipp WeberSC Magdeburg46113
Juri KnorrRhein-Neckar Löwen1316

Seit Gislason von Christian Prokop übernommen hat, genießt Weber das uneingeschränkte Vertrauen auf der Spielmacherposition. Er ist so etwas wie Gislasons Liebling. Der 28-Jährige, der zur kommenden Saison von Leipzig nach Magdeburg wechselt, dankte es dem Bundestrainer mit starken Leistungen bei der WM. Er überzeugte mit starken Einzelaktionen, guten Anspielen und als Denker und Lenker.

Seine Wadenprobleme aus der Vorbereitung scheinen auskuriert zu sein, in der abgelaufenen HBL-Spielzeit überzeugte er mit 135 Toren und 112 Assists in 37 Spielen. "Weber hat sich in den letzten zwei Jahren in der Nationalmannschaft kontinuierlich gesteigert. Er ist ein extrem wichtiger Spieler für uns und hat alle Qualitäten, die ein Weltklasse-Spielmacher haben muss", lobte Gislason.

Als Backup steht Knorr bereit, der beim Auftaktspiel gegen Spanien mit 21 Jahren und 76 Tagen Jochen Fraatz (21 Jahre und 78 Tage) als jüngsten deutschen Olympia-Handballer ablösen wird. Der gebürtige Flensburger, der im Sommer von Minden zu den Löwen wechselt, zeigte bei der WM bereits sein enormes Talent, bezahlte gleichzeitig aber auch noch viel Lehrgeld. Seine HBL-Ausbeute: 4,6 Tore und 2,4 Assists pro Spiel.

Fazit: Weber kann und muss an seine WM-Leistungen anknüpfen. Sollte ihm das nicht gelingen, wäre es für das DHB-Team quasi unmöglich, die gesteckten Ziele zu erreichen. Er ist im Angriff der Schlüssel zur erhofften Medaille.

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